Der Wille des SCB ebnet den Weg

Der SC Bern hat sich gegen den HC Davos in der Verlängerung durchgesetzt; es handelt sich um den sechsten Triumph über die Bündner in Folge. Kämpferisch war der Auftritt makellos, spielerisch gibt es reichlich Luft nach oben.

Sekunden vor der Entscheidung: Christian Dubé bereitet jenen Schuss vor, welchen Leonardo Genoni passieren lassen wird.

Sekunden vor der Entscheidung: Christian Dubé bereitet jenen Schuss vor, welchen Leonardo Genoni passieren lassen wird.

(Bild: Keystone)

Die SCB-Spieler werden die heutige Busfahrt nach Lugano entspannt in Angriff nehmen. Der Druck, welcher auf der durchzogen gestarteten Meistermannschaft lastet, ist nach dem gestrigen 2:1-Sieg über den HC Davos ein bisschen geringer geworden. Nachdem Pascal Berger in der 52. Minute der Ausgleich geglückt war, bescherte Christian Dubé dem Team und seinem Trainer Larry Huras nach Vorarbeit des erstmals nominierten Simon Gamache in der 92. Sekunde der Verlängerung den in diesem Fall enorm wichtigen Triumph. Es war der verdiente Lohn für eine Darbietung, an der es in kämpferischer Hinsicht nichts zu bemängeln gibt. Bei den Freunden gehobener Eishockeykunst vermochten die Berner freilich keine Punkte zu sammeln.

Feuerwehrmann Bührer

Der HC Davos gehört zu jenen Mannschaften, deren Spielstile dem SC Bern offensichtlich behagen. Im letzten Winter hatte Huras’ Auswahl die vier Qualifikationspartien für sich entschieden; vor zwei Wochen im Landwassertal behielten ebenfalls die Gäste die Oberhand. Auch gestern stellten die Bündner keine sonderlich hohe Hürde dar, die Berner sich in den ersten 50 Minuten jedoch auch nicht sonderlich geschickt an. Lassen die Erfolgserlebnisse auf sich warten, macht sich Verunsicherung breit. Exemplarisch belegen lässt sich diese These anhand des Verhaltens von Caryl Neuenschwander in der 34. Minute, als er sich, in guter Abschlussposition befindend, für ein Zuspiel ins Niemandsland entschied. Der gleichen Kategorie zuzuordnen ist Ryan Gardners «blinder» Backhand-Pass vor das eigene Tor, erfolgt in der 36. Minute. Der Hüne darf sich glücklich schätzen, verstolperte der verdutzte Davoser Angreifer die Scheibe. Zwischen diesen Szenen kam es zu einem Schlagabtausch zwischen Philippe Furrer und Robin Grossmann. Das Publikum würdigte den Punktsieg des SCB-Verteidigers mit tosendem Applaus, der Spieler dürfte trotz längerer Präsenz auf der Strafbank zumindest etwas Frust abgebaut haben

Die Gäste waren keineswegs besser, verfügten jedoch über eine Angriffsformation, welche jederzeit in der Lage schien, einen Treffer zu erzielen. Center Josef Marha und seine tschechischen Landsleute Petr Sykora und Jaroslav Bednar liessen Scheibe wie Gegner laufen und gelangten auf diese Weise immer wieder zu Einschussmöglichkeiten. In der 31. Minute musste sich der ausgezeichnet disponierte, jedoch etwas gar häufig auf sich gestellte Marco Bührer Topskorer Bednar geschlagen geben. Er gewöhne sich daran, erwiderte der dabei schmunzelnde SCB-Torhüter auf die Frage, wie es sich anfühle, den Feuerwehrmann zu markieren, derweil die Kollegen vorne versuchen, den Gegner vom Feld zu arbeiten.

Nach getaner Arbeit wurde einer besonders gefeiert. «Gamache ist einer von uns», ertönte es von der Stehrampe. Seitens des SCB ist der Kanadier statistisch erfolgreichster Akteur. Den gelben Helm trug gestern jedoch der acht Skorerpunkte aufweisende Verteidiger Travis Roche, weil jene elf Zähler, die sich Gamache im Gottéron-Dress hatte gutschreiben lassen, in dieser Wertung nicht berücksichtigt werden. In Berner Diensten dürfte es ihm schwerer Fallen, sein Konto zu äufnen. Ansätze waren jedoch vorhanden, mit Dubé versteht er sich ausgezeichnet. «Grossartig» sei es gewesen, in die PostFinance-Arena zurückzukehren, resümierte der ob der Geste der Zuschauer sichtlich gerührte Flügel, blickte aber sogleich nach vorne: «In Lugano müssen wir einfach mehr Tore schiessen.»Micha JeggeTelegramm/Tabelle Seite 18>

Berner Zeitung

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