Glückloser Rubin in Lublin

Wacker Thun verliert in Polen gegen Azoty-Pulawy 29:31 und startet mit einer Niederlage in die EHF-Cup-Gruppenphase.

Ordentlich, aber in Polen nicht der erhoffte Trumpf: Lenny Rubin im Spiel gegen Pulawy.

Ordentlich, aber in Polen nicht der erhoffte Trumpf: Lenny Rubin im Spiel gegen Pulawy. Bild: Wojciech Pacewicz (Keystone)

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Sie haben sie wieder, die Rolle, die sie so sehr mögen. Aussenseiter sind die Thuner im EHF-Cup. In der Meisterschaft können die betont bescheidenen Berner Oberländer ja nicht länger tiefstapeln: Da führen sie die Tabelle seit einer ganzen Weile an. Nach der Auslosung der Gruppenphase im kontinentalen Wettbewerb sprach Coach Martin Rubin von «wohl übermächtigen Gegnern» und davon, dass sein Team ein Wunder benötige, damit es in den Viertelfinal vorstosse.

Nun, übermächtig ist zumindest Azoty-Pulawy gewiss nicht. Der polnische Spitzenclub setzte sich gegen Wacker zwar durch; er tat das aber äusserst knapp (31:29) und vornehmlich deswegen, weil die Thuner ihr Potenzial bloss phasenweise abriefen.

Der Start etwa misslang den Gästen, sie trafen erstmals nach sieben Minuten. Nachdem sie den sich da eingehandelten Rückstand wettgemacht hatten, zogen sie Mitte erster Hälfte ein weiteres Tief ein, die Hausherren enteilten von 9:9 auf 14:9. Vergleichsweise wenig Akzente setzte Lenny Rubin, der sich wie zuletzt gegen den BSV Bern Muri teils schwertat und überhaupt im neuen Kalenderjahr noch nicht jene Leistungen erbringt, zu denen das künftig in der Bundesliga engagierte Grosstalent fähig wäre.

Im Allgemeinen aber war das Offensivspiel nicht das Problem des fünfmaligen Schweizer Cupsiegers. Vielmehr kassierte er schlicht zu viele Tore, allein 17 im ersten Umgang. Die Oberländer verteidigten weit offensiver, als sie dies gewöhnlich tun, was sich nur bedingt aus­zahlte. Und der in Hochform befindliche Schlussmann Marc Winkler agierte lediglich solide.

Cheerleader und Pfiffe

Azoty-Pulawy, Stammclub des in Schaffhausen unter Vertrag stehenden Michal Szyba, rangiert in der Liga an dritter Stelle und beschäftigt sechs Auslandprofis, darunter zwei Leistungsträger der bosnischen Nationalmannschaft, gegen welche die Schweiz kürzlich verlor. Der polnische Spitzenverein versteht es, stimmungsvolle Spiele auszutragen.

In Lublin finden seine Begegnungen statt, in einer imposanten Halle mit steiler Stehrampe, Cheerleadern und enthusiastischen Anhängern, die mitunter pfeifen, wenn sich das Gästeteam im Angriff befindet.

Vor zweieinhalb Jahren scheiterten die Osteuropäer im selben Bewerb an Pfadi Winterthur. ­Wenig fehlte, und sie hätten erneut gegen einen helvetischen Vertreter verloren. Der überragende Lukas von Deschwanden erzielte in der Schlussminute den Anschlusstreffer. Statt des Ausgleichs fiel in der Folge das Tor zum 31:29. Die Thuner hatten weder einen Sahnetag noch Wettkampfglück.

Matchtelegramm
Azoty-Pulawy - Wacker 31:29 (17:14)2800 Zuschauer. – SR Athanasios/Tsakonas (GRE).

Wacker Thun: Winkler, Wick (für 1 Penalty); Linder (1), Rubin (3), Dähler (3), Suter (3), Giovanelli (2), Glatthard, Lanz (1), Caspar (1), Friedli (1), von Deschwanden (13), Guignet, Huwyler (1), Krainer. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 07:20 Uhr

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