Genoni: «95 Prozent reichen nicht»

Goalie Leonardo Genoni freut sich auf das heute beginnende Playoff. Für ihn wird es das letzte mit dem SC Bern sein.

<b>Leonardo Genoni</b> spielt diesen Frühling das letzte Mal mit dem SC Bern um den Meistertitel.

Leonardo Genoni spielt diesen Frühling das letzte Mal mit dem SC Bern um den Meistertitel.

(Bild: Christian Pfander)

Adrian Ruch

Leonardo Genoni, der SCB verpasste den Rekord von 92 Gegentoren in der Qualifikation letztlich klar. Sind Sie enttäuscht oder gar verärgert?
Enttäuscht schon, aber nicht wegen des Rekords, überhaupt nicht. Ich kannte die Bestmarke nicht einmal. Doch wir erhielten zuletzt stets drei oder vier Tore, das zeigt, dass es defensiv nicht mehr gut klappte. Zuvor waren wir erfolgreich gewesen, weil wir meistens maximal zwei Gegentore zugelassen hatten.

26 Gegentore in den letzten sieben Spielen – woran lag es?
Am Goalie respektive an den Goalies.

Das ist nun doch etwas gar selbstlos.
Aber es ist so, wir haben nicht mehr die gleiche Sicherheit ausgestrahlt wie zuvor. Klar, es hat jeder dazu beigetragen, dass es nicht mehr so gut funktionierte, aber es ist mein Job, Tore zu verhindern. Deshalb beginne beim Nennen der Gründe bei mir.

Kriegen Sie und Ihre Teamkollegen das Problem in den Griff?
Wir haben darüber diskutiert und schon Verbesserungen erzielt. In Langnau kassierten wir das zweite Tor wegen einer kleinen Unkonzentriertheit von mir, der dritte Treffer fiel auf sehr unglückliche Weise. Es stimmt zu 95 Prozent, aber 95 Prozent reichen nicht. Doch ich bin froh, liegt diese Phase hinter uns. Wir schauen nun vorwärts.

Mit welchen Gefühlen steigen Sie ins Playoff?
Mit Freude und mit Fokus.

Wie sieht es mit Zuversicht aus?
Ja, ich glaube, Zuversicht ist angebracht. Wir haben viele gute Spiele gezeigt. Wir wissen, was wir können, wir wissen, worauf wir achten müssen, wir wissen, wie es gut kommt.

Empfinden Sie es als speziell, zu wissen, dass Sie Bern nach dem Playoff verlassen werden?
Eigentlich nicht. Der Abgang ist für mich noch weit weg. Es ist nicht so, dass ich mich nun zurücklehne, aber auch nicht so, dass ich mich verkrampfe. Ich geniesse das Playoff, ohne weit vorauszuschauen. Denn das bringt nichts, lenkt dich ab und ist gefährlich.

Was ist die besondere Herausforderung gegen Servette?
Die Genfer spielen anders als die anderen Teams: gradliniger, emotionaler auch.

Berner Zeitung

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