Zurück zum Wankdorf, zurück zum Glück

Clemens Friedli, Vertreter der YB-Fandachverbände Ostkurve Bern und gäubschwarzsüchtig, äussert sich in einer Gastkolumne zur Umbenennung des Stade de Suisse.

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YB ist auf der Suche nach einem Sponsor für den Stadionnamen. Es sei unumgänglich, den Namen zu verkaufen, so die YB-Verantwort­lichen. Die «wirtschaftlichen Zwänge» seien schlicht zu gross.

Für uns Fans kommt eine Lösung mit einem Sponsorennamen natürlich nicht infrage!Deshalb haben wir bereits im Dezember 2014 eine Onlinepetition gestartet, welche verlangt, dass das Stadion wieder Wankdorf genannt wird. Innert 30 Tagen haben über 10'000 Personen diese Petition unterzeichnet! Natürlich ist für uns Fans Tradition wichtig, und natürlich sind wir zu einem gewissen Mass auch Fussballnostalgiker. Wir sind aber auch Realisten: Wir wissen, dass es im Fussball um viel Geld geht und auch YB nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen funktioniert. Deshalb haben die Fandachverbände den YB-Verantwortlichen einen Vorschlag gemacht, wie man mit dem Namen Wankdorf Geld generieren könnte. Der Kern der Idee ist, das Stadionsponsoring auf mehrere Unternehmen zu verteilen. Diese zahlen einen tiefen bis mittleren fünfstelligen Betrag pro Jahr, finanzieren den Namen Wankdorf und erhalten attraktive Gegenleistungen.

Für YB war jedoch klar, dass es nur eine Lösung gibt – nämlich einen Sponsorennamen für das Stadion. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass YB seit drei Jahren erfolglos versucht, einen Stadionpartner zu finden. Deshalb stellt sich die berechtigte Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, die Idee der Fans vertieft zu prüfen. Natürlich muss und soll YB wieder selbsttragend sein. Das liegt auch in unserem Interesse, schliesslich wollen wir eine sichere Zukunft für unseren geliebten Verein. In den letzten sieben Jahren wurde bei YB aber vor allem auf der Ausgabenseite gesündigt, und man hat in der Bevölkerung durch diverse Entscheide immer wieder viel Goodwill verspielt. Die 3. Phase, die Entlassung von Uli Forte direkt nach Saisonbeginn, die Posse rund um Urs Siegenthaler sind nur einige Beispiele. Auch die Kaderkosten waren im Verhältnis zum Output eher hoch. Allein Milan Vilotic und Milan Gajic, welche die Spiele auf der Tribüne verfolgten, haben YB wohl mindestens so viel gekostet, wie ein Sponsor pro Jahr für den Stadionnamen bezahlt hätte.

Es ist ja nicht so, dass YB die Einnahmequellen fehlen würden. Allerdings ist irgendwann die Grenze dessen erreicht, was der Fan im Stadion an Werbeberieselung ertragen kann. Die Zuschauer sind aber nach wie vor wichtig. Mit 1000 Matchbesuchern mehr im Schnitt nähme man bereits eine hohe sechsstellige Summe ein. Deshalb sollte sich YB in der Vermarktung zurückbesinnen – weniger ist mehr. Ein Fussballklub lebt nicht nur von Werbeeinnahmen. Auch Tradition, Werte und die Nähe zur Basis sind unabdingbar, um wirtschaftlich und sportlich erfolgreich zu sein. Entsprechend ist es nun auch für YB an der Zeit, einen Schritt in diese Richtung zu machen: zurück zum Wankdorf, zurück zum Glück!

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