Glarner: Zurück auf Feld eins

Weil er die Probleme mit dem linken Fuss nicht in den Griff bekommen hatte, unterzog sich Matthias Glarner abermals einer Operation. Er will sich bei der Rehabilitation Zeit lassen – er verspricht aber, zurückzukehren.

<b>Der König an Krücken:</b> Matthias Glarner (wie hier 2017) hat sich am Fuss operieren lassen.

Der König an Krücken: Matthias Glarner (wie hier 2017) hat sich am Fuss operieren lassen.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Philipp Rindlisbacher

Der linke Fuss, er bestimmte seinen Tagesablauf, seit er Ende Mai 2017 von einer Gondel 12 Meter in die Tiefe stürzte. Heilten die übrigen Blessuren erstaunlich schnell, hat ihm der Fuss länger in gravierender Form zu schaffen gemacht, als er es sich ausgemalt hatte.

So musste Matthias Glarner seine Pläne anpassen. Da war der Saisonstart, den er immer wieder hinauszögerte, da waren die Höhepunkte Brünig und das «Berner Kantonale», auf welche er angeschlagen verzichten musste.

«Wie viel Pflege braucht der Fuss? Muss ich Medikamente nehmen? Soll ich das Training auslassen?» Mit derlei Fragen sah sich der in Heimberg lebende Haslitaler während Wochen konfrontiert. Nach eingehender Analyse mit seinem Umfeld kam der 32-jährige Schwingerkönig zum Schluss, zurück auf Feld eins zu gehen.

Glarner realisierte: Tut er nichts, wird er sein bestes Niveau mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreichen. Daher liess er sich vergangenen Dienstag in Basel abermals operieren.

Details über den Eingriff werden keine bekannt gegeben, Glarner aber sagt, er sei mit dem Resultat sehr zufrieden und überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Dem Vernehmen nach spürt er bereits Fortschritte bezüglich Beweglichkeit – in diesem für den Schwingsport zentralen Bereich hatte er seit Frühling etwelche Probleme bekundet.

Rücktritt keine Option

Von einem Rückschlag mag Matthias Glarner nicht sprechen, vielmehr sieht er Licht am Horizont. «Ich bin sicher, nächste ­Saison wieder voll angreifen zu können.» Während seine Berner Weggefährten Matthias Sempach und Matthias Siegenthaler unlängst zurücktraten, war das ­Karriereende für den 14-fachen Kranzfestsieger keine Option. Auch von einer zu frühen Rückkehr nach seinem Unfall anlässlich eines Fotoshootings will er nichts wissen, wenngleich ihm geraten worden war, die Saison 2018 auszulassen.

Das Comeback gab er im Mai am «Oberländischen» an der Lenk, es war verheissungsvoll gewesen mit Rang 4 und Kranzgewinn 114. Danach aber wurden die Schmerzen stärker. Nun absolviert Glarner vorerst eine dreiwöchige Rehabilitation in Magglingen; wie es weitergehen wird, ist offen. Er will nichts überstürzen und schon gar nichts erzwingen; wann sein Fuss wieder Belastungen im Sägemehl aushalten wird, ist kaum abzuschätzen.

Priorität hat die vollständige Genesung respektive ein gezieltes Aufbautraining. Das «Eidgenössische» 2019 in Zug bleibt die Triebfeder. «Ich bin fit, ich bin motiviert, ich habe nach wie vor hohe Ziele. In Zug will ich vorne mit dabei sein und nicht nur einfach mitschwingen. Sonst könnte ich den ganzen Aufwand sein lassen», hält er fest.

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