«Jeder hat ein höheres Ziel vor Augen»

Der 36-jährige Stürmer Sven Lindemann avancierte in Rapperswil-Jona mit zwei Toren zum Matchwinner. «Wir können das Tempo der Lakers mitgehen», sagt er.

Sven Lindemann im Einsatz.

Sven Lindemann im Einsatz.

(Bild: Keystone)

Reto Kirchhofer@rek_81

In Ihrer 19. Saison als Eishockeyprofi machen Sie eine neue Erfahrung: Ligaqualifikation. Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Rapperswil-Jona gereist? Sven Lindemann: Ich wusste nicht so recht, was auf uns zukommen wird. Der Gegner verfügt über einen anderen Rhythmus, entsprechend schwer taten wir uns zu Beginn. Je länger die Partie dauerte, desto besser konnten wir uns anpassen. Und nun hat jeder die Gewissheit: Wir können das Tempo der Lakers mitgehen, müssen uns nicht verstecken.

Zu Beginn vorsichtig, ab dem Mitteldrittel frecher – war dies die Taktik der Tigers? Ja, wir wollten dem Gegner nicht gleich ins Messer laufen, so wie uns dies gegen Olten widerfahren war. Defensiv sauber und clever starten, danach den Druck erhöhen, das klappte gut. Die Mannschaft zeigte eine tolle Leistung. Als Martin Stettler ausfiel, rückten die Verteidiger noch näher zusammen.

Sie erzielten zwei Tore, spielten mit sehr viel Energie. Erübrigt sich die Frage nach den Kraftreserven? Wer eine Playoff-Serie um den Aufstieg bestreiten darf, hat so oder so genug Energie. Die Saison dauert wohl noch zwei Wochen, jeder soll sich jetzt so richtig verausgaben – und darf von mir aus danach fünf, sechs Wochen Ferien machen (schmunzelt).

Die Feier des NLB-Titels am Dienstag, der Fokus auf die Ligaqualifikation ab Mittwoch: Wie schwierig war es, diesen mentalen Spagat zu bewältigen? Das Team ging sehr professionell damit um. Wir hatten am Dienstagabend eine Riesenfreude, wollten diese mit den Fans teilen. Danach startete die Vorbereitung auf Rapperswil. Jeder hat ein höheres Ziel vor Augen, der Zeitpunkt für die grosse Feier ist noch nicht gekommen. Wir können dann in zwei Wochen die Sau rauslassen – hoffentlich.

Wie bereitet sich das Team auf Spiel 2 am Ostersamstag vor? Was die Ausrichtung betrifft, müssen wir nicht viel ändern. Aber natürlich gibt es Punkte, die es zu verbessern gilt: Wir mussten dem Gegner mehrere gute bis sehr gute Chancen zugestehen, liessen selbst zu viele Möglichkeiten aus.

Der Verlierer der Ligaqualifikation wird sich nächste Saison womöglich mit dem EHC Arosa messen. Was halten Sie von den Aufstiegsambitionen Ihres Stammvereins? Ich bin gespannt, wie dieses Projekt ins Rollen kommt. Es ist eine interessante Geschichte, wäre eine coole Sache für das Dorf und den EHC. Der Klub hat eine grosse Tradition, ich drücke den Leuten die Daumen.

Aber Sie wollen nächste Saison nicht gegen Arosa, sondern in der NLA spielen. Auf jeden Fall. Interview: Reto Kirchhofer

Berner Zeitung

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