Ebbett für die Torflut, Boucher pokert

Der kanadische Stürmer Andrew Ebbett dürfte zum SC Bern wechseln. Es erscheint aber unsicherer denn je, ob er in Bern von Guy Boucher trainiert würde.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Das Ausländerkarussell beim SC Bern dreht immer schneller. Vier Sitze respektive Plätze sind zu vergeben – sie sollen allesamt mit Stürmern besetzt werden. Zwei Spieler haben ihren Platz bereits auf sicher: Chuck Kobasew und Zuzug Cory Conacher.

Zuletzt wurden Angreifer wie Mark Arcobello (dürfte in der NHL einen Ein-Weg-Vertrag erhalten) und Justin Azevedo (wird von seinem Agenten angepriesen) aus verschiedenen Richtungen aufs SCB-Karussell gesetzt, aber sogleich wieder abgeworfen. Dem Vernehmen nach scheinen die Berner mittlerweile den dritten Platz fix vergeben zu haben: Center Andrew Ebbett dürfte aus der American Hockey League zum SCB wechseln.

Punktesammler in der AHL

Ebbett ist 32 Jahre alt; sein Vertrag mit der NHL-Franchise Pittsburgh Penguins läuft aus. In der vergangenen Spielzeit hatte er für Pittsburgh 24 NHL-Partien bestritten, ehe er zum Farmteam Wilkes-Barre Scranton Penguins abgeschoben wurde. Der Angreifer aus dem kanadischen Vernon war in der AHL jahrelang ein zuverlässiger Skorer mit fast einem Punkt pro Begegnung (357 AHL-Spiele, 342 Punkte). Scouts beschreiben den 178 Zentimeter grossen und 78 Kilogramm schweren Ebbett als schnellen Läufer, guten Spielmacher und Schützen mit starker Slot-Präsenz.

In der NHL hat er jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen: Aus den Engagements bei Anaheim, Phoenix, Vancouver und Pittsburgh totalisiert Ebbett 243 Spiele (74 Punkte). Sein Ex-Coach Dave Tippett sagte einst: «Ebbett hat seinen Platz in der NHL als Topspieler und Skorer nicht gefunden. Die Frage ist, ob er sich damit abfinden kann, auf höchstem Level zum Rollenspieler mit defensiven Aufgaben zu werden.» Nun scheint es, als wolle der 32-Jährige sein Glück in Europa versuchen. Kommt der Transfer zustande, würde Ebbett nach den Abgängen von Byron Ritchie und Ryan Gardner eine weitere Vakanz auf der SCB-Mittelachse besetzen.

Berns bange 4-B-Frage

Dave Tippett übrigens ist Trainer bei Arizona mit weiterlaufendem Vertrag; er wird dieser Tage dennoch fleissig als Kandidat bei diversen NHL-Klubs herumgeboten. Selbiges trifft auf Guy Boucher zu. Bis vor kurzem haben die Klubverantwortlichen des SCB und der Kanadier sämtliche Spekulationen als Gerüchte abgetan. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der 43-Jährige bei einer konkreten Offerte gewillt ist, von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen und die Berner vorzeitig zu verlassen.

Boucher hatte zwar gesagt, er biete sich nirgendwo an, zuletzt betrieb der Coach in nordamerikanischen Medien aber durchaus Werbung in eigener Sache. Zurzeit verhandelt er mit einigen Organisationen, wobei ihn vor allem Avancen aus Toronto zur Rückkehr in die NHL bewegen könnten. Die Maple Leafs warten seit 1966 auf den Stanley-Cup-Triumph und liebäugeln mit dem Engagement Bouchers; er soll Struktur ins Team des Traditionsklubs zurückbringen.

Für Sportchef Sven Leuenberger ist die Situation heikel: Er stellt die Mannschaft für die kommende Saison auch nach den Wünschen des Kanadiers zusammen, hat aber keine Planungssicherheit. Die 4-B-Frage («Bleibt Boucher bei Bern?») dürfte die Beteiligten jedenfalls noch einige Zeit auf Trab halten.

Definitives gibt es punkto Champions Hockey League zu vermelden: Der SCB wird die Auswärtspartien im Norden innert dreier Tage bestreiten: am 21.August gegen Antti Törmänens IFK Helsinki, am 23.August bei Linköping.

Berner Zeitung

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