Ziemlich weit im YB-Puzzle 2017

YB hat wie erwartet Kevin Mbabu fix verpflichtet. Das Kader für die neue Saison ist fast komplett. Nun geht es noch um den Feinschliff.

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Christoph Spycher sagt: «Das ist wie ein Puzzle, das man sorgfältig zusammensetzen muss.» Thema ist die Kaderplanung, erstmals steht Spycher als Sportchef vor einer YB-Saison in der Verantwortung, viel Spielraum aber bleibt ihm nicht, mehrere Verträge enden im nächsten Sommer.

Also sagt er: «Wir sind schon ziemlich weit.» Nun geht es darum, die letzten ­Puzzlestücke richtig zu setzen – und darauf zu hoffen, dass nicht im Juli oder im August ein Leistungsträger ein attraktives Angebot aus einer grossen Liga erhält. Grundsätzlich wollen die Young Boys jede Position doppelt besetzt haben, ideal wären wegen der Dreifachbelastung (Liga, Europacup, Cup) 26 Spieler.

Mbabu bis 2020

Schon lange klar ist das Goalietrio: Der hoch begabte David von Ballmoos, zuletzt zwei Jahre leihweise bei Winterthur, ersetzt den hoch begabten Yvon Mvogo, der zu Leipzig wechselt, als Nummer 1. Routinier Marco Wölfli und Talent Dario Marzino sind die Alternativen.

Hinten rechts sind Kevin Mbabu und Sven Joss vor­gesehen, hinten links Loris Benito und Jan Lecjaks. Gestern gab YB bekannt, Mbabu wie erwartet von Newcastle zu übernehmen. Der Spieler unterschrieb in Bern bis 2020, die Ablösesumme ist nicht bekannt. Mbabu agierte zuletzt als Leihspieler überragend. Er und Benito bilden das beste Aussenverteidigerduo der Super League.

«Wir holen keinen erfahrenen Spieler, da wir unsere Jungen nicht blockieren wollen.»Christoph Spycher

Im Abwehrzentrum stehen fünf Akteure unter Vertrag. Einer zu viel. Unbestritten sind die entwicklungsfähigen Grégory Wüthrich und Marco Bürki, der von Thun zurückkehrt. Kasim Nuhu, dessen Leihe von Mallorca 2018 ­endet, bleibt. Captain Steve von Bergen steht vor seinem letzten Vertragsjahr, er wird regelmässig mit Stammklub Xamax in Ver­bindung gebracht, dürfte aber erst nach seiner letzten finanziell lukrativen Saison bei YB nach Neuenburg zurückkehren. Bleibt der vielseitige, wertvolle Alain Rochat. Er könnte YB verlassen, in Lausanne reden die Verantwortlichen offen davon, Rochat sei ihr Traumtransfer.

Wunschspieler Sow

YB-Trainer Adi Hütter setzt ja auf ein 4-4-2-System (oder eine Abwandlung davon). Deshalb benötigt es im ­Mittelfeldzentrum vier Optionen für die zwei Positionen. Sékou Sanogo, Leonardo Bertone und Michel Aebischer stehen zur Verfügung. Der 20-jährige Aebischer ist ein grosses Talent, er soll den gleichaltrigen Denis Zakaria, der zu Gladbach geht, ­ersetzen, der Konkurrenzkampf wird auf hohem Niveau geführt – und wird noch verschärft werden. Denn Milan Gajic besitzt keine Zukunft in Bern, er sucht einen neuen Arbeitgeber.

Und YB einen zentralen Aufbauer. «Wir holen keinen erfahrenen Spieler, da wir unsere Jungen nicht blockieren wollen», sagt Spycher. Weil der finanzielle Spielraum eingeschränkt ist, gestalten sich die Verhandlungen schwierig. «Wir verfolgen fünf, sechs Profile parallel», erklärt der Sportchef. Dazu gehört der 23-jährige Kroate Petar Brlek von Wisla Krakau, nicht aber der ­frühere YB-Junior Sandro Lauper, der sich prächtig entwickelt hat. Lauper soll in Thun eine weitere Saison reifen.

Wunschkandidat ist Djibril Sow, der kürzlich erstmals ins Schweizer Nationalteam berufen wurde. Sow, 20 Jahre auch erst, besitzt herausragende Anlagen, kommt bei Gladbach aber nicht zum Zug. Die Young Boys ver­suchten, den von vielen Klubs umworbenen Sow im Zakaria-Transfer zu verrechnen, aber die Forderungen waren zu hoch. Und von einem leihweisen Engagement hält Spycher wenig. «Wir bilden nicht gern Spieler für andere Klubs aus.» Man habe bei Mbabu gesehen, wie kom­pliziert es sei, den Fussballer dann zu übernehmen. Sow wäre einem Transfer zu YB nicht abgeneigt, er benötigt Spielpraxis.

Nsamé für Frey?

Für die zwei Flügelpositionen stehen fünf Spieler zur Verfügung. Die Stammkräfte Yoric Ravet und Miralem Sulejmani, die Alternativen Thorsten Schick und Taulant Seferi, der lange verletzt war – sowie Zugang Christian Fassnacht von Thun. Und im Angriff sind vier Stürmer unter Vertrag. Torjäger Guillaume Hoarau ist nach seiner schweren Hüftverletzung auf dem Weg zurück. Roger Assalé wurde übernommen. Alexander Gerndt, der zurück nach Schweden gehen könnte, und Michael Frey, der unzufrieden mit seinem Status ist, könnten noch wechseln.

 «Wir bilden nicht gern Spieler für andere Klubs aus.»Christoph Spycher

Sollte einer der beiden gehen, würde wohl Challenge-League-Torschützenkönig Jean-Pierre Nsamé (Servette) verpflichtet. Der Kameruner erklärte, er wolle zu YB. Und YB wolle ihn. «Unser Kader ist in der Offensive voll», sagt Spycher. «Aber, klar, Nsamé ist einer von vielen Spielern, die wir beobachten.» Kein Thema ist Zürichs ausgezeichneter Aufsteiger Raphael Dwamena, der zu teuer geworden ist.

Sparkurs wird umgesetzt

Sowieso ist bei YB ein strikter Sparkurs angesagt. «Das wird manchmal vergessen», sagt Spycher. Die Besitzer haben ver­ständlicherweise genug von den hohen Verlusten. Immerhin nahmen die Young Boys zuletzt rund 20 Millionen Franken durch Spielerverkäufe ein. Auch bei Lecjaks (der von Youngster Linus Obexer ersetzt würde), Bertone, Ravet und Sulejmani hört man oft von Gerüchten über einen Auslandtransfer. «Bei jedem Fussballer gibt es eine Schmerzgrenze», sagt Spycher. «Aber wir werden auch nächstes Jahr ein starkes Team haben, das oben mitspielt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.06.2017, 12:19 Uhr

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