Punktgleich mit Bern – und doch obenauf

Die SCL Tigers gewinnen in der PostFinance-Arena 3:1.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Im Bernbiet gibt es eine Modeerscheinung: Tabellen fotografieren. Im Eishockey sind Bern, Biel und Langnau seit Wochen in den vorderen Rängen klassiert – im Fussball gilt dasselbe für YB und Thun.

Diese Konstellation befeuert die Anhänger auf Facebook zum regen Tabellen-Teilen. Und vielleicht tat es der eine oder andere gar Hanspeter Latour gleich: Der frühere Thun-Trainer liess sich 2004 die Rangliste mit Thun an der Spitze goldfarben einrahmen.

Glänzend läuft es den Berner Eishockeyclubs trotz guter Position im Ranking aber nicht. Biel verzeichnet im November mehr Niederlagen als Siege. Der SCB war bis am Samstag zwar Leader, die Leistung korrespondiert aber selten mit den Ansprüchen. Und Langnau wartete während fünf Partien auf einen Vollerfolg. Ausgerechnet beim Derby gegen Bern holten die Emmentaler wieder einmal drei Punkte.

Die Berner waren zu Beginn besser, Langnau kam phasenweise kaum aus der eigenen Zone. Die beste Möglichkeit vergaben Ebbett und Kämpf nach Pass von Boychuk. Der Kanadier, Anfang Woche aus der KHL gekommen, durfte bereits zum dritten Mal innert fünf Tagen mittun, weil der Slowene Mursak krankheitshalber ausfällt.

Als Boychuk in der 12. Minute wegen Haltens sanktioniert wurde, profitierten die Gäste: Diem lenkte den Schuss von Huguenin ab. Kurze Zeit später schoss Tigers-Topskorer Pesonen am offenen Tor vorbei.

Langnau forderte den Rivalen heraus. Bern reagierte im Mitteldrittel mit Physis und Präsenz. Moser checkte zuerst Glauser hart und regelkonform, später Gustafsson hart und regelwidrig. Der Schwede musste vom Eis begleitet werden.

Weil es sich bei Mosers Aktion um einen Check gegen den Kopf mit Verletzungsfolge handelte, war die Partie auch für den Berner Captain vorbei. «Nach dem harten Match in Zug fehlten uns Energie und mentale Frische», sagte SCB-Coach Kari Jalonen. «Mosers Fehlen erschwerte die Aufgabe zusätzlich.»

Burren trifft den Pfosten, im Gegenzug gelingt Lardi das Siegestor

Von der Überzahl vermochten die Tigers nicht zu profitieren. Und bei den Bernern scheiterten Boychuk und der auffällige Scherwey an Langnaus Torhüter Punnenovs.

Entscheidendes trug sich in der 42. Minute innert Sekunden zu: Burrens Weitschuss klatschte an den Pfosten, im Gegenzug reüssierte Langnaus Lardi. Auf das 0:2 vermochte der SCB nicht mehr zu reagieren. Vielmehr mischten sich Verzweiflung und Verunsicherung – das unschöne Potpourri wurde von einigen Zuschauern mit Pfiffen quittiert.

Punnenovs sagt, die Arbeit hätten die anderen verrichtet

Langnaus zweiter Saisonsieg über Bern geriet erst anderthalb Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit in Gefahr, nachdem Arcobello verkürzt hatte. Pesonen setzte mit einem Treffer ins leere Tor den Schlusspunkt.

«Punnenovs hat unglaublich gut gespielt. Zudem haben die Langnauer gezeigt, weshalb sie in defensiver Hinsicht eines der besten Teams der Liga sind», sagte Jalonen. Punnenovs meinte mit einem Schmunzeln: «Die harte Arbeit haben meine Vorderleute verrichtet. Ich hatte kaum etwas zu tun.»

In der Tabelle sind die Langnauer auf den zweiten Platz vorgerückt. Sie sind punktgleich mit dem drittklassierten SCB. Ein «Gefällt mir» wird es für dieses Sujet nur aus dem Emmental geben.

Telegramm Bern - SCL Tigers 1:3 (0:1, 0:0, 1:2) 17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Massy/Wiegand, Kovacs/Wüst. - Tore: 13. Diem (Huguenin, DiDomenico/Ausschluss Boychuk) 0:1. 42. Lardi 0:2. 59. Arcobello (Andersson, Almquist)) 1:2 (ohne Torhüter). 60. (59:46) Pesonen (DiDomenico) 1:3 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 plus 5 (Moser) plus 10 Minuten (Arcobello) plus Spieldauer (Moser) gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Pesonen. Bern: Genoni; Krueger, Blum; Andersson, Gerber; Burren, Almquist; Kamerzin; Boychuk, Ebbett, Kämpf; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Sciaroni, Haas, Scherwey; Berger, Heim, Bieber; Grassi. SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Kindschi; Elo, Johansson, Neukom; DiDomenico, Gustafsson, Pesonen; Kuonen, Pascal Berger, Rüegsegger; Gerber, Diem, Randegger. Bemerkungen: Bern ohne Mursak (krank), Marti und Untersander, SCL Tigers ohne Blaser, Nils Berger, Dostoinow, Gagnon (alle verletzt). Gustafsson verletzt ausgeschieden (34.). - Timeout Bern (59:32).

Berner Zeitung

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