Rajala schiesst Biel zum Sieg

Ein Finne in Topform und eine solide Leistung, die das Versagen im Überzahlspiel wettmacht. Der EHC Biel schlägt Davos 4:2 und kann am Donnerstag die Serie für sich entscheiden.

Topskorer Rajala (links) und seine Assistenten. Biel steht vor dem Einzug in den Halbfinal.

Topskorer Rajala (links) und seine Assistenten. Biel steht vor dem Einzug in den Halbfinal.

(Bild: Keystone)

Dieter Stamm@StammDieter

Die Bieler gehören trotz der guten Leistungen gegen Davos und dem beachtlichen dritten Rang in der Qualifikation immer noch zu den Kleinen im hiesigen Eishockey. Und die Kleinen haben mitunter das Gefühl, benachteiligt zu werden. Gibt es zum Beispiel ein richterliches Verdikt gegen sie, empfinden sie das oft als ungerecht. Also hat Biels Manager Daniel Villard im Matchprogramm einen giftigen Pfeil in Richtung Schiedsrichterwesen abgeschossen, wohl, weil der Bieler Spieler Marco Maurer gesperrt worden war. Man dürfe sich «nicht länger hinhalten lassen», zu vieles liege in diesem Bereich im Argen.

Dabei hätten die Bieler solche Rundumschläge gar nicht nötig. Sie spielen hervorragendes Eishockey, ausser, wenn die Teams nicht vollzählig auf dem Eis stehen. Sie führten 2:0, als sich Grégory Sciaroni eine Fünfminutenstrafe einhandelte und Biel vier Minuten davon in doppelter Überzahl spielen durfte. Das dritte Tor brachten sie erst zustande, als die Davoser wieder komplett waren. Eine ganze Viertelstunde spielten sie in Überzahl, ohne zu treffen, und in der Regel mussten sie danach froh sein, nicht einen Gegentreffer kassiert zu haben.

Nur etwas können die Bieler noch schlechter: in Unterzahl spielen. Als sie zu Spielmitte mit einem Mann mehr agieren durften, brauchten die Bündner gerade einmal 31 Sekunden, um zu ihrem ersten Treffer zu kommen.

Captain Matthieu Tschantré mochte nach dem Spiel nicht auf diese Schwächen eingehen. «Alles, was mich interessiert, ist der Sieg», sagte er auf jede Frage. In den Worten von Torhüter Jonas Hiller, der seinem Team an diesem Abend ein sicherer Rückhalt war, war die Einschränkung über die Mängel wenigstens herauszuhören: «Ich würde sagen, wir haben recht gut gespielt», sagte er. Uneingeschränktes Lob an die Stürmer klingt anders.

Del Curtos Buben sind müde

Ansonsten war es die Show des Toni Rajala. Der Finne schoss drei Treffer. Wenn er im Strumpf ist, genügen seine Agilität und sein Torriecher allerhöchsten Ansprüchen. Ein anderer, der aus dem Bieler Kollektiv herausstach, war der Drittlinienstürmer Dominik Diem. Nicht nur, aber auch wegen seiner stupenden Puckbeherrschung und seiner Fähigkeiten als Sololäufer.

Und die Davoser? Ihr Trainer Arno Del Curto liess erneut die Jungen ran. Aber die beginnen den Tribut für die vielen Spielminuten zu bezahlen, die er ihnen in den beiden Spielen zuvor zugetraut hatte. Sie begannen stark, und sie bauten ebenso stark ab. «Das ist ja völlig klar, eine dumme Frage, das hätte ich Ihnen schon vor dem Spiel sagen können», enervierte sich Del Curto nach dem Spiel.

Einer der Jungen war gar Del Curtos bester Mann gewesen, ehe ihn die Kräfte verliessen: Ken Jäger. Der 19-Jährige ist erstaunlich durchsetzungskräftig und ein grosses Versprechen für die Zukunft. Doch für einen Sieg hätten auch die Etablierten etwas leisten müssen. Insbesondere Topskorer Anton Rödin versagte. Das wichtige 2:0 verschuldete er ganz allein. Und andere wie Enzo Corvi vergaben beste Chancen.

Berner Zeitung

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