Grosser Jubel auch im Bucheggberg

Brügglen

Die SCL Tigers sorgen für Hochstimmung. Zu spüren ist dies auch im Bucheggberg, an der bernisch-solothurnischen Grenze. Das zeigt ein Augenschein am Ostermontag im Schopf von Kurt Müller in Brügglen SO.

Die SCL Tigers sorgen für Hochstimmung. Zu spüren ist dies auch im Bucheggberg, an der bernisch-solothurnischen Grenze.

Die SCL Tigers sorgen für Hochstimmung. Zu spüren ist dies auch im Bucheggberg, an der bernisch-solothurnischen Grenze.

(Bild: Hans W)

Die Anspannung ist kaum noch auszuhalten. Gerade eben haben die Rapperswil-Jona Lakers Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 3:3 geschafft. «Schon wieder ein Treffer in der letzten Minute», sagt Kurt Müller. «Dabei haben die Tigers auch heute wieder eine sehr gute Leistung gezeigt.» Trotzdem geht es erneut in die Verlängerung. Der 55-jährige Kurt Müller, der von seinen Freunden Küdle genannt wird, ist nicht der Einzige, der sich ein anderes Ende nach der regulären Spielzeit erhofft hat.

In seinem Schopf in Brügglen schauen sich an diesem Ostermontag rund 40 Tigers-Fans die Liveübertragung auf einer Leinwand an. Das ist nicht das erste Mal. Seit der NLB-Finalserie gegen Olten ist der Schopf zum Treffpunkt der Langnau-Fans in der Region geworden. Unterstützt wird Küdle bei der Organisation von seiner Frau Rosmarie, den Kindern Kevin und Steven sowie Neffe Michael. Für die Fans gibt es etwas zu trinken, oft nehmen diese selber etwas mit. Am Ostermontag setzt Küdle noch den Grill in Betrieb. Schliesslich gehört eine gute Bratwurst zu einem Eishockeymatch.

Leichte Nervosität

Mittlerweile hat die Verlängerung begonnen. Alle sitzen oder stehen wieder an ihrem Platz. Spürbar ist jetzt auch etwas Nervosität. Vor allem, wenn die Lakers im Drittel der Tigers auftauchen. Man hat ja schon so manches erlebt, der Abstieg vor zwei Jahren ist noch jedem in Erinnerung. Doch von diesem negativen Ereignis will heute niemand reden. Jetzt will man wieder zurück in die NLA, und das spürt man auch bei den Fans im Bucheggberg. «Die Zeit ist reif», sagt Patrick Ziegler aus Unterramsern. Er ist zusammen mit ein paar Kollegen der Hornussergesellschaft Aetingen nach Brügglen gekommen.

Die meisten der anwesenden Fans sind aus dem Bucheggberg – ein ländlich geprägter Bezirk des Kantons Solothurn, der fast vollständig vom Kanton Bern umgeben ist. Im Bucheggberg hat es seit je viele Tigers-Anhänger, die bei Heimspielen Richtung Emmental fahren. «Wieso es hier so viele Fans der Langnauer hat, ist schwer zu sagen», sagt Müller, der auch TK-Chef des EHC Bucheggberg ist. Es sei aber schon aussergewöhnlich. Er habe jeweils schon als Bub mit seinem Schwager Hans Reinhard aus Utzenstorf mitfahren können. Später dann nahm Küdle seine eigenen Buben ins Ilfisstadion mit. So ist es wohl noch vielen ergangen. Ein Fan, der Auto fahren konnte, füllte sein Auto und gab das Tigers-Fieber weiter.

Gustafssons Treffer

Sein Fahrer von damals, der heute 70-jährige Hans Reinhard, ist nach wie vor in der Ilfishalle anzutreffen. Heute aber sitzt er im Schopf bei Küdle. Er schaut sich das Spiel ebenso an wie Martin Gerber aus Leuzigen, der wegen einer Armverletzung die letzten Heimspiele verpasst hat. Die beiden sind Routiniers in Sachen Dramatik in der Geschichte des SC Langnau oder eben der SCL Tigers. Über einen allfälligen Aufstieg wollten die beiden in der Pause jedenfalls nicht sprechen.

Jetzt in der Verlängerung zeigen die Tigers-Spieler nun wieder mehr Initiative. Stürmer Chris DiDomenico passt vor dem Lakers-Tor auf den frei stehenden Anton Gustafsson, und dieser schiesst nach 3:26 Minuten in der Verlängerung das Tor, das alle von den Sitzen reisst. Jetzt gibt es kein Halten mehr, der Jubel ist riesengross. «Drei Siege gegen Rappi, jetzt können sie es am Donnerstag packen», sagt Küdle. Natürlich gibt es wieder eine Liveübertragung. Denn nicht alle haben ein Ticket für Langnau. Und wer weiss, vielleicht dauert es dann noch etwas länger. Denn der Aufstieg in die NLA ist definitiv greifbar geworden.

Berner Zeitung

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