Mal hier, mal dort, oft Langnau

Eric Himelfarb hat in den letzten vier Monaten häufiger den Klub gewechselt als manch ein Profi während der ganzen Karriere. Der Kanadier bei Langnau könnte bald den Schweizer Pass erhalten – die Einbürgerung ist kompliziert.

Hin und Her: Eric Himelfarb ist mehrmals ausgeliehen worden.

Hin und Her: Eric Himelfarb ist mehrmals ausgeliehen worden. Bild: Hans Wüthrich

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Langnau. Langenthal. Langnau. La Chaux-de-Fonds. Wieder Langnau. Nochmals La Chaux-de-Fonds. Langenthal, La Chaux-de-Fonds zum Dritten und jetzt erneut Langnau. Eric Himelfarb ist viel herumgekommen in dieser Saison, so richtig daheim aber fühlt sich der Kanadier nirgends.

Im Frühling war er mit einem Einjahresvertrag zu den SCL Tigers gestossen, als Ersatzausländer, mit der Aussicht, bald die Schweizer Staatsbürgerschaft zu kriegen und eine relativ wichtige Rolle zu spielen. Auf den Pass wartet er kurz vor Weihnachten nach wie vor. Und ein bedeutendes Element im Emmentaler Konstrukt ist er nicht.

Mehrmals wurde Himelfarb in der zweitklassigen Swiss League platziert, damit er Spielpraxis sammeln kann. Und zuweilen in Windeseile zurückbeordert, wenn in Langnau Not am Mann war. Es sei nicht so gelaufen, wie er es sich vorgestellt habe, meint der Mittelstürmer. «Angenehm ist diese Herumschieberei sicher nicht.»

Wohl hätte Himelfarb den einen oder anderen leihweisen Wechsel ablehnen können, allerdings wäre dies keine clevere Entscheidung gewesen. «Ich respektiere die Entscheide meiner Vorgesetzten», hält er fest.

Das schwierige Unterfangen

In Langnau spricht keiner schlecht über Himelfarb, der 2001 von den Montreal Canadiens gedraftet worden war, in acht Nordamerika-Jahren allerdings nie in der NHL eingesetzt wurde. Der eher schmächtige Angreifer gilt als harter, nie aufmüpfiger Arbeiter. Als «schwierig und etwas frustrierend» bezeichnet er seine Situation; er sagt, er sei überall und doch nirgends richtig dabei, die Integration ins Team sei wegen der ständigen Herumschieberei ein schwieriges Unterfangen.

Für die Tigers und Langenthal hat er jeweils fünf Partien absolviert, in La Chaux-de-Fonds ist er elfmal berücksichtigt worden. Fünf Tore und neun Assists sind die Ausbeute, den Rhythmus hat er verständlicherweise nie richtig gefunden.

Seit sechs Jahren ist Himelfarb mit einer Schweizerin verheiratet. Seine Liebste lernte er während seines Gastspiels in Lausanne kennen, «beim Kaffeekaufen», wie er schmunzelnd erzählt. Er war davon ausgegangen, den Pass im November zu kriegen, die Mühlen der Bürokratie aber mahlen langsam. Offenbar wurde Himelfarb am Ende der vergangenen Spielzeit von Thurgau beim Amt abgemeldet, formal fehlen ihm daher viele Tage Aufenthalt im Land.

Tigers-Sportchef Jörg Reber spricht von einer mühsamen Situation: «Wir können schlichtweg nicht abschätzen, wann er eingebürgert wird.» Die helvetische Staatsbürgerschaft dürfte seine Karriere hierzulande um einige Jahre verlängern, in Langnau wird sie Vor­aussetzung für eine allfällige Weiterbeschäftigung sein. Zwar hat Trainer Heinz Ehlers zuletzt mehrmals lobende Worte für den 34-Jährigen gefunden. Als Ausländer jedoch genügt der Center den Ansprüchen nicht mehr.

Das Theater in Leksand

Mit Reber spielte Himelfarb einst beim EHC Biel zusammen, den unlängst verpflichteten Andreas Thuresson kennt er aus gemeinsamen Zeiten in Malmö. Durch den Transfer des Schweden ist er in der Hierarchie der Ausländer ­weiter nach hinten gerutscht, auf Position sechs.

Am Dienstag gegen Biel jedoch durfte er wieder einmal mittun. Und wer sich mit Reber unterhält, kommt zum Schluss, dass eine neuerliche Ausleihe so bald nicht geplant ist. Ein wenig Planungssicherheit also dürfte der Angreifer haben; heute Freitagabend in Davos jedoch könnte er schon wieder überzählig sein.

Seine Lage in Langnau mag Himelfarb nicht dramatisieren – in seiner Karriere hat er schliesslich weitaus Turbulenteres erlebt. Die Saison 2014/2015 begann er in Leksand, einen Monat nach Meisterschaftsstart erhielt er die Kündigung. Sein Agent sondierte den Markt, wurde schon nach ­anderthalb Wochen fündig – bei Leksand. Die Schweden waren in Personalnot geraten und öffneten die Arme wieder; Himelfarb erhielt einen Vertrag für vier Spiele. Danach war er wieder unerwünscht, wartete im Hotel auf Angebote. Und was geschah? Leksand reaktivierte seinen ursprünglichen Vertrag... (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.12.2017, 10:10 Uhr

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