Erste Niederlage nach neun Siegen

Der SC Langenthal verliert beim wahrscheinlichsten Playoff-Gegner Visp mit 2:5. Ein kapitaler Fehlstart führte zur Niederlage, die nicht unbedingt erwartet werden konnte.

Gestoppt: Robin Leblanc (SCL, rechts) bleibt hängen.

Gestoppt: Robin Leblanc (SCL, rechts) bleibt hängen. Bild: Leroy Ryser

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Vor dem gestrigen Spiel hätte man dem EHC Visp keinen Exploit gegen den SC Langenthal zugetraut. Mit nur vier Toren aus den letzten vier Partien galt insbesondere die Offensive als Problem der Walliser, gleich zweimal blieben sie zudem ohne Torerfolg. Hatte Langenthal die Statistik vielleicht zu genau studiert?

Nach 80 Sekunden waren bereits drei Tore gefallen, zwei davon kassierte SCL-Keeper Marco Mathis. «Wir waren nicht bereit», musste Jeffrey Füglister nach dem Match zugeben. «Eigentlich hätten wir es gewusst, und deshalb hätte das nie passieren dürfen.»

Bis der erste Treffer entstand, vergingen lediglich 20 Sekunden, Topskorer Dan Kissel bestrafte die unaufmerksame SCL-Defensive konsequent. Zwar glich Stefan Tschannen 31 Sekunden später aus. Dass Langenthal weitere 29 Sekunden danach abermals in Rückstand geriet, unterstrich die Startschwierigkeiten.

Langenthal erholte sich vorerst nicht wirklich. Visp blieb am Drücker. Beispielsweise in der 7. Minute entwischte Tomas Dolana, sein Alleingang konnte erst der oft alleingelassene, aber stark spielende Keeper Marco Mathis aufhalten. Gleiches galt für die 20. Minute, wo Martin Alihodzic zuerst noch am glänzend reagierenden Mathis scheiterte, dann aber alleinstehend den Abpraller übernehmen und verwerten konnte.

99 Prozent genügen nicht

Diesem 1:3 sprangen die Langenthaler, die erstmals wieder mit Michael Trüssel und Pierrick Pi­vron, dafür aber ohne die kranken Hans Pienitz, Aurélien Marti, Giacomo Dal Pian und Assistent Noël Guyaz antraten, bis ins letzte Drittel hinterher.

Im zweiten Abschnitt fingen sich die Gäste immerhin defensiv, offensiv fanden sie aber keine Lösung, den Visper Riegel zu durchbrechen. «99 Prozent genügen dann eben nicht», so Füglister weiter. Der Plan sei es zwar gewesen, gegen den möglichen Viertelfinalgegner Playoff-Eishockey zu spielen, nach neun Siegen in Folge gelang das aber nicht.

Wohl auch deshalb nahm Trainer Per Hånberg in der 48. Minute sein Time-out, um seine Spieler noch einmal aufzuwecken. Prompt durften die Oberaargauer wenige Sekunden später in Überzahl antreten.

Ein Schuss von Nico Dünner liess in der 52. Minute noch einmal Hoffnung aufkeimen. Reto Lory liess den zuvor abgelenkten, wohl aber dennoch haltbaren Versuch aus beträchtlicher Distanz passieren.

Trotz kapitalem Fehlstart schnupperten die Langenthaler damit bis zum Schluss an möglichen Punkten. Durch den Versuch, die Partie noch auszugleichen, kam plötzlich auch Visp wieder zu mehr Chancen.

In der 57. Minute musste Marco Mathis mit einem Hechtsprung eingreifen, als Tomas Dolana einen Abpraller zum 4:2 verwerten wollte. Der SCL-Keeper aber parierte heroisch und hielt seine Mannen weiter im Spiel.

Belohnt wurde diese Aktion aber nicht, denn zwei Minuten später entstand in Überzahl ein weiterer Konter, der nun von Mark van Guilder für die Entscheidung ausgenutzt wurde. Weil aber Marco Mathis das Tor auch danach noch für einen weiteren Feldspieler verliess, gelang es Van Guilder, aus dem eigenen Drittel heraus auch noch das 5:2 zu erzielen.

«Wir wollen einen guten Abschluss», kündete Füglister derweil an. Oder anders gesagt: Zwei Siege auswärts gegen Thurgau sowie zu Hause gegen Rapperswil würde das Selbstvertrauen vor den Playoffs weiter erhöhen.

Telegramm Visp – Langenthal 5:2 (3:1, 0:0, 2:1)
3078 Zuschauer. – SR Tscherrig/Wirth, Schüpbach/Wermeille.
Tore: 1. (0:20) Kissel (Schmidli) 1:0. 1. (0:51) Tschannen (Cadonau, Karlsson) 1:1. 2. Burgener (Alihodzic, Heynen) 2:1. 20. Alihodzic (Burgener, Sturny) 3:1. 52. Dünner (Völlmin) 3:2. 59. Van Guilder (Kissel, Heynen/Ausschluss Camperchioli!) 4:2. 60. Kissel (ins leere Tor) 5:2.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Visp; 2-mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Langenthal: Mathis; Cadonau, Rytz; Müller, Christen; Ahlström, Völlmin; Tschannen, Karlsson, Kelly; Füglister, Dünner, Meyer; Tom Gerber, Schommer, Leblanc; Hess, Malgin, Pivron; Trüssel.
Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell, Kummer (verletzt), Dal Pian, Marti, Pienitz (krank) und Colin Gerber (SCB Future). 48. Time-out Langenthal. SCL von 58:58 bis 59:27 mit sechs Feldspielern statt Goalie Mathis. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 14.02.2018, 11:59 Uhr

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