«Raemy war Weltklasse»

Wacker Thun hat sich im ersten Spiel des neuen Jahres beim BSV Bern 30:27 durchgesetzt. Unter anderem dank eines überragenden Nicolas Raemy.

Nicolas Raemy (rechts) konnte von der BSV-Abwehr kaum gestoppt werden.

Nicolas Raemy (rechts) konnte von der BSV-Abwehr kaum gestoppt werden.

(Bild: Christian Pfander)

Reto Pfister

Der Donnerstagabend ist vom BSV Bern zu dem Tag auserkoren worden, an dem die meisten Heimspiele stattfinden. Man erhofft sich, ohne Konkurrenz durch andere Wochenendvergnügen, YB- oder SCB-Partien das Publikum in die Halle zu locken und zusätzliche Einnahmen aus der Gastronomie zu generieren. Bereits im Dezember war der Plan aufgegangen, über 1'300 Zuschauer waren beim Spiel gegen Kadetten Schaffhausen vor Ort.

Derbys gegen Wacker Thun ziehen noch zusätzlich Zuschauer an; aus dem nahen Oberland unterstützen jeweils zahlreiche Fans die Gäste. Die Gümliger Ballsporthalle war am Donnerstag mit 1611 Zuschauern zu drei Vierteln gefüllt. Und die Besucher sahen im vierten Derby der Saison nichts Neues. Im Duell zweier gleich stark eingestufter Mannschaften siegte zum dritten Mal Wacker; das Auswärtsteam setzte sich 30:27 durch.

«Raemy war Weltklasse»

Das Spiel beinhaltete alles, was eine attraktive Handballpartie ausmacht. Tempo, zu Beginn viele Tore, und auch eine gewisse Härte, die die Schiedsrichter mit konsequentem Eingreifen jedoch gut im Rahmen halten konnten. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit setzte sich Wacker zu Beginn der zweiten Halbzeit ab; die letzte Chance auf eine Wende vergab für den BSV Matthias Gerlich (49.) mit dem bereits dritten nicht verwandelten Siebenmeter, im Gegenzug erzielte Ivan Wyttenbach für die Gäste das 26:23. Ein Akteur spielte sich in den Vordergrund. Nicolas Raemy erzielte einen spektakulären Treffer nach dem anderen, am Ende waren es deren neun.

«Wenn man im Flow ist klappt alles», sagte der Linkshänder. «Wir haben unser Konzept durchgezogen, das Tempo weiter hochgehalten und die Berner so müde gespielt.» Was zu Löchern in der BSV-Abwehr führte, in die der technisch starke Raemy immer wieder stossen konnte. Die Leistung des besten Wacker-Akteurs wurde auch vom gegnerischen Topskorer Simon Getzmann gelobt. «Raemy war Weltklasse», lobte er. «Er ist ein guter Freund, ich mag es ihm gönnen, dass er jetzt wieder in solch eine Form gekommen ist.» Der 26-Jährige kämpfte lange mit den Folgen eines Schleudertraumas; die zwischen Herbst 2016 und Frühling 2018 für lange Zeit Einsätze verunmöglichten.

«Es hat sich fatal ausgewirkt, dass wir schlecht in die zweite Halbzeit gestartet sind», nannte Getzmann den Grund für die Niederlage der Berner. «Vier Tore Rückstand waren eines bis zwei zu viel. So konnten wir selbst während einer kurzen guten Phase nicht mehr ausgleichen.» Um dann wieder zur gegnerischen Nummer 5 zurückzukommen. «Ich kann ihm für seine Leistung nur gratulieren.»

BSV Bern - Wacker Thun 27:30 (16:16)

1611 Zuschauer. - SR Meyer/Buache. – Strafen: 6mal 2 Minuten gegen den BSV, 8mal 2 Minuten gegen Wacker.

BSV Bern: Tatar/Milosevic; Freiberg, Eggimann (2), Schneeberger, Heer, Baumgartner (2), Getzmann (8/5), Striffeler, Kusio (5), Gerlich (5/1), Strahm (2), Szymanski, Rohr, Arn, Mühlemann (3).

Wacker Thun: Winkler/Wick; Holm (1), Felder, Raemy (9), Dähler (5), Giovanelli, Lanz (1), Wyttenbach (7/3), Friedli, Simon Huwyler, Guignet (1), Gruber (1), Stefan Huwyler (1), Krainer (1), Caspar (3).

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt