YB-Wochenende der Feierlichkeiten und des Abschiednehmens

Die Young Boys und ihre Anhänger stehen vor einem Wochenende der Feierlichkeiten – und des Abschiednehmens.

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Fabian Ruch

Am Samstag bestreitet der Meister das letzte Spiel dieser grandiosen Saison gegen Luzern – inklusive Pokalübergabe und Titelparty im ausverkauften Stade de Suisse. Und am Sonntag geht die Meistersause in Bern über die Bühnen, zuerst ab 14 Uhr auf dem Bundesplatz, später nach dem triumphalen Meisterumzug raus in die Arena mit Konzerten und erneuter Spielerpräsentation im Stade de Suisse. Bern ist im gelb-schwarzen Fieber, die verdienten Feststunden bilden den Abschluss einer historischen Spielzeit.

Benito und Schick gehen

Ab Montag sind die Fussballer in den Sommerferien, die zweifache Meistermannschaft bricht auseinander. «Es war stets klar, dass dieses Team nicht für immer zusammenbleiben wird», sagt Sportchef Christoph Spycher. «Und ich bin überzeugt, dass es uns guttun wird, wenn wir frische Impulse durch andere Spieler erhalten werden.»

Vor dem Anpfiff am Samstagabend werden Steve von Bergen, Kevin Mbabu, Loris Benito, Thorsten Schick und Sékou Sanogo verabschiedet. Sanogo, der im Winter nach Saudiarabien wechselte, weilt am Wochenende in Bern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird von Bergen stehen, der Captain, der YB seit 2013 stark prägte und das letzte Spiel seiner tollen Karriere bestreitet. Er bleibt den Young Boys in noch zu definierender Funktion erhalten. Der bald 36-Jährige bestritt 235 Pflichtspiele für YB, 183 in der Super League.

Neben Mbabu (zu Wolfsburg) werden weitere Akteure gehen. Djibril Sow, bei dem die Interessenten Schlange stehen. Vielleicht Christian Fassnacht und Roger Assalé. Ganz sicher Benito und Schick. Benitos Vertrag läuft nach vier Jahren aus, er verlässt YB ablösefrei, vieles deutet auf einen Transfer zu Girondins Bordeaux nach Frankreich hin.

Schick entschied sich nach längerem Überlegen für einen Abgang, auch sein Kontrakt ist Ende Juni beendet. Die Young Boys boten dem Allrounder ein neues Arbeitspapier an, in seiner Heimat darf Schick aber aus mehreren Mehrjahresverträgen aussuchen. Auch aus familiären Gründen entschied sich der Familienvater nach drei Jahren für eine Rückkehr nach Österreich, möglicherweise zu Rapid Wien, wo bis Ende Saison der frühere YB-Sportchef Fredy Bickel arbeitet.

Schnarwiler für Gämperle

Seinen Vertrag vorzeitig um eine Saison bis 2022 verlängert hat unterdessen der talentierte Michel Aebischer. Der 22-Jährige dürfte in Zukunft eine noch wichtigere Rolle übernehmen.

Und die Young Boys werden in den nächsten Wochen nach Fabian Lustenberger und Marvin Spielmann noch einige Akteure verpflichten, einen Aussenverteidiger und vor allem einen zentralen Aufbauer, eventuell auch eine weitere Offensivkraft.

Zudem stellen sie ihren Staff neu auf. Harald Gämperle wechselt zum Bundesligisten Hertha BSC Berlin, bei dem er bereits einmal als Assistent angestellt war (2007 bis 2009). Er wird dem neuen Trainer Ante Covic zur Seite stehen. Gämperle arbeitete seit 2013 als YB-Assistenztrainer, zuerst von Uli Forte, später von Adi Hütter, zuletzt von Gerardo Seoane – nachdem er bereits zwischen 2000 und 2003 in gleicher Funktion tätig gewesen war.

Gämperle wird ersetzt durch den 46-jährigen Patrick Schnarwiler, einem engen Vertrauten Seoanes seit gemeinsamen Zeiten beim FC Luzern. Zuletzt trainierte Schnarwiler die U-21 von GC. Auch Physio Matthias Gubler verlässt YB nach 13 Jahren. Er war von Basel nach Bern gekommen. Sein Nachfolger Ahmet Moshe Tzalach stösst ebenfalls vom FCB zu YB. Zudem beenden zwei langjährige Clubärzte ihre Arbeit: der 62-jährige Cuno Wetzel, seit 1984 bei YB, sowie Andreas Brand (60), seit 13 Saisons im Verein. Sie werden durch Jörg Dünkel und Roberto Llano ersetzt.

Von Bergens Abend

Es dürfte an diesem YB-Partywochenende also auch Tränen geben. Zuerst aber wollen sich die Young Boys gegen Luzern für den sehr schwachen Auftritt in St. Gallen (1:4) rehabilitieren. Mit fünf Treffern würde YB sogar die magische 100-Tore-Grenze knacken. Der FCL steht auf Rang 3, der zur Europa-League-Teilnahme berechtigt. YB-Trainer Seoane sagt, man wolle Steve von Bergen einen grossartigen Abschied bescheren – wie es Tranquillo Barnetta am Mittwoch mit St. Gallen erlebte. Vielleicht darf der Abwehrchef, der in seiner fast 20-jährigen Karriere zwei Tore erzielte, ja sogar auch zu einem Elfmeter antreten. (fdr)

So könnte YB spielen: Von Ballmoos; Mbabu, von Bergen, Benito, Lotomba; Fassnacht, Sow, Lauper, Ngamaleu; Hoarau, Assalé. – Ohne Sulejmani, Camara, Aebischer (verletzt).

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