Entschlossen und dem Profil entsprechend

Vier Spielerinnen aus drei Nationen. Ihre Wege führten von Kanada, Schweden und Finnland nach Thun. Auch wenn ihr tägliches Leben unterschiedlich ist, haben sie eines gemeinsam: Sie wollen mit Bomo Erfolg haben.

Drei Teile des Quartetts: Valentina Ricca, Victoire Masure und Linda Österlund (v. l.).

Drei Teile des Quartetts: Valentina Ricca, Victoire Masure und Linda Österlund (v. l.). Bild: Iris Andermatt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Unterschiedlicher könnte das tägliche Leben der vier Bomo-Ausländerinnen nicht sein: Eine wohnt in Annecy, eine wohnt in Lausanne und zwei in Thun. Den grössten Stress nimmt Lara Escudero auf sich.

Die 23-Jährige ist seit Jahren eine Stütze des französischen Nationalteams. Von Montag bis Freitag wohnt und studiert sie in Annecy, trainiert sowohl mit den lokalen Nachwuchsteams als auch mit der ­«Pôle France»-Auswahl in Chambéry. Am Freitag gehts nach Thun, Training am Abend, Spiele am Wochenende und am Sonntag zurück nach Annecy. Das sind pro Wochenende knapp 500 Kilometer. «Am Anfang wars schwierig, jeden Freitag im Wochenendstau. Doch jetzt habe ich mich daran gewöhnt und kann mit der Müdigkeit besser umgehen.»

Thuner «Ausländer-WG»

Ähnlich hoch ist der Aufwand bei der 15-jährigen Torhüterin Victoire Masure, auch sie ist Französin und im U-18-Nationalteam. Sie ist in Le Mont-sur-Lausanne zu Hause, besucht eine Privatschule, spielt und trainiert mit den Lausanner Mini Top. Auch sie geht jeweils am Freitag auf die Reise: bis Bulle mit den Eltern, dann chauffiert sie Verteidigerin Cassandra Rensch, die Tochter von Sportchef Roger Rensch.

Die beiden andern Ausländerinnen, Linda Österlund aus Finnland und Valentina Ricca, die italienische Nationalverteidigerin, haben sich für den einfacheren Weg entschieden. Beide wohnen in der Thuner «Ausländer-WG», die jeweils am Wochenende Verstärkung durch Escudero erhält. Das WG-Konzept ist ein Projekt, das die Thuner seit Jahren pflegen. Österlund und Ricca gefällt das WG-Leben, sie fühlen sich in ihrer Rolle als «unbezahlte Professionals», die den Lebensunterhalt selber bestreiten, wohl. «Wir sind jeden Tag auf dem Eis, trainieren und helfen im Nachwuchs mit. Das bringt uns weiter.»

«Neue Herausforderung»

So unterschiedlich ihre Wege, die sie nach Thun führten, auch sind, sie haben ein gemeinsames Ziel: «Wir sehen den Wechsel als weiteren Schritt in unserer Karriere, als neue Herausforderung», sagt Lara Escudero stellvertretend. Die 23-Jährige kam aus Kanada, vom College-Team Cégep de St. Laurent, ins Berner Oberland. Valentina Ricca wechselte nach vier Jahren in Schwedens Topliga bei Sundsvall zu Thun, und Linda Österlund kam aus der zweiten finnischen Liga. Bomos Verantwortliche sind des Lobes voll: «Sie entsprechen genau dem ­Profil, das wir gesucht haben: Sie sind Leader, mannschaftsdienlich und in jeder Beziehung Vorbilder», lobt Sportchef Rensch.

Ihre Ziele sind klar umrissen: «Dem Team helfen, erstmals eine Medaille zu gewinnen», sagt Österlund. «Wir wollen das neue Spielsystem verfeinern», fügt Ricca bei. Und Topskorerin Escudero meint: «Wir gewinnen und verlieren als Team.» Es sind Aussagen, die man immer wieder hört. In vielen Fällen sind es einfach Plattitüden. Den Bomo-Ausländerinnen kauft man sie ab.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 15.11.2016, 11:23 Uhr

Zufrieden, aber ...

Unabhängig vom letzten Meisterschaftsresultat (1:2 n. V. zu Hause gegen Weinfelden, es fehlten Lara Escudero, Anja Schwarz und Tess Allemann) sei er mit dem Verlauf der Qualifikationsrunde zufrieden, sagt der neue Trainer Steve Huard. «Die meisten Spielerinnen haben sich ans neue Spielsystem angepasst. «Wir sind stärker geworden, und unser Ziel ist und bleibt die Playoff-Teilnahme.»

Bomo startet mit drei Punkten Vorsprung auf Weinfelden in die Masterround, doch Huard will sich nicht nur an Weinfelden orientieren. «Wir streben eine Medaille an, deshalb muss es unser Ziel sein, auch gegen die ZSC Lions, Neuenburg und Lugano Punkte zu holen.

Artikel zum Thema

Sieg und Niederlage

Bomo musste gegen die ZSC Lions unten durch und siegte einen Tag später gegen Weinfelden. Mehr...

Harte Arbeit soll sich lohnen

Bomo Thun will mit einer neuen sportlichen Führung und neuen Ausländerinnen endlich eine Medaille gewinnen. Der Start ist dem Team mit zwei Niederlagen ­allerdings misslungen. Mehr...

Paid Post

Kinderwunsch? Folsäure!

Erfahren Sie, warum Folsäure schon vor der Schwangerschaft wichtig ist.

Kommentare

Blogs

Sportblog Ich, ich, ich!

Gartenblog Mundraub: Essbares von öffentlichem Grund

Newsletter

Immer die Region zuerst. Am Wochenende.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende.
Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Hammerschlag für die Kunst: 15 Asylsuchende aus Afghanistan, Eritrea und Sri Lanka arbeiten im Kunstsilo in Emmen für die Ausstellung «Ich bin hier». (21. September 2017)
(Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey) Mehr...