Pekka Rinne: «Sag niemals nie»

Mit Pekka Rinne trainiert diese Woche einer der weltweit besten Goalies beim SC Bern. Der 35-jährige Nashville-Torhüter äussert sich zu Teamkollege Roman Josi und, ob er sich einen Wechsel in die Schweiz vorstellen kann.

Fremdes Tenue: NHL-Goalie Pekka Rinne ist Gast beim SCB.

Fremdes Tenue: NHL-Goalie Pekka Rinne ist Gast beim SCB.

(Bild: Marcel Bieri)

Wie kam es dazu, dass Sie diese Woche beim SC Bern trainieren?Pekka Rinne:Ich kenne Trainer Kari Jalonen schon lange, spielte 2004/2005 bei Kärpät unter ihm. Auch Assistenzcoach Mikko Haapakoski sowie Goaliecoach Aki Näykki kenne ich von früher. Hier finde ich ideale Bedingungen vor, um mich auf die neue Saison vorzubereiten. Zudem ist Bern eine wunderbare Stadt.

Dann hatten Sie schon Zeit für Sightseeing?Als Familie versuchen wir, Training und Urlaub zu kombinieren. Der Fokus liegt natürlich auf dem Eishockey, aber wir konnten uns die Stadt ansehen, assen in guten Restaurants. Vielleicht schaffen wir es noch aufs Jungfraujoch, das wäre grossartig.

Wer waren Ihre Tippgeber?Mein Schwager Mika Pyörälä spielte ja letzte Saison beim SC Bern, er hatte eine gute Zeit mit der Familie. Und natürlich schwärmten meine Berner Teamkollegen Roman Josi und Yannick Weber von der Stadt. Leider habe ich sie um ein paar Tage verpasst, sie sind bereits wieder in Nashville.

Sie spielen seit 2011 mit Josi zusammen. Wie ist Ihr Verhältnis?Wir verstehen uns ausgezeichnet. Wobei: Ich kenne niemanden, der nicht mit ihm auskommt. Er ist ein fröhlicher, natürlicher Typ, der alle Menschen gleich behandelt.

Mittlerweile ist er Captain. Wie erleben Sie seine Entwicklung?Sein Talent war von Beginn an offensichtlich, aber er war damals noch sehr jung. Seither hat er sich immer weiterentwickelt, ist ein Leader auf und neben dem Eis, schlicht einer der besten Spieler in der Liga.

Es muss ein schönes Gefühl sein, einen Teamkollegen derart wachsen zu sehen?Absolut. Vor allem, was seine Persönlichkeit betrifft: Am Anfang war er ruhig, dann traute er sich immer mehr, das Wort zu er­greifen. Jetzt ist er Captain eines NHL-Teams. Dass ihm dies als Europäer gelungen ist, sagt viel über ihn aus.

In Bern trainieren Sie mit Nico Hischier, der vor einem Jahr zum ersten Schweizer Nummer-1-Pick wurde. Wie erleben Sie ihn?Sein Talent ist offensichtlich. Er ist schnell, hat flinke Hände, einen guten Schuss. Ich war sehr beeindruckt von seiner ersten NHL-Saison bei New Jersey.

Letzte Saison gewannen Sie die Vezina-Trophy für den besten Goalie. Mit Nashville scheiterten Sie in der zweiten Playoff-Runde an Winnipeg. Was überwiegt: Stolz oder Enttäuschung?Als ich die Vezina-Trophy erstmals überreicht bekam, war das ein grosser Moment in meiner Karriere. Aber Eishockey ist ein Teamsport. Dementsprechend enttäuscht war ich, als wir gegen Winnipeg ausschieden. Ich werde allmählich alt, ich weiss nicht, wie viele Chancen ich noch erhalte, den Stanley-Cup zu gewinnen.

Wie beurteilen Sie die Chancen für die nächste Saison?Wir haben so ein gutes Team, da ist alles möglich.

Können Sie sich vorstellen, dereinst in der Schweiz zu spielen?Als Finne liebe ich die Natur, die Schweiz ist ein wunderbares Land, und die Liga ist eine der besten in Europa. Warum also nicht? Aber ich hoffe, ich kann noch einige Jahre in der NHL spielen.

SCB-Goalie Leonardo Genoni wechselt nächsten Sommer nach Zug, Ihr Vertrag läuft dann aus. Das wäre der ideale Zeitpunkt(lacht) Darauf wurde ich in Bern schon angesprochen. Ich sage jeweils: Sag niemals nie.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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