Versöhnung mit Shaqiri – zum Wohl der Sache

Die Rückkehr Xherdan Shaqiris zum Nationalteam zeigt, was Coach Vladimir Petkovic zuletzt versäumt hat.

Jetzt können sie wieder zusammenarbeiten: Vladimir Petkovic (links) und Xherdan Shaqiri auf einem Archivbild. Foto: Reto Oeschger

Jetzt können sie wieder zusammenarbeiten: Vladimir Petkovic (links) und Xherdan Shaqiri auf einem Archivbild. Foto: Reto Oeschger

Thomas Schifferle@tagesanzeiger

So ist das manchmal bei einem Schreiben, wie es der Schweizerische Fussballverband am Donnerstag in die Welt hinaus geschickt hat. Es gibt die Realitäten nur weichgespült wieder. Und kommt in einem Ton daher, als wäre nie etwas gewesen. Als wäre Xherdan Shaqiri, jährlich mit vielen Millionen entlöhnter Angestellter des FC Liverpool, nur wegen einer Verletzung mit seiner Situation unzufrieden gewesen und sein Verhältnis mit Nationalcoach Vladimir Petkovic nie ein Problem.

Eine Botschaft hält das Communiqué immerhin bereit: Shaqiri spielt wieder für die Nationalmannschaft, sobald seine angeschlagene Wade das zulässt. Sie ist eine klare Aussage nach den Wochen der Ungewissheit, ob Shaqiri wirklich noch Lust hat auf die Schweiz, Lust auf eine weitere Zusammenarbeit mit Petkovic.

Shaqiri ist nicht der einzige Spieler, der sich mit Petkovic schwertut. Der Trainer wiederum steht sich mit seiner Art der Kommunikation und seinem Hang, beratungsresistent zu sein, zuweilen selbst im Weg. Er hätte auch einiges an Aufregung verhindern können, wenn er den Kontakt zu einem seiner wichtigsten Spieler richtig gepflegt hätte. Dass er sich jetzt gezwungen sah, von seinem geliebten Tessin aufzubrechen und sich mit Shaqiri in Liverpool auszusprechen, sagt einiges über sein Versäumnis aus.

Der Trainer und sein Spieler, durchaus kapriziös veranlagt und darum pflegeintensiv, brauchen sich nun nicht gleich wieder lieb zu haben. Sie brauchen sich beim nächsten Wiedersehen auch nicht öffentlichkeitswirksam in den Armen zu liegen. Es reicht schon, wenn Petkovic aus diesem Vorfall gelernt hat, wenn Shaqiri seine Tore erzielt und wenn sich beide wieder respektieren.


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