Aus der Halle geworfen

Wacker Thun schlägt den BSV Bern Muri auch im dritten Playoff-Halbfinal-Spiel (38:24) und führt die Gäste dabei mitunter vor.

Enttäuschung hier, Jubel da: Die Akteure des BSV Bern Muri verlassen das Feld gesenkten Hauptes, während die Thuner feiern.

Enttäuschung hier, Jubel da: Die Akteure des BSV Bern Muri verlassen das Feld gesenkten Hauptes, während die Thuner feiern. Bild: Markus Grunder

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Es ist ein Berner Köpfezusammenstecken der andern Art. Gegen Ende der ersten Hälfte prallen Wackers Antreiber Reto Friedli und BSV-Captain Thomas Heer bei einem Angriff der Thuner aufeinander. Beide fallen zu Boden, beide halten sich den Kopf, und beide registrieren gleich, dass der andere nichts für die Schmerzen kann, diese das Resultat unglücklicher Ereignisse sind. Sie schauen sich an, kümmern sich rührend umeinander, verlassen Arm in Arm den Platz.

Die Aktion steht repräsentativ für die Serie. Hart und intensiv war sie. Aber stets fair, zuweilen fast schon freundschaftlich.

Das Kräftemessen der Berner Clubs war letztlich zu einseitig und vor allen Dingen wohl schlicht zu kurz, als dass Rivalitäten hätten entstehen können. Bloss sechs Tage respektive drei Partien dauerte der Playoff-Halbfinal. Die Oberländer setzten sich auch am Samstag durch und ziehen in die Endspiele ein. Die Ausmarchung beginnt voraussichtlich am Samstag, 12. Mai, und zwar in der Lachenhalle.

Mit Siegesserie in den Final

Martin Rubins Akteure werden die Best-of-Five-Serie im Wissen darum in Angriff nehmen, die letzten elf Meisterschaftspartien gewonnen zu haben. Und der jüngste Auftritt, der war eine Demonstration, eine gewiss bis in die Nordostschweiz hörbare Wortmeldung im Kampf um den Titel. 38:24 besiegte Wacker den BSV; dieser wurde vorab gegen Ende beider Halbzeiten deklassiert, teils vorgeführt.

Der erstmals in dieser Saison als Regisseur aufgestellte und von den kongenialen Aufbauern Lenny Rubin und Nicolas Raemy flankierte Lukas von Deschwanden bestätigte mit einer exzellenten Darbietung, die überragende Figur der Liga zu sein. 10 Tore gelangen dem künftigen Bundesligaprofi bei 10 Würfen, zig weitere Treffer bereitete der Urner vor. Die Stadtberner ihrerseits taten sich erneut sehr schwer, in Abschlussposition zu gelangen - was insofern verblüffte, als aufseiten Wackers mit Stefan Huwyler und Roman Caspar die stärksten Abwehrkräfte verletzt fehlten.

Der frühere Thuner Jakub Szymanski wurde zwar zum Best Player seiner Mannschaft gewählt; am Samstag aber genügte dazu mangels Alternativen eine durchschnittliche Leistung. Andere hochgehandelte Berner wie die Nationalspieler Michael Kusio und Kaspar Arn stiessen vor 1780 Zuschauern gegen entfesselte Hausherren an ihre Grenzen.

Aleksandar Stevic sprach nach seiner ersten Saison als BSV-Coach von einer guten Spielzeit, er erinnerte daran, dass sich sein Ensemble für den Cupfinal qualifziert hatte und dort knapp unterlegen war; er gestand aber ein, dass sich seine Equipe noch nicht auf Augenhöhe mit den Spitzenclubs befindet. «Wir werden versuchen, die Lücke im Sommer zu schliessen», sagte er. (si)

Erstellt: 29.04.2018, 20:10 Uhr

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