YB: Zwischen Donezk und Winterthur

Heute Freitag bestreitet YB gegen Lausanne das letzte Saisonspiel. Die Young Boys blicken auf eine turbulente, unterhaltsame Saison zurück.

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Fabian Ruch

Den letzten Spieltag an einem Freitagabend um 20.30 Uhr austragen zu lassen, ist wohl weltweit einmalig, schwer verständlich und eine Eigenheit der Super League. Der Terminplan ist eng gesteckt, doch eine Meisterpokalübergabe heute kurz vor 23 Uhr ist speziell. Der FC Basel wird das Double über Pfingsten gebührend feiern, Rivale YB beendet die Spielzeit heute gegen Lausanne.

Trainer Adi Hütter zieht eine zufriedenstellende Bilanz, die Ziele (Rang 2, Erreichen einer europäischen Gruppenphase, Überwintern im Cup) seien erreicht worden. «Wir haben eine gute Saison gespielt, waren aber nicht konstant genug und gaben gegen kleinere Teams zu viele Punkte ab», sagt Hütter.

Hoaraus tolle Bilanz

Auf die Frage nach seinem YB-Spieler der Saison antwortet Hütter ohne Bedenkzeit: «Gui!» Eigentlich möge er es nicht, Fussballer herauszuheben, aber der Wert von Torjäger Guillaume Hoarau für die Young Boys sei gewaltig. Die Berner erzielen deutlich mehr Tore und holen viel mehr Zähler, wenn der Franzose dabei ist. «Und 18 Tore sowie 5 Assists in 21 Spielen zeigen seine Klasse», sagt Hütter.

Letzte Saison fehlte Hoarau ebenfalls fast die Hälfte der Partien, schoss auch 18 Tore (in 22 Auftritten), aber Torschützenkönig wurde Munas Dabbur (19 Treffer in 35 Partien) von GC. In dieser Spielzeit führte Hoarau lange, doch der zweifache YB-Torschützenkönig Seydou Doumbia totalisiert nach seiner späten Doublette bei GC (3:1) am Sonntag auch 18 Treffer. Und kann Hoarau heute gegen St. Gallen in seinem 25. Einsatz überholen.

Aufsteiger der Saison bei YB ist auf den ersten Blick der junge Michel Aebischer, das neueste Produkt aus der vorzüglichen Nachwuchsarbeit im Klub. Hütter nennt den kampfstarken, forschen, flankensicheren Kevin Mbabu, weil der Rechtsverteidiger in der Rückrunde erstklassige Leistungen gezeigt habe. Noch ist nicht sicher, ob es YB gelingen wird, den von Newcastle ausgeliehenen Mbabu zu verpflichten. «Aber wir haben viele gute junge Spieler, die Fortschritte erzielt haben», sagt Adi Hütter.

Geht es um das beste Spiel der Saison, erwähnt der YB-Trainer die zwei Heimsiege gegen Basel, spricht über die gute Vorstellung in der Europa League bei Piräus (1:1), landet aber schliesslich doch im letzten August beim 2:0-Sieg in der Champions-League-Qualifikation gegen Schachtar Donezk und beim Weiterkommen im Elfmeterschiessen. «Da waren wir auf den Punkt parat, haben ein grosses Spiel gewonnen und unseren taktischen Plan durchgezogen.» An diesem Abend habe alles gepasst.

Das 0:0 in Lausanne

Die brutalste Niederlage sei das 1:6 eine Runde später in Gladbach gewesen. «Doch da mussten wir sehr viel riskieren.» Logischerweise sei das blamable Ausscheiden im Cupviertelfinal der heftigste Rückschlag gewesen. «Da haben wir einiges zerstört», sagt Hütter, «das schmerzt heute noch.»

Aber die Leistung gegen Winterthur sei lange Zeit okay gewesen, «wir vergaben sehr viele Chancen, hatten Pech im Abschluss.» Die Darbietung in Lausanne beim sehr langweiligen 0:0 sei weniger gut gewesen.

Damals agierten die Young Boys für einmal ultradefensiv, nachdem sie zuvor einige Gegentore erhalten hatten. Heute dürften sie gegen den gleichen Gegner deutlich mutiger antreten.

Bernerzeitung.ch berichtet ab 20.30 Uhr live vom letzte Saisonspiel der Young Boys.

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