164 Tage nach dem Playoff-Halbfinal

Der SC Bern verliert die Neuauflage des Playoff-Halbfinals von letzter Saison gegen den EHC Biel 1:2 nach Penaltyschiessen. Das Derby startete verhalten und gipfelte in einer dramatischen Schlussphase.

Stark in der regulären Spielzeit, unbezwingbar im Penaltyschiessen: Jonas Hiller bleibt Sieger gegen Jan Mursak.

Stark in der regulären Spielzeit, unbezwingbar im Penaltyschiessen: Jonas Hiller bleibt Sieger gegen Jan Mursak.

(Bild: Freshfocus/Marc Schumacher)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Es war ein milder Frühlingstag im April. Und «Tout Berne» freute sich auf die «Belle» zwischen dem SCB und Biel im Playoff-Halbfinal, weil sich die beiden Rivalen bis zu diesem Zeitpunkt eine enge, dramatische, umkämpfte Serie geliefert hatten. Doch dann waren in diesem 7. Spiel die Glücksgefühle ziemlich schnell ziemlich einseitig verteilt. Nach 13 Minuten führten die Gastgeber bereits 3:0 – der Bieler Auftritt lässt sich unter der Rubrik «Pleiten, Pech und Pannen» einordnen. 5:1 reüssierten die Berner letztlich – und sie sollten danach im Final auch Zug keine Chance lassen.

164 Tage sind seither vergangen. Es ist ein milder Herbsttag im September. Und die Vorfreude auf das Derby hält sich ­an­gesichts der noch jungen ­Saison in Grenzen, «nur» 16321 Zuschauer erscheinen. Die beiden Equipen tragen lange wenig zur Begeisterung bei, weil sie sich ein relativ ausgeglichenes, aber wenig spektakuläres Rencontre liefern. Am Ende aber setzt sich der EHC Biel nach einer überaus dramatischen Schlussphase mit 2:1 nach Penaltyschiessen durch. Weil Michael Hügli und Topskorer Toni Rajala – der Finne mit einem äusserst sehenswerten Penalty – treffen, und die Berner allesamt an Jonas Hiller scheitern.

Gerber verpasst das Siegtor

Die Verlängerung läuft bereits, als es doch noch richtig laut wird in der Postfinance-Arena. Der SCB-Anhang flucht und schreit, manch ein Kopf in den Zuschauerreihen wird gefährlich rot. Was war passiert? Simon Moser berührte Hügli, der nach einer Knieoperation ins Line-Up zurückgekehrt war, minimal. Der Bieler fiel, der Berner musste in die Kühlbox. Doch Niklas Schlegel – er prägte dieses Derby mit zahlreichen Paraden wie sein Gegenüber Hiller – wehrt gleich mehrere Topchancen ab, weshalb das Penaltyschiessen entscheiden muss: zum Leidwesen für die Berner Fans.

Soweit hätte es aus ihrer Optik allerdings gar nicht kommen müssen. Denn in der Schlussphase des dritten Drittels drückten die Mutzen vehement auf den Siegtreffer. Doch zuerst traf Beat Gerber 160 Sekunden vor der ­Sirene nur den Pfosten, und dann sah Calle Andersson sein Geschoss aus bester Position von Hiller pariert.

Der SCB hatte auch den besseren Start in die Partie erwischt, er versuchte, die nervös wirkenden Bieler sofort unter Druck zu setzen. Doch mit zunehmender Dauer schüttelten die Gäste ihre Zurückhaltung ab. Ja, beim Führungstor durch Samuel Kreis (15.) legten sie gar Berner Tugenden an den Tag: Vor Schlegel herrschte dermassen viel Verkehr, dass der SCB-Keeper die Scheibe kaum kommen sah.

Das Derby war damit lanciert. Und wiederum drückte Bern nach der ersten Pause mehr aufs Gaspedal, Andrew Ebbett (23.) und Mark Arcobello (25.) vergaben vor Hiller aus bester Position. Besser machte es Ramon Untersander: Der Verteidiger entwischte nach einem Bully in der Bieler Zone Hügli, und erzielte dann den verdienten Ausgleich – per Schlittschuh (32.), aber auf reguläre Art und Weise. Für Untersander war es bereits der fünfte Punkt (2 Tore/3 Assists) im dritten Spiel. Doch anstatt nachzusetzen, waren es nun die Bieler, die die Drehzahl wieder erhöhten und vor Schlegel gleich mehrere gute Chancen verpassten. Ehe dann das Geschehen im Schlussabschnitt abermals in die andere Richtung gehen sollte.

Premiere für Caminada?

Er werde beide Torhüter spielen lassen, hatte Kari Jalonen vor dem Saisonstart gesagt. Bis jetzt allerdings setzte der Berner Trainer nur auf Schlegel – was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass heute (19.45) in Genf Pascal ­Caminada zu seinem Debüt ­kommen wird. Die Bieler wiederum können gleich im Derby­modus bleiben: Sie empfangen die SCL Tigers.

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