Kontinuität dank Jalonen, Ruhe dank MacDonald

Der SC Bern verlängert mit dem Trainer und verpflichtet einen fünften Ausländer.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Am Vormittag eine Verlängerung, am Nachmittag eine Verletzung, am Abend eine Verpflichtung: Der SC Bern hatte gestern ein Mitteilungsbedürfnis. Als Erstes bestätigte der Club, was seit Wochen klar gewesen war: Trainer Kari Jalonen bleibt in Bern. Der 59 Jahre alte Finne einigte sich mit den Verantwortlichen auf eine Verlängerung des Kontrakts bis Frühling 2021. «Bei uns laufen viele Verträge aus. Dies gibt uns die Möglichkeit, einen Umbruch vorzunehmen», sagt Sportchef Alex Chatelain. «Und wir sind der Überzeugung, dass die Erfolgsaussichten dabei grösser sind, wenn wir beim Trainer Stabilität haben.»

Jalonen bürgt in Bern seit 2016 für Stabilität und Erfolg. Wäre es nach dem Wunsch des Finnen gegangen, er hätte den Vertrag um zwei Saisons verlängert. Die Clubverantwortlichen präferierten ein Jahr und setzten sich durch. Von einem Misstrauensvotum will Chatelain nichts wissen. «Kari steht in seiner vierten Saison. Es ist sinnvoll, schauen wir künftig von Jahr zu Jahr, ob und wie es weitergehen soll.» Wird der Finne im Verlauf dieser Spielzeit nicht entlassen, steigt er zum SCB-Trainer mit der längsten Amtszeit seit Einführung des Playoff auf. Den Rekord hält Bill Gilligan mit vier Saisons (1988 bis 1992).

Hahn für den Hühnerstall

Auf die Meldung von Jalonens Verlängerung folgte die Nachricht vom Ausfall André Heims. Der Center zog sich gegen Lugano einen Bauchmuskelriss zu. Er fällt vier bis sechs Wochen aus. Heim wird der Equipe zweifelsfrei fehlen. Ihre grösste Bau­stelle aber befindet sich in der Abwehr. Werden die Berner unter Druck gesetzt, geht ihnen die Ruhe ab. Verteidiger Eric Blum sagte am Freitag: «Dann irren wir wie blinde Hühner herum.»

Beim Spiel heute in Ambri dürfte Blum ebenso verletzt fehlen wie Beat Gerber und Justin Krueger. Dafür erhält ein Ver­teidiger Auslauf, dem danachder Platz auf der Tribüne droht: Miika Koivisto. Für den formschwachen Finnen kam die gestrige Abendmeldung einer Hiobsbotschaft gleich, verkündete doch der Club das Engagement des Abwehrspielers Andrew MacDonald bis Saisonende. Der Kanadier (33, 609 NHL-Partien) erhielt nach sechs Jahren in Philadelphia keinen neuen Vertrag mehr. Zuletzt versuchte er sich im Trainingscamp von Calgary aufzudrängen. Mit MacDonald erhält der SCB keinen filigranen Offensivverteidiger. Chatelain sagt: «Seine grösste Stärke ist die Auslösung unter Druck. Er ist ein Leadertyp, der sich in Europa beweisen will.»


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