Kanadischer Liebling macht den Unterschied

Die SCL Tigers sind mit einem ungefährdeten 3:1-Heimsieg in die NLB-Halbfinalserie gegen La Chaux-de-Fonds gestartet. Bei den überlegenen Langnauern ragte Chris DiDomenico heraus – der Stürmer war an sämtlichen Toren beteiligt.

Feierstimmung in Langnau: Die SCL Tigers freuen sich über den Sieg im ersten Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen La Chaux-de-Fonds.

Feierstimmung in Langnau: Die SCL Tigers freuen sich über den Sieg im ersten Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen La Chaux-de-Fonds.

(Bild: Keystone)

Der Nachname klingt wie jener eines italienischen Restaurants. Aber Chris DiDomenico ist Eishockeyspieler, nicht Pizzabäcker. Der Kanadier weilt seit Monatsfrist bei den SCL Tigers und hat innert Kürze den Status des Publikumslieblings erlangt. Nach seiner Darbietung im ersten Playoff-Halbfinalspiel gegen La Chaux-de-Fonds wird seine Anhängerschaft gewiss noch grösser werden.

Der Angreifer war Dreh- und Angelpunkt beim Absteiger; er bereitete die ersten zwei Treffer seiner Sturmpartner Raphael Kuonen (5.) sowie Tobias Bucher (23.) mustergültig vor und sorgte mit dem 3:0 nach einer sehenswerten Kombination über vier Stationen für die Entscheidung (48.).

«Es lief nicht schlecht», sagte DiDomenico. Die Wortwahl passte zum ruhigen und bescheidenen Typen, der 2009 mit der kanadischen U-20-Auswahl Weltmeister geworden war, später aufgrund eines «Totalschadens» im linken Oberschenkel jedoch ein Jahr lang pausieren musste und die letzten anderthalb Spielzeiten in der nur Insidern geläufigen italienischen Serie A1 verbrachte.

Gustafssons Ausfall

Für die Emmentaler war es ein Auftakt nach Mass in die Halbfinalserie. Der Absteiger war in allen Belangen überlegen, gewann das Gros der Zweikämpfe, liess nur eine Handvoll gefährlicher Chancen zu. Vor 5377 Zuschauern agierte die Equipe Bengt-Ake Gustafssons entschlossen und aggressiv wie selten zuvor in dieser Saison. «Wir haben keine schlechte Falle gemacht», meinte Gustafsson, «die Mannschaft arbeitete solidarisch.» Einziger Makel war die Effizienz – der 3:1-Erfolg fiel um zwei, drei Tore zu gering aus.

Auch Chris DiDomenico erwähnte, jeder habe dem anderen so gut es eben ging geholfen. Dem 25-Jährigen gefällt es in Langnau («die Fans hier sind im positiven Sinn verrückt»); die Vereinsverantwortlichen können sich dem Vernehmen nach gut vorstellen, den Kanadier über diese Saison hinaus zu beschäftigen, wenngleich entsprechende Gespräche niemand bestätigen will. Juraj Kolnik jedenfalls dürfte im Emmental keine Zukunft haben. Der slowakische Angreifer war einmal mehr überzähliger Ausländer, er soll seinen Unmut über die für ihn unvorteilhafte Situation geäussert haben.

Kaum Grund zur Freude hatte überdies Trainersohn Anton Gustafsson. Der Stürmer wurde Ende des zweiten Abschnitts unsanft gegen die Bande gecheckt und blieb eine Zeit lang regungslos liegen. Der via TV-Sender Teleclub geäusserte Verdacht auf Hirnerschütterung blieb unmittelbar nach Spielende unbestätigt – heute werden medizinische Abklärungen folgen.

Morgen folgt in La Chaux-de-Fonds der zweite Vergleich in der Best-of-7-Serie. In der Uhrenstadt ist nach dem überraschenden Viertelfinalcoup gegen Qualifikationssieger Olten eine Eishockeyeuphorie ausgebrochen, erwartet werden weit über 4000 Zuschauer. Es sei wichtig, die ersten zehn Minuten zu überstehen, meinte Chris DiDomenico. Der Langnauer Playoff-Topskorer, dessen Vater tatsächlich in Italien aufwuchs, hofft auf ein spätes Saisonende. Kleine Brötchen mag er in Langnau keine backen.

Berner Zeitung

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