Das Jahr der Entscheidung

Ende August fliegt der 19-jährige Langenthaler Yannick Rathgeb zurück in die USA. Vor ihm liegt seine zweite Saison in der kanadischen Juniorenliga. Es wird eine entscheidende sein, wie er selber sagt.

Ruhige Minuten in der Schweiz: Für Yannick Rathgeb reichte es auch zum Besuch des Tierparks in Langenthal. 
Der Hunger des Eishockeyspielers auf sportlichen Erfolg ist gross.

Ruhige Minuten in der Schweiz: Für Yannick Rathgeb reichte es auch zum Besuch des Tierparks in Langenthal. Der Hunger des Eishockeyspielers auf sportlichen Erfolg ist gross. Bild: Marcel Bieri

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Der Langenthaler Verteidiger Yannick Rathgeb beginnt das «Jahr der Entscheidung» mit einem Handicap, denn die ersten sechs Spiele wird er seinem Klub, den Plymouth Whalers in der Nähe von Detroit, fehlen. Der Grund: eine Sperre von zehn Spielen, die er sich gegen Ende der letzten Saison für einen Check gegen den Kopf eingehandelt hat. Eine Strafe, die er als «viel zu hart» taxiert, «gegen die man aber nichts machen kann».

Rückblende: Im Frühling 2013 unterschrieb der 18-jährige Langnauer Elitejunior Yannick Rathgeb einen Vertrag mit dem SC Langenthal, mit einer Ausstiegsklausel für einen Überseetransfer. Davon machte er am 3. Juli Gebrauch: Die Plymouth Whalers hatten ihn an 113. Stelle in der 2. Runde gezogen, die Vorarbeiten seines Agenten Andy Rufener, der vor Rathgeb bereits den heutigen Servettien Dario Truttmann nach Plymouth vermittelt hatte, zahlten sich aus. Für Rathgeb ging ein Traum in Erfüllung.

Ein Jahr später, am 27. Juni 2014, nach einer Auftaktsaison in einer der höchst dotierten Talentschmieden des nordamerikanischen Profihockeys, blieb der zweite Teil seines Traumes indes auf der Strecke. Sein Name blieb am NHL-Entry-Draft ungezogen. Aus der Traum? «Nein», sagt Rathgeb. «Sicher war ich zuerst enttäuscht, aber im Nachhinein ist es das Beste, was mir passieren konnte.»

Höhenflüge und Tiefpunkte

Eine erstaunliche Aussage, aber auch eine Aussage, die zeigt, wie reif Rathgeb ist und wie realistisch er seine Leistungen im ersten CHL-Jahr einschätzt. «Es war ein Auf und Ab, ein Eintauchen in eine völlig neue Welt. Wir haben als Team Hochs und Tiefs erlebt, aber wir haben uns aus der Misere – zehn Niederlagen in Folge – gearbeitet und uns schliesslich für die Playoffs qualifiziert.» Im Einklang mit der Entwicklung seines Teams gestalteten sich auch seine persönlichen Erfahrungen: «Ich hatte mehrmals mit Verletzungen zu kämpfen, meine Leistungen waren manchmal durchzogen, manchmal sehr gut. Kurz: Ich bin noch nicht dort, wo ich eigentlich sein möchte.»

Mit dem Negativerlebnis des ausgebliebenen NHL-Draft, den verbleibenden Spielsperren für die neue Saison und einem nicht nur positiven Fazit kehrte Yannick Rathgeb nach seiner ersten Spielzeit in der CHL zurück an seinen Wohnort Langenthal, nahm sich eine kurze Auszeit, kurierte seine Verletzungen aus und begann mit dem Sommertraining, zu Hause in Langenthal, mit seinen Kollegen vom SC, unter der Leitung von Jason O’Leary. «Ich bin Langenthal extrem dankbar für diese Möglichkeit.»

Zwischendurch gab es ein «Wiedersehen mit Freunden». Im Kreis der U-20-Nationalmannschaft fühlt sich der Langenthaler sichtlich wohl, auch «weil ich in meinem letzten Juniorenjahr eine andere Rolle spiele als früher und zu den Führungsspielern gehöre». Das hat auch Trainer John Fust so gesehen und Rathgeb zu seinem neuen Captain gemacht.

Noch sechs Spiele muss Yannick Rathgeb in der neuen Saison in Nordamerika pausieren. «Diese Zeit werde ich sinnvoll nutzen und weiter hart an meiner Fitness und der Ausdauer arbeiten.» Seine Zukunft in der NHL steht auf dem Spiel. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.08.2014, 13:52 Uhr

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