YB-Euphorie fast wie im Frühling 1986

Gegen GC ist das Stade de Suisse endlich anständig gefüllt. Im letzten YB-Meisterjahr war der Heimsieg gegen die Grasshoppers prägend.

Die gelbe Wand: Rund 25'000 Fans empfingen die Teams am Sonntag.

Die gelbe Wand: Rund 25'000 Fans empfingen die Teams am Sonntag. Bild: Raphael Moser

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Es ist mächtig eng am Sonntagnachmittag im Bus Richtung Stade de Suisse, rund eine Stunde vor Spielbeginn. Die Passagierkapazität ist längst ausgeschöpft, noch ist das Fahrzeug weit vom Stadion entfernt, an den letzten sieben Haltestellen muss jeweils mindestens ein Dutzend Menschen draussen bleiben.

Die totale Fussballeuphorie hat Bern ja erstaunlicherweise ­immer noch nicht erreicht, am Sonntag erscheinen aber endlich wieder einmal über 21'000 Menschen – erst zum zweiten Mal in dieser Super-League-Saison nach dem ausverkauften Startspiel gegen den FC Basel (2:0).

Und auch diesmal sorgen massiv verbilligte Tickets für gut gefüllte Ränge. 12'000 Eintrittskarten hat YB zum Preis von 12 Franken verkauft, die Begegnung gegen GC am Sonntag ist das Spiel zum 120-Jahr-Jubiläum der Young Boys. Über 25'000 Leute sind dabei, es ist eine stolze Kulisse, und die Besucher mit Berner Fussballherz erleben erneut einen wunderbaren Nachmittag: Sieg und Traumtore, Basler Niederlage und 17-Punkte-Vorsprung (bei zwei Spielen mehr).

Tore der Klublegenden

In 120 Jahren wurden die Young Boys 11-mal Meister, in den letzten 58 Jahren allerdings nur noch einmal. Und auch die Zeitzeugen des Titels 1986 sind nicht mehr ganz so jung. Ein Heimspiel ist ihnen aber besonders in Erinnerung geblieben – der 3:0-Sieg gegen GC Ende April. Wie aus dem Nichts pilgerten auf einmal 32'700 Zuschauer ins Wankdorf, die YB-Euphorie erfasste die Menschen spät mit voller Wucht.

Im Gegensatz zu dieser Saison hatten die Young Boys damals selbst zur Winterpause noch nicht zu den meistgenannten Favoriten gehört. Eine grossartige Siegesserie änderte das, und der deutliche Erfolg gegen die Grasshoppers nährte die Meisterträume zusätzlich. GC war damit zudem aus dem Titelrennen. Die YB-Klublegenden Martin Weber, Georges Bregy und Robert Prytz erzielten die drei Tore, und was ebenfalls in Erinnerung geblieben ist: der strömende Regen.

Das Stade de Suisse ist modern, mit einem Dach rundherum, und während des Spiels regnet es am Sonntag nicht mehr so stark wie vorher. Auch das Heimspiel am Sonntag ist jene Begegnung, in der vom Publikumsinteresse her erstmals seit Monaten eine Art Meistereuphorie auszumachen ist.

Und es soll ja schöner und wärmer werden, das nächste Heimspiel gegen Basel am Ostermontag dürfte ausverkauft sein. «Nachher sind wir schon fast Meister», sagt einer nach dem 3:1-Sieg der Young Boys gegen GC am Sonntagabend im Bus auf dem Weg nach Hause.

Die Stimmung ist locker und gelöst, die Menschen freuen sich auch über die Niederlage Basels in Luzern – und erinnern sich leidenschaftlich an die verlorene Meisterschaft 2010. «Damals führte YB ja mal mit 13 Punkten», sagt ein Bub. Die Vorsicht vieler Fans ist nachvollziehbar, selbst wenn dieser Vorsprung damals viel früher in der Saison Bestand gehabt hatte. Die ­Berner Zurückhaltung auf den Punkt bringt schliesslich ein älterer Mann, der seiner Frau sagt: «Immerhin haben sie nun 11 Punkte Vorsprung.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.03.2018, 09:53 Uhr

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