Chris McSorley verpokert sich

Eine Szene kurz vor Schluss der Playoff-Begegnung Servette - Bern sorgt für Aufregung.

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Adrian Ruch

Chris McSorley scheidet die Geister. Die Servette-Anhänger verehren ihn, viele andere verachten ihn wegen seiner zuweilen, schreiben wir mal, ungewöhnlichen Methoden. Ein Müsterchen aus seinem Repertoire bot der Coach der Genfer am Samstagabend, als er 139 Sekunden vor Schluss der Partie gegen Bern von den Schiedsrichtern den Stock Beat Gerbers kontrollieren liess. Der Schuss ging nach hinten los: Gerbers Arbeitsgerät wurde als korrekt taxiert, statt der SCB-Verteidiger musste Jack Skille auf der Strafbank Platz nehmen. Die Besucher hatten in der Folge keine Probleme, den 2:1-Vorsprung über die Zeit zu retten.

McSorley wäre nicht McSorley, käme er zur Einsicht, den Bogen für einmal überspannt zu haben. Stattdessen verlieh er seinem Ärger im Interview mit dem Schweizer Fernsehen Ausdruck: «Der Stock war klar illegal, der Schiedsrichter machte einen üblen Fehler bei der Art des Messens».

Stock in Schablone gedrückt

Gemäss der Regel muss die Schaufel zwischen 5 und 7,62 Zentimeter hoch sein. «Die Schablone war etwas kleiner, nur 7,5 Zentimeter hoch, also haben wir versucht, den Stock rein zu drücken, und das hat geklappt», erklärte Michael Tscherrig, einer der beiden Head-Schiedsrichter. McSorley monierte, der Stock sei nicht legal, sonst wäre er ohne Druck in die Öffnung geglitten.

Der Zampano an der Genfer Bande liess freilich ausser acht, dass Servette als Gastgeber eine veraltete Messlehre zur Verfügung stellte. Die Unparteiischen hätten Gerber nur bestrafen können, wenn dessen Stockschaufel eindeutig zu hoch gewesen wäre. «Die Regel besagt: Wenn man den Stock nicht messen kann, wird er als illegal taxiert, der Spieler darf ihn also nicht mehr benutzen. Aber es gibt für keine Mannschaft eine Strafe.

Aber wenn er bei 7,5 Zentimeter reingedrückt werden kann, hätte er bei 7,62 sowieso reingepasst», sagte Marc Wiegand, der andere Head-Schiedsrichter. Für einmal hat sich McSorley also verpokert und seinem Team gegen die Mutzen einen Bärendienst erwiesen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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