Zwei Niederlagen zum Abschluss

Die letzten Spiele im Trainingslager endeten für die Berner Klubs mit Niederlagen. YB verlor den Final des Viererturniers in Belek gegen Greuther Fürth 2:4, Thun unterlag im Spiel um Platz 3 Hertha Berlin 0:1.

Guillaume Hoarau trägt Sékou Sanogo Huckepack: Auch die Treffer der beiden konnten die Finalniederlage nicht abwenden (Archivbild).

Guillaume Hoarau trägt Sékou Sanogo Huckepack: Auch die Treffer der beiden konnten die Finalniederlage nicht abwenden (Archivbild).

(Bild: Andreas Blatter)

Am Schluss wurde es noch hektisch, obwohl Fürth 4:2 führte. Der Tonfall wurde gehässiger und kurz vor Matchende kam es sogar zu seinem Wortwechsel zwischen den beiden Cheftrainern. «Ein Mitglied aus dem Staff von Fürth hat gerufen: Die können ja nur treten», sagte Uli Forte direkt nach Spielschluss, «da musste ich natürlich eingreifen. Insgesamt war das Spiel aber ein guter Lehrblätz für uns.»

Schon 20 Minuten vor Spielende bestand kaum mehr Zweifel daran, dass die Spielvereinigung Greuther Fürth den von einer Fluggesellschaft gesponserten «Sun Express Cup of Belek» für sich würde entscheiden können. Der Mittelfeldklub aus der 2. Bundesliga erhöhte nach der Pause den Vorsprung von 2:1 auf 4:1 und verwaltete diesen anschliessend sicher. Der letzte Jubel gehörte aber YB: Vorkämpfer Sékou Sanogo tankte sich gegen vier Gegenspieler durch und traf mit einem herrlichen Hocheckschuss.

Speziell am Anfang waren die Gelbschwarzen nicht bereit gewesen, die harte physische Gangart anzunehmen, Fürth hatte klare Vorteile. «Es ist keine Entschuldigung, aber wir waren auch etwas müde von den harten Trainings», erklärte Forte. Trotzdem hatten die Stadtberner vor dem Seitenwechsel auf dem Rasenplatz im «Kaya Palazzo»-Resort, jener Hotelanlage auf der beide Teams logieren, viele Spielanteile gehabt.

Den einzigen Treffer erzielte Guillaume Hoarau per Foulpenalty zum zwischenzeitlichen 1:1. Es zeigte sich einmal mehr, dass YB auch einem allfälligen Penaltyschiessen im weiteren europäischen Saisonverlauf zuversichtlich entgegenblicken dürfte. In den Partien gegen Hertha und Fürth liefen Berner total sechsmal vom Elfmeterpunkt aus an, es resultierten sechs Treffer, allesamt souverän erzielt.

Die Partie wurde hart und intensiv geführt, vereinzelt sogar an der Grenze des Erlaubten. Sékou Sanogo und Renato Steffen wurden vom deutschen Unparteiischen wegen harten Einsteigens mit der gelben Karte sanktioniert, gerade der kräftige Mittelfeldmann mit der Nummer 35 setzte in diesem Bereich aber auch viele Akzente. «Sékou ist der Einzige, der so richtig dagegengehalten hat», lobte Forte den einstigen Leistungsträger beim FC Thun.

Drei Spiele ohne Tor

Das 0:1 von Thun gegen Hertha Berlin war nicht zwingend. Gerade in der letzten Viertelstunde – nach der Hereinnahme von Gaetan Karlen, Ridge Munsy und Cassio – entwickelten die Oberländer noch einmal viel Druck und kamen zu Ausgleichsmöglichkeiten, die klarste konnte der bereits vorher eingewechselte Andreas Wittwer nicht nutzen.

Der Gegentreffer war ebenfalls auf unnötige Art und Weise entstanden. Nach einem Einwurf in der Mittelzone erfassten die Herthaner die Situation deutlich schneller und stürmten rasch aufs Thuner Tor zu, Hüne Wagner vollstreckte eiskalt in die untere Ecke. «Da liessen wir uns fast wie Schulbuben ausspielen. Ein langer Ball und dann stand er schon alleine vor dem Tor», analysierte Cheftrainer Urs Fischer. Zu diesem Zeitpunkt hätte der FC Thun allerdings bereits führen können, mit der Chancenauswertung haperte es aber auch da schon.

Wie im gesamten Trainingslager. Der FCT erzielte in dritten Partien kein einziges Tor selber. Gegen Greuther Fürth und Hertha resultierten Zu-Null-Niederlagen, beim 2:3 gegen den türkischen Erstligisten zum Anfang wies das Matchblatt zwei Eigentore des türkischen Vereins auf. Fischer ist sich bewusst, dass in diesem Bereich der Hebel angesetzt werden muss: «Natürlich haben wir im Trainingslager nicht das Hauptaugenmerk auf den Torabschluss gelegt, aber es hapert schon noch. Zum Glück haben wir noch zwei Wochen Zeit.»

Beide Berner Teams haben damit ihr Testspielpensum an der türkischen Riviera beendet. Thun kehrt am Samstag in die Schweiz zurück, die Young Boys fliegen einen Tag später.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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