Axelsson und die schwedische Welle

Die Eishockey-Macht Schweden spielt in der NLA wieder eine Rolle.

Kämpferisch, gross und torgefährlich: Der Schwede Dick Axelsson ist ein Trumpf des HCD im Playoff.

Kämpferisch, gross und torgefährlich: Der Schwede Dick Axelsson ist ein Trumpf des HCD im Playoff.

(Bild: Keystone)

Silvan Schweizer@SchweizerSilvan

Der HC Davos hat einige für Gegner unangenehme Spieler: Energiebündel Dino Wieser geht man besser aus dem Weg. Beat Forster kennt die Kunst der Provokation. Doch beim 5:2 in Spiel 2 war ein anderer der Vorkämpfer: Dick Axelsson. Der 1,91 Meter grosse Schwede pflügte sich immer wieder unerbittlich durch die ZSC-Abwehr und brachte die Scheibe aus allen Lagen aufs Tor. So wurde er auch mit dem 1:0 belohnt, als Patrick Geering seine Hereingabe ins eigene Netz ablenkte. Axelsson bringt ein beeindruckendes Paket aus Kraft und Technik mit. Coach Arno Del Curto sieht in ihm einen potenziellen NHL-Star – wenn er sich im Sommer seriös vorbereiten würde, statt stets noch die Inlinehockey-WM zu bestreiten. Die Verpflichtung des 27-jährigen Lebemanns im letzten Sommer war Beweis des Umdenkens bei Del Curto. Seine Meisterteams waren stets tschechisch oder kanadisch geprägt. Nun hat er mit Axelsson und Marcus Paulsson zwei Schweden im Kader, will mit ihnen Grosses erreichen. Ein Trend in der gesamten Liga: Diese Saison kamen 17 Schweden zum Einsatz, vor fünf Jahren waren es noch sechs gewesen.

Zwischen 2001 und 2014 keine schwedischen Meisterspieler

Erst letztes Jahr ging eine lange Pause zu Ende: Als Robert Nilsson im vierten Finalspiel gegen Kloten zum Penalty anlief und kühl verwertete, sicherte er damit den ZSC Lions nicht nur den Titel; er selbst wurde zum ersten schwedischen Meisterspieler in der NLA seit 13 Jahren. Damals hatte ZSC-Stürmer Morgan Samuelsson mit seinem Overtime-Tor in Lugano ebenfalls für die Entscheidung im Titelkampf gesorgt.

Bis zu jener Zeit waren die Schweden in der Schweiz lange prägende Figuren gewesen: Kent Johansson beim «Grande Lugano» der 80er, Mikael Johansson und Anders Eldebrink bei den glorreichen Klotenern in den 90ern und Peter Andersson bei Lugano 1999. Doch die russische KHL und die einheimische Liga waren für jene Schweden, die zwar talentiert, aber zu wenig gut für die NHL waren, finanziell bald attraktiver.

Seit der Krise im Osten und dem neuen TV-Vertrag in der Heimat, der den Clubs weniger Geld in die Kassen spült, finden die Schweden aber den Weg zurück in die Schweiz. Axelsson/Paulsson bei Davos oder Nilsson/Tallinder beim ZSC – der Final wird so oder so erneut schwedische Sieger hervorbringen.

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