«Nur so können wir langfristig überleben»

Am 1. August wird Marco Bayer bei den SCL Tigers vom Assistenztrainer zum Sportchef aufsteigen. Der 45-Jährige will den Scoutingbereich verbessern und auf den Nachwuchs setzen.

«Ich weiss schon, wovon ich rede», sagt Marco Bayer.

«Ich weiss schon, wovon ich rede», sagt Marco Bayer. Bild: Hans Wüthrich

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Vergangene Woche präsentierten Sie dem Verwaltungsrat als Erster Ihr Konzept. Sind Sie überrascht, wurden danach ­keine weiteren Bewerber mehr angehört?
Marco Bayer: Ich erhielt eine Chance und habe sie genutzt. Ich zeigte klar auf, was meine Vorstellungen sind, was ich anpassen, was ich ändern möchte. (überlegt) Eishockey ist ein ex­trem schnelllebiges Geschäft, in dem man von sich überzeugt sein muss, wenn man etwas erreichen will. Wirklich überrascht bin ich deshalb nicht, zumal der Klub ­sicher nichts gegen eine interne Lösung einzuwenden hatte.

Sie sind 45, als Sportchef aber noch ein Lehrling...
... auf den ersten Blick vielleicht, weil ich noch nie Sportchef gewesen bin. Aber wer mein Netzwerk analysiert, mein Know-how, der wird mich sicher nicht als Lehrling bezeichnen. Mein Rucksack ist gut gefüllt, da brauche ich mich im Quervergleich nicht zu verstecken. Ich habe zehn Jahre Erfahrung als Trainer bei den Junioren und Profis vorzuweisen, war mit Nachwuchsauswahlen mehrmals im Ausland. Ich weiss schon, wovon ich rede.

Sie sprachen von Anpassungen und Änderungen, die Sie vornehmen wollen. Woran denken Sie?
An die Strukturen. Um attraktiver zu werden, muss Langnau zwingend einen weiteren Schritt machen und in den nächsten zwei, drei Jahren die Playoffs ­erreichen. Wir müssen uns im Scoutingbereich verbessern, da sind wir nicht optimal aufgestellt. Zudem sollten wir stärker auf den Nachwuchs setzen, uns als Ausbildungsverein positionieren und damit Identität schaffen – nur so können wir langfristig überleben.

Wird das zur Philosophie von Trainer Heinz Ehlers passen?
Es ist keineswegs so, dass Heinz nicht auf Junge setzen würde. Aber einfach einen Junior aufstellen, nur damit alle zufrieden sind? Das tut er nicht – der Spieler muss ein gewisses Niveau ­haben. Zuletzt haben wir einen 21-Jährigen, einen 22-Jährigen verpflichtet. Ein erster Verjüngungsprozess hat stattgefunden.

Auf einmal sind Sie nicht mehr Ehlers’ Assistent, sondern sein Vorgesetzter – birgt diese neue Hierarchie nicht auch Gefahren?
Wir haben eine gute Beziehung und viel Respekt voreinander. Es wird weiterhin funktionieren mit uns. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Probleme geben wird.

Stimmt es, dass er Ihnen die ­Bewerbung für den Job des Sportchefs nahegelegt hat?
Er hat mein Interesse untermauert, indem er vor meinem Gespräch mit dem Verwaltungsrat sagte: «Mach das, du kannst das.»

Das Kader für die nächste Saison steht. Entspricht es Ihren Vorstellungen?
Die Transfers waren mit Heinz und mir abgesprochen. Mit diesem Team können wir einen Schritt vorwärtsmachen, kein Zweifel. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.04.2018, 21:41 Uhr

Assistenztrainer

Marco Bayer wird bei den SCL Tigers auf Jörg Reber folgen, der ab August als strategischer Leiter der Sportabteilung arbeiten wird. Seine Beförderung (offenbar bewarben sich auch Ex-SCB-Spieler Marc Reichert, Pascal Müller, sowie die früheren Tigers-Trainer Benoît Laporte und Scott Beattie) bringt mit sich, dass sich die Langnauer nach einem neuen Assistenten für Heinz Ehlers umsehen müssen. Hoch im Kurs steht Rikard Franzén; der 50-jährige Schwede war zuletzt vier Saisons Assistent bei Lausanne, arbeitete im Waadtland auch ­bereits an Ehlers’ Seite. Franzén, ehemaliger Verteidiger mit Vergangenheit beim SC Bern (2001 bis 2003), hat Lausanne nach Saisonschluss in der Platzierungsrunde verlassen.

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