Der Regisseur gefällt als Vorarbeiter

Der SC Bern hat sich gegen Gottéron 5:1 durchgesetzt. Die Equipe von Larry Huras war in der ausverkauften PostFinance-Arena überlegen – nicht zuletzt dank Christian Dubé.

Christian Dubé (an der Scheibe) und Simon Gamache (links) werden wohl auch in nächste Saison gemeinsam auftreten – für Gottéron.

Christian Dubé (an der Scheibe) und Simon Gamache (links) werden wohl auch in nächste Saison gemeinsam auftreten – für Gottéron.

(Bild: Andreas Blatter)

Die Serie läuft weiter. Sollte der SC Bern im morgigen Derby gegen die SCL Tigers erneut obenaus schwingen, stünde er mit zehn Siegen in Folge da. Gottéron vermochte den Meister in dessen Behausung kaum zu fordern; die Auswahl von Larry Huras hinterliess nicht zuletzt in Überzahl einen ausgezeichneten Eindruck. Das 5:1 spiegelt die Kräfteverhältnisse des gestrigen Abends, welcher über weite Strecken im Zeichen Christian Dubés stand.

Der Franko-Kanadier ist seit ein paar Wochen in vieler Munde. Der 33-Jährige scheint nicht unglücklich zu sein, verzichtet der SCB auf die Option, ihn auch im nächsten Winter zu beschäftigen. Dubé steht vor der Vertragsunterzeichnung mit Gottéron; die Freiburger sollen dem verletzungsanfälligen Regisseur eine lukrative Mehrjahresofferte unterbreitet haben. Im Matchprogramm bekräftigte der Routinier, für ihn gebe es derzeit nur ein Ziel: mit den Bernern zum dritten Mal Meister zu werden. Heute wird er im Saanenland höchstwahrscheinlich als künftiges Aushängeschild vorgestellt; mittags ist eine Medienorientierung angesetzt. Anwesend werde er dort nicht sein, sagt der Center, gesteht jedoch, die Verhandlungen seien «weit fortgeschritten».

Mowers’ Ausraster

Die französischsprachige Tageszeitung Freiburgs hatte in ihrer gestrigen Ausgabe prophezeit, Dubé werde sich am Abend «in den Mund des Drachens werfen». In der Tat schien der Québécois von Beginn weg bestrebt, den Funken zu zünden, dem Ungeheuer in gegnerischen Diensten den Schneid abzukaufen. Nach 24 Sekunden legte er sich mit dem Schweden Björn Melin an. Gut vier Minuten später beschäftigte er zwei Gegner, derweil Simon Gamache Jean-Pierre-Vigier bediente, worauf die Arbeitsbiene die Gastgeber mit der Präzision eines Künstlers in Führung brachte. In der elften Minute provozierte Dubé den diesbezüglich labilen Shawn Heins, welcher sich zu einem Racheakt verleiten liess, auf die Strafbank geschickt wurde und sitzend registrierte, wie Gamache die Differenz verdoppelte.

Der Flügel hatte die Saison als überzähliger SCB-Ausländer bei Gottéron begonnen und reichlich Skorerpunkte gesammelt. Es überraschte nicht, würde er den gleichen Weg einschlagen wie sein Freund Dubé, der im mittleren Abschnitt dem dritten Berner Torschützen Ivo Rüthemann assistierte und kurz darauf Ryan Gardner lancierte.

Das Zuspiel war sehenswert, aber des Guten zu viel, gleitet doch der hünenhafte Gardner bestenfalls halb so schnell über das Eis wie der um einen Kopf kleinere Gamache. Er sei nicht speziell motiviert gewesen, sagte Dubé. «Aber Spiele gegen Gottéron sind einfach speziell, und heute waren wir besser.»

Was sonst noch geschah, lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Mark Mowers wurde von Travis Roche behindert, liess sich mit Verzögerung fallen und hätte die Strafbank aufsuchen müssen. Stattdessen deckte er Schiedsrichter Brent Reiber mit unschönen Worten ein, warf einen Küchenstuhl aufs Eis und stapfte frustriert Richtung Garderobe. Beat Gerber erzielte im Schlussdrittel sein erstes Saisontor – der Verteidiger war dabei vom omnipräsenten Dubé bedient worden.

Berner Zeitung

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