«Ich muss diese Punkteausbeute erst mal verdauen»

Ein Spieler ragte aus dem starken Kollektiv der SCL Tigers heraus. Kévin Hecquefeuille, 30-jähriger Verteidiger, war an allen fünf Toren der SCL Tigers beteiligt.

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Stephan Dietrich

Nur dass keine Missverständnisse aufkommen, im Alleingang hat Kévin Hecquefeuille Olten nicht geschlagen. Aber der Franzose war mit fünf Skorerpunkten natürlich der Langnauer Matchwinner. Da werden doch glatt die Erinnerungen an Todd Elik wach, der 1999 im siebten Liga-Qualifikationsspiel beim 7:2 gegen Chur an sämtlichen SCL-Toren beteiligt war.

Hecquefeuille stellte die Teamleistung vor seine eigene: «Ich denke, es war unser bestes Spiel in dieser Finalserie.» Insbesondere zuhause habe man zuvor stets Mühe gehabt, ins Spiel zu finden. «Diesmal sind wir in Führung gegangen. Das machte vieles einfacher.»

Drei Tore oder fünf Skorerpunkte in einem Spiel hatte der Verteidiger im Dress der SCL Tigers noch nie geschafft. Im Spiel 4 gegen Olten ging er als zweifacher Torschütze in die Statistik ein, obwohl er selber zugab, dass die Scheibe beim 1:0 noch von einem Teamkollegen abgefälscht worden war. Am Dienstag aber zielte Hecquefeuille haargenau. Die Weitschüsse in der 3. (1:0), 24. (3:1) und 45. Minute (4:2) passten perfekt. Beim 2:0 und beim 5:2 war er letzter Passgeber. «Ich muss diese Punkteausbeute erst mal verdauen», sagte Hecquefeuille und schmunzelte.

«Natürlich haben wir stets an uns geglaubt»

Das Ende der Serie fiel zugunsten der SCL Tigers aus, nach dem zwischenzeitlichen 2:3-Rückstand in der Finalserie gegen Olten war sich aber selbst Hecquefeuille seiner Sache nicht mehr ganz sicher gewesen. «Natürlich haben wir stets an uns geglaubt», resümierte er, «aber wir waren halt auch nahe daran, zu scheitern. Es ist kein gutes Gefühl, wenn die Reserven aufgebraucht, die Ferien derart nahe sind.»

Gestern waren Zweifel nie nötig, obwohl das Resultat nach zwei Dritteln (3:2) nicht annähernd mit der Leistung übereinstimmte. «Wir hätten höher führen können – ja müssen», sagte Hecquefeuille. Den Hauptgrund, warum die SCL Tigers als Sieger aus der Finalserie herausgingen, fand der Verteidiger beim Torhüter: «Ciaccio hat sehr, sehr stark gehalten. Er war unser Erfolgsgarant.»

Es versteht sich von selber, Feiern waren bei den SCL Tigers am Dienstag trotz NLB-Meistertitelkeine geplant. Die Saison ist nicht vorbei, bereits ab Donnerstag gehts um den Aufstieg in die NLA. Das grosse Saisonziel haben die SCL Tigers noch nicht erreicht. Dass bei Rapperswil-Jona der Topskorer Nicklas Danielsson noch für vier Spiele gesperrt ist, könnte den Emmentalern in die Karten spielen.

Berner Zeitung

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