Zum Hauptinhalt springen

14 Ausländer, 2 Studienplätze, ein Wochengehalt

In der Elite Ice Hockey League (EIHL) sorgen Spieler aus unterklassigen nordamerikanischen Ligen für die Musik. Der SCB-Gegner Nottingham (Samstag, 20 Uhr, Schweizer Zeit) ist das Zugpferd.

Eishockey und Grossbritannien – da war doch was? 1936 wurde die britische Mannschaft Olympiasieger, zwei Jahre später gab es WM-Silber. Seither spielt die Auswahl im Welteishockey keine Rolle mehr. Dank des Aufstiegs im Frühling gehört die Nationalmannschaft zumindest wieder zur zweithöchsten WM-Gruppe.

Und Zweitklassigkeit passt auch ganz gut zur heimischen Meisterschaft, der Elite Ice Hockey League (EIHL). «Ja, wir sind eine zweitklassige Liga in Europa», sagt Corey Neilson, Trainer der Nottingham Panthers. «Aber als ich 2006 nach Nottingham kam, war der Zustand noch um einiges schlechter. Die Liga steckte im Schlamassel. Ich durfte mich glücklich schätzen, wenn im Training einige Spieler das Eis betreten konnten, ohne sogleich den Puck zu verlieren.»

Einheimische in der Unterzahl

Die Geschichte der britischen Liga ist auch die Geschichte der Inkonstanz. Es gab über eine Handvoll Namenwechsel und Auflösungen, Irrungen und Wirrungen um zugelassene Ausländer und Gehaltsobergrenzen. 1983 beispielsweise durften 3 Ausländer pro Team mittun, mittlerweile sind es 14. Was nach viel klingt, wird von den Beteiligten relativiert. «Ich würde den Umkehrschluss betonen», sagt der kanadische Torhüter Michael Garnett: «14 Ausländer bedeutet: Du musst 6 bis 7 Briten im Team haben.»

Nottinghams Sportchef Gary Moran sagt: «Es gibt zwölf Teams in der höchsten Liga, somit Platz für 72 britische Spieler in den Mannschaften. Ich finde die Regelung eine gute Sache. Die vielen Ausländer machen die Briten besser und zeigen ihnen auf, woran sie zu arbeiten haben.» Der Fanbeauftragte Rob Scott meint: «Eine Entwicklungsliga sind wir mit Sicherheit nicht.»

Seit Jahren gilt Nottingham im britischen Eishockey als Zugpferd, nicht nur wegen der grössten Fankulisse. In den letzten zehn Jahren gewann der Verein 14 Trophäen. Der Erfolg ist eng mit der Person Corey Neilson verknüpft. Der kanadische Trainer investiert viel Zeit in die Einheimischen. So reiste er in der Vergangenheit mit einer Gruppe Briten nach Kanada, trainierte sie im Sommer während zehn Wochen. «Zuvor gab es fünf bis acht brauchbare Spieler pro Team, das Gefälle war riesig. Nun können wir sogar mit vier Linien spielen lassen.»

200 bis über 1000 Pfund

Aktuell stehen im Kader der Panthers 11 Kanadier, 10 Briten sowie je ein Akteur aus Schweden, Russland und den USA. Die Liga ist geprägt von Kanadiern, welche von der East Coast League aus Übersee nach Europa wechseln, für eine Topliga aber nicht infrage kommen. Bezahlt werden sie von Woche zu Woche. Das Lohnniveau in der Liga bewegt sich zwischen 200 Pfund pro Woche für einen jungen Briten bis zu über 1000 Pfund für einen guten Ausländer. Dank einer Abmachung erhalten zwei Spieler pro Team die Gelegenheit, ohne Zusatzkosten den zweijährigen MBA-Studiengang (Master of Business Administration) zu absolvieren.

Bekanntester Spieler mit Vergangenheit in der EIHL ist Theo Fleury: Der langjährige NHL-Spieler beschloss seine Karriere 2005/2006 bei den Belfast Giants, kam in 41 Partien auf 87 Skorerpunkte. Mit Blick auf die aktuellen Kader sorgen die ältesten Spieler für Aha-Erlebnisse: An zweiter Stelle liegt Jim Vandermeer (37), der 2015 direkt von Kloten nach Belfast wechselte. Ältester Spieler in der Liga ist der frühere Langnau-Topskorer Brendan Brooks (38). Er wirkt bei Braehead als Spieler und Assistenztrainer.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch