Die Krieger mit dem positiven Druck

Dan Weisskopf ist aufgestiegen und abgestiegen. Der Bieler in Langnauer Diensten kennt sich mit heiklen Situationen also bestens aus. Am Dienstag (19.45 Uhr, Ilfishalle) will er mit seinen Teamkollegen Davos fordern.

Dan Weisskopf will seinen Gegenspielern auch heute einen Schritt voraus sein.

Dan Weisskopf will seinen Gegenspielern auch heute einen Schritt voraus sein.

(Bild: Andreas Blatter)

Stephan Dietrich

Dan Weisskopf spricht von der «totalen Motivation». Zehn Runden haben die SCL Tigers noch zu absolvieren – zehn wegweisende Runden. Ambri auf Rang sieben und die elftplatzierten Langnauer trennen gerade einmal sieben Punkte. Die Schlussphase der Qualifikation ist also lanciert. Gewiss: Die SCL Tigers verloren am Samstag in Ambri 0:2, dennoch sind sie mit sechs Siegen und zwei Niederlagen das drittstärkste Team in diesem Jahr.

«Seit Neujahr haben wir viel an unserer Strategie gearbeitet, es ist wichtig, dass jeder weiss, was er tun muss», erklärt Dan Weisskopf die Leistungssteigerung. Freilich hätten die wenigsten auf den Aufsteiger als Playoff-Teilnehmer gewettet. «Aber als oberstes Ziel haben wir uns die Playoffs gesetzt, weil es immer schöner ist, wenn du etwas Grosses erreichen kannst. Orientierst du dich am Minimum, wirst du weniger als das erreichen.»

«Jeder geht für jeden»

Weisskopf weiss, wovon er spricht. Im letzten Frühling erlebte er den schlimmsten Moment seiner Karriere. Mit den Rapperswil-Jona Lakers hatte er in der Ligaqualifikation den SCL Tigers nichts entgegenzusetzen, der Abstieg war nach vier Niederlagen in Folge besiegelt. «Ich kannte dieses Team also», sagt der 26-Jährige und beginnt zu schmunzeln, «leider». Eine Mannschaft von Kriegern hätten die Langnauer, «jeder geht für jeden. Diese Mentalität stellt einen grossen Unterschied zur letztjährigen Lakers-Mannschaft dar, das hatten wir nicht.» Der Verteidiger weiss mit heiklen Situationen umzugehen: 2008 war er mit seinem Stammverein Biel in die NLA aufgestiegen, vor zwei Jahren verpasste er mit dem SC Bern die Playoffs. «Diese Erfahrungen bringen mir extrem viel. Ich mache mir immer wieder Gedanken, arbeite ständig an mir», hält Weisskopf fest.

Es lassen sich durchaus Parallelen zur Aktualität herstellen, kämpfen die Stadtberner bekanntlich wieder mit Problemen – und sind plötzlich ein direkter Konkurrent der SCL Tigers um einen Playoff-Platz. «Aber wir haben positiven Druck», beschreibt Weisskopf die Ausgangslage der Emmentaler.

Strenge Woche

Dan Weisskopf gehört zu den Top-4-Verteidigern der SCL Tigers. «Ja und nein», antwortet er jedoch auf die Frage, ob er mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden sei. «Ich könnte noch mehr Einfluss auf die Offensive nehmen, aber weil für uns viele Spiele eng verlaufen, habe ich bis jetzt mehr auf die Sicherheit geachtet, anstatt nach vorne zu gehen.» Er sei zufrieden mit Weisskopf, sagt derweil Tigers-Sportchef Jörg Reber, fügt aber an: «Seine Leistungen könnten noch konstanter werden.»

Am Dienstag um 19.45 Uhr gastiert nun der HC Davos in der Ilfishalle. Bereits zweimal konnte die Equipe Benoît Laportes den Meister besiegen. «Gegen Davos musst du während 60 Minuten voll konzentriert sein und alles richtig machen», sagt Weisskopf.

Viel Zeit zum Grübeln hatten die SCL Tigers nach der Nieder­lage in Ambri also nicht, zumal in dieser Woche gegen Lugano und Lausanne weitere wichtige Partien anstehen. «Zum Glück, dann kannst du nur nach vorne schauen», sagt Weisskopf. Diese Aus­sage dürfte Sportchef Reber ­gefallen. Er hält ohnehin nichts von Rechenspielen. «Am besten schauen wir die Tabelle gar nicht an.»

Berner Zeitung

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