Zeit zu trauern bleibt keine

Sportredaktor Dominic Wuillemin zur Niederlage des FC Thun im Cupfinal.

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Dominic Wuillemin

Aus ist der Thuner Traum vom ersten Titelgewinn in der 121-jährigen Clubhistorie. Die 1:2-Niederlage war nicht zwingend, die Basler haben sich nicht als zu stark erwiesen. Die eigenen Mängel aber als zu gross.

Da waren die Absenzen von Captain Dennis Hediger und seinem Vize Stefan Glarner – insbesondere, als die Thuner dem Rückstand hinterherliefen, gegen einen Gegner, der passiv und nachlässig agierte, fehlte Hediger als Vorkämpfer und Antreiber. Da sind Akteure, die nicht in Form sind, weil sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, wie Matteo Tosetti und Grégory Karlen. Und da ist der Spielverlauf, mit der frühen Verletzung von Abwehrchef Nicola Sutter, der Trainer Marc Schneider zu Umstellungen zwang. So kam in Bern an diesem Nachmittag, der denkwürdig hätte werden können, zu viel zusammen.

Dennoch dürfen die Thuner stolz sein. Erstmals seit 1955 standen sie im Cupfinal. Und sie haben Sympathien weit über die Kantonsgrenzen hinaus gesammelt. Als Kleinclub, der das Optimum aus seinen Mitteln herausholt, mit Exponenten wie Präsident Markus Lüthi und Trainer Marc Schneider, die sich in diesem geschliffenen Geschäft eine erfrischende Eigenheit bewahrt haben.

Zeit zu trauern bleibt keine. Bereits am Mittwoch spielt Thun erneut gegen Basel, diesmal daheim. Für die Oberländer gilt es, eine lange Zeit gute Saison nicht im Tief zu beenden. Klar: Das erste Ziel, den Ligaerhalt, haben sie erreicht. Dennoch wäre es eine Enttäuschung, sollten sie am Ende ohne Teilnahme am Europacup dastehen. Zur Erinnerung: Von November bis Anfang Mai stand der FC Thun ununterbrochen in den Top 3.

Der Traum vom Cuptriumph ist geplatzt, jener von Rang 3 und dem Einzug in die Europa League lebt. Dieser Erfolg hätte zwar nicht die Strahlkraft eines Cupsiegs – bedeutend aber wäre er sportlich und wirtschaftlich allemal.

Berner Zeitung

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