Hühnerhaut an Halloween

Handball

Wacker schlägt Suhr in einer wegweisenden Partie 27:23. In der Schlussphase zittern die davor so abgezockten Thuner.

Mit viel Zug und einigen Fehlern: Nicolas Suter.<p class='credit'>(Bild: Christian Pfander)</p>

Mit viel Zug und einigen Fehlern: Nicolas Suter.

(Bild: Christian Pfander)

Horrorszenarien waren ausgemalt worden an Halloween. Eine Niederlage daheim gegen Suhr, der Fall auf Rang 6 – und die Finalrundenqualifikation ist urplötzlich in akuter Gefahr, zumal der Blick auf die Verletztenliste den Wacker-Sympathisanten in Angst und Schrecken versetzt. «Ich fürchtete mich», gestand Coach Martin Rubin nach der Partie. Schaurig-schlecht aber war der Auftritt der Aargauer in Hälfte eins geraten, die Hausherren führten bereits zur Pause mit sechs Treffern Differenz und gewannen 27:23. Zittern mussten die Thuner vorübergehend. Auf einmal betrug der Vorsprung bloss noch zwei Tore. Minuten der Unachtsamkeit hatten sie einen beträchtlichen Teil des Polsters gekostet. Doch noch ein bisschen Hühnerhaut am 31. Oktober.

Der Sieg war vorab das Verdienst von Keeper Marc Winkler, der 15-mal parierte. Dank seinen Interventionen und der Coolness von Penaltyschütze Ivan Wyttenbach war der Meister früh 8:4 vorn gelegen. Jegliche Souveränität vermissen liess derweil Misha Kaufmann. Der Coach der Gäste hatte innerhalb seines Teams ein seltsames Klima geschaffen, er verhielt sich gegenüber seinen Leuten gestern noch ein bisschen aggressiver, als er dies ohnehin tut.

Einem Akteur bescheinigte er, ausschliesslich «Scheisspässe» zu spielen, und mitunter fielen heftigere Schimpfworte. Konstruktiv war das nicht. Seine Mannschaft steigerte sich erst im Verlauf der zweiten Halbzeit. Es war zu spät. Für die Aargauer resultierte die achte Niederlage in Folge in Begegnungen mit den Berner Oberländern.

Guignets Wucht

Nach der zweiwöchigen Länderspielpause präsentierte sich der Champions-League-Teilnehmer in sehr ordentlicher Verfassung. Als Verstärkung erwies sich Rückkehrer Roman Caspar, der nach der Pause zum Einsatz gelangte und in der Deckung solide Arbeit verrichtete. Kein Faktor war der langjährige Captain im Angriffsspiel. Wyttenbach, der Gewinner des ersten Saisonviertels, führte Regie und wurde später vom Trainer genauso gelobt wie Phillip Holm und Damien Guignet. Letzterer hatte mit seinen Rushes fortwährend Löcher in die Deckung des Widersachers gerissen. Die Aarauer dürften in der Gruselnacht vom agilen Westschweizer träumen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt