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YB-Leihgaben gegen YB im Schaufenster

Nicolas Bürgy und Marco Bürki haben sich bei YB nicht durchgesetzt. Heute Samstag kehren die Verteidiger mit Thun nach Bern zurück– in prominenten Rollen. Nicht nur für sie haben sich die Vorzeichen verändert.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie rasch sich die Wahrnehmung ändern kann. Wie aus Aufbruch Abbruch wird. Aber auch: Wie sich Geldsorgen und Abstiegsängste plötzlich in Luft auflösen. «Wir fahren am Samstag mit viel Selbstvertrauen nach Bern», sagt Guillaume Faivre.

Der Stammtorhüter hat gestern seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Die Meldung passt ganz gut ins Bild des Oberländer Aufschwungs. Ende Jahr stand nicht einmal fest, ob der FC Thun über die ­Saison hinaus bestehen würde. Sportchef Andres Gerber beschäftigte sich in dieser Zeit mit vielem, die Kaderplanung hatte keine Priorität. Als dann das Schlimmste abgewendet war, gab der Klub bekannt, dass Trainer Jeff Saibene im Sommer geht, ­Assistent Marc Schneider zum Chef befördert wird.

Die Konstellation erschien heikel, zumal es der Rückrundenstart für den damals Neuntplatzierten in sich hatte: mit einem Heimspiel gegen Basel sowie Partien bei GC und Luzern. Die vier Punkte aus drei Partien liessen sich sehen. Aber sie wären halb so viel wert gewesen, hätte der FCT das Duell vor einer Woche in der Stockhorn-Arena gegen den direkten Konkurrenten Vaduz verloren.

Zwei Partien, zwei Parallelen

Es lassen sich durchaus Parallelen zwischen dem letzten Spiel von Thun und dem Cupviertel­final der Young Boys ziehen. Für beide Teams war es eine wichtige Begegnung ­– wenn auch für die Berner eine ungleich bedeutendere. Beide mussten Mitte der zweiten Halbzeit den Ausgleich hinnehmen.

Die Oberländer gerieten gar noch in Rückstand. Aber – und da enden die Gemeinsamkeiten – sie beendeten das Spiel im Hoch, währenddessen die Young Boys nach dem Aus gegen Winterthur am Boden liegen. Die Vorzeichen haben sich vor dem heutigen Derby im Stade de Suisse (17.45 Uhr) geändert. Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht?

Bürgy ersetzt Schindelholz

Auch für Nicolas Bürgy hat sich seit der Winterpause einiges ­gewandelt. Bei YB hatte er keine Aussicht auf regelmässige Einsätze, deshalb liess er sich Anfang Februar zum FC Thun ausleihen. «Für mich war es die ideale Gelegenheit. Hier kann ich mich weiterentwickeln», meint er.

Der 21-jährige Belper sass beim Cupviertelfinal gegen Winterthur mit einigen früheren Teamkollegen, die es nicht ins Aufgebot geschafft hatten, auf der Tribüne des Stade de Suisse. Heute dürfte Bürgy gleichenorts mittendrin statt nur dabei sein: Weil sich Nicolas Schindelholz unter der Woche einmal mehr verletzt hat, wird der Juniorennationalspieler wohl an der Seite von Marco Bürki im Zentrum verteidigen.

Vor zwei Wochen beim 1:1 in Luzern gelang den beiden eine vorzügliche Darbietung. Während Bürgy erst am Beginn seiner Karriere steht, hat sich der 23-jährige Münsinger – ebenfalls eine YB-Leihgabe – unter Trainer Saibene zum konstantesten Verteidiger gemausert. Die Thuner besitzen eine Kaufoption, Sportchef Andres Gerber deutete jedoch kürzlich an, dass er einem Rückholbegehren von YB wohl nachkäme.

Mit seinem Konterpart bei YB, Christoph Spycher, pflegt Gerber ein Vertrauensverhältnis. Es gibt ja welche, die glauben, die Leihgaben Bürki und Bürgy würden der wackligen Abwehr der Young Boys gut zu Gesicht stehen. Nun kommt es heute in Bern zum Direktduell mit der Konkurrenz bei YB, ja zum Vergleichstest. Das ist nicht ohne Brisanz. Man stelle sich etwa vor, die Thuner obsiegen – zu null.

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