«Chris war impulsiv, flippte aus»

Der Spieler sei immer am längeren Hebel als der Klub, sagt Peter Jakob. Der Präsident des Tigers-Verwaltungsrates verrät, dass Chris DiDomenico dem Verein gedroht habe.

Peter Jakob, der Präsident des Tigers-Verwaltungsrates, verrät Details zum umstrittenen Abgang von DiDomenico. Im Bild: Jakob bei einem Podiumsgespräch nach dem Wiederaufstieg im Frühling 2015.

Peter Jakob, der Präsident des Tigers-Verwaltungsrates, verrät Details zum umstrittenen Abgang von DiDomenico. Im Bild: Jakob bei einem Podiumsgespräch nach dem Wiederaufstieg im Frühling 2015.

(Bild: Hans Wüthrich)

Wieso lassen die SCL Tigers Chris DiDomenico ziehen?Peter Jakob:Weil er unbedingt gehen wollte und das mehrmals auf sehr direkte Art und Weise zu verstehen gab.

Aber sein Vertrag wäre bis zum Frühling 2018 gelaufen, der Klub war am längeren Hebel.Eigentlich ist immer der Spieler am längeren Hebel. DiDomenico meinte, die NHL sei stets sein Traum gewesen. Nun erhält er unverhofft die Chance. Er sagte: «Lasst ihr mich nicht gehen, zerstört ihr meine Karriere.»

Drohte er Ihnen?Er sagte, er würde nie mehr in seinem Leben eine Sekunde für die Tigers spielen, wenn er hierbleiben müsse. Chris war sehr emotional, sehr impulsiv, flippte aus. Alle Beteiligten waren impulsiv. Ich bin nicht glücklich, wie diese Geschichte gelaufen ist. Aber ein frustrierter DiDomenico hätte wohl Unruhe ins Team gebracht.

So kurz vor Beginn der Platzierungsrunde hätte der Klub den Spieler schlichtweg zwingen müssen, zu bleiben.Wir führten intensive Gespräche. Aber was bringt dem Team ein Spieler, wenn er nicht mehr hier sein will, Stunk macht? Für uns war klar, dass wir DiDomenico bis zur Sicherung des Ligaerhalts halten wollen, ihn danach freigeben. Aber wegen des Transferschlusses in der NHL (1. März, die Red.) war dies unmöglich.

DiDomenicos Ambitionen sind verständlich. Aber hätten Sie das Wohl des Teams nicht über ein Einzelschicksal stellen sollen?Klar, wenn wir absteigen sollten, wird jeder sagen, dies sei wegen des DiDomenico-Abgangs passiert. Dank elf Punkten Vorsprung auf die Playout-Plätze ist unsere Lage komfortabel, nach menschlichem Ermessen werden wir den Ligaerhalt schaffen. Wir dürfen nicht in eine Negativspirale geraten. Sonst kann es heikel werden.

Nach Brendan Shinnimin und Rob Schremp verlässt bereits der dritte Ausländer Langnau während der Saison. Was kein gutes Zeichen ist für den Verein . . .. . . es sind unterschiedliche Fälle. Aber das beschäftigt mich sehr. Und ich habe Respekt von Folgewirkungen.

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Berner Zeitung

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