Grosser Jubel nach einer sehr reifen Leistung

Der BSV Bern Muri hat mit einem 26:20-Erfolg gegen Kadetten Schaffhausen den Cupfinal erreicht. Heute wird entschieden, ob die Berner oder Pfadi Winterthur Heimrecht haben.

<b>Freude nach starken Leistungen:</b> Jakub Szymanski (links) und Dragan Marjanac agierten überragend.

Freude nach starken Leistungen: Jakub Szymanski (links) und Dragan Marjanac agierten überragend. Bild: Raphael Moser

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Sieben zu null. Simon Getzmann hat soeben einen Siebenmeter für den BSV Bern Muri verwertet. Gespielt sind knapp 12 Minuten, und der Gegner hat zwar dreimal den Pfosten, aber noch nie ins Tor getroffen. Und dieser Kontrahent ist nicht irgendein Handballexot, sondern mit Kadetten Schaffhausen der aktuelle Meister und landesweite Dominator im letzten Jahrzehnt.

Die Berner haben in der Defensive überragend agiert, inklusive des exzellenten Keepers Dragan Marjanac. Und legen damit die Grundlage zum 26:20-Erfolg im Cuphalbfinal. Kurz vor Spielende werden die Zuschauer zum Aufstehen animiert, wenn sie Berner sind. Zum fünften Mal steht der BSV im Cupfinal, und dies nach einer bemerkenswert starken Darbietung.

Nie grosse Spannung

Die gestrige Begegnung war eine weitere Demonstration des Reifeprozesses, den die Mannschaft unter dem neuen Trainer Aleksandar Stevic durchgemacht hat. Die Gastgeber liessen sich nie aus der Ruhe bringen. Es gab kurze schwächere Phasen. Etwa nach jenem erwähnten 7:0, als der BSV während acht Minuten ohne Torerfolg blieb. Viermal verkürzten die Kadetten auf drei Treffer Differenz, aber stets fanden die Berner eine Antwort und liessen gar nie grosse Spannung aufkommen.

Auf das 18:21 der Gäste durch Nik Tominec etwa folgte mit dem nächsten Angriff das 22:18 durch Spielmacher Jakub Szymanski. Der Tscheche war zusammen mit Marjanac der beste Akteur auf dem Platz. Er organisierte das Angriffsspiel und war auch zentraler Bestandteil der Abwehrformation, die dem hochkarätig besetzten Kadetten-Ensemble nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten zugestand.

Leistungsträger wie Gabor Csaszar und Luka Maros blieben weiter unter ihren Möglichkeiten; die Position von Trainer Peter Kukucka dürfte ins Wackeln geraten.

Dies interessierte auf BSV-Seite herzlich wenig. «Wir waren auf das Spiel akribisch vorbereitet», sagte Szymanski. «Wir wussten, dass uns ein Highlight bevorsteht.» Man sei mental stark gewesen und sehr fokussiert aufgetreten. «Wir wissen, was wir können, und haben dies heute auf den Platz gebracht.»

Torhüter Marjanac wechselt nach Saisonende zu Suhr Aarau. Er könnte seine Zeit beim BSV mit einem Titelgewinn abschliessen. «Wir haben vier NLA-Teams bezwungen, jetzt schlagen wir auch das fünfte», ist er überzeugt. St. Otmar St. Gallen, Titelverteidiger Wacker Thun, Kriens-Luzern und die Kadetten mussten sich den Bernern schon beugen.

Im Final trifft der BSV am 21. Dezember auf Pfadi Winterthur. Heute wird entschieden, ob der Final in Bern (Wankdorfhalle) oder Winterthur stattfindet. Alle vier bisherigen Endspiele hat der BSV verloren. Der aktuellen Equipe ist es zuzutrauen, den ersten Titel seit dem Gewinn der Meisterschaft 1985 zu holen.

BSV Bern Muri - Kadetten 26:20 (11:7)

1080 Zuschauer. - SR Meyer/Buache. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen BSV Bern Muri; 6-mal 2 Minuten gegen Kadetten.

BSV Bern Muri: Marjanac (2)/Rosenberg; Lengacher (2), Groff (2), Heer, Baumgartner (3), Getzmann (5/4), Striffeler, Kusio (3), Spinola (2), Szymanski (5), Arn (1), Mühlemann (1).

Kadetten Schaffhausen: Marinovic/Stevanovic; Meister, Delhees, Liniger (5/1), Csaszar, Pendic, Gerbl, Zehnder, Norouzi (5), Szyba (4), Maros (1), Koch (1), Ostruschko, Tominec (4).

Bemerkungen: Kadetten ohne Küttel, Markovic und Brännberger (alle verletzt). 44. Mühlemann (BSV Bern Muri) verletzt ausgeschieden. – Anzahl verschossene Penaltys 1:1. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2017, 07:17 Uhr

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