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YB: Weniger Spiele, mehr Konkurrenz

Adi Hütter hat vor dem Spiel bei Lausanne eine ungewöhnlich breite Auswahl. Der YB-Trainer sagt: «Die Qualität im Training ist hoch.»

Moritz Marthaler
Bessere Trainings, mehr Auswahl: YB in der Rückrunde.
Bessere Trainings, mehr Auswahl: YB in der Rückrunde.
A. Anex, Keystone

Es war ein Auftakt nach Mass. Drei Punkte hat YB zum Start ins neue Jahr gewonnen, beim 2:0 gegen St. Gallen zum einen – zum andern aber auch auf Titelkonkurrent Basel, der zu Hause gegen Lugano verlor.

Am Sonntag tritt YB in Lausanne an, die Stimmung vor dem Auswärtsspiel ist bei den Bernern gut, aber konzentriert. Es wird viel gearbeitet – in gewisser Hinsicht auch anders als noch in der Vorrunde.

33 Partien absolvierte YB zwischen Juli und Dezember 2017, es war ein Mammutprogramm, in dem zwei Spiele pro Woche eher Regel als Ausnahme waren. Die Belastung hatte auch Auswirkungen aufs Training, selten übten alle Spieler zusammen: Die einen mussten gepflegt, die andern geschont werden.

Damit ist es jetzt vorbei. «Wir stehen als Mannschaft mehr zusammen auf dem Trainingsplatz», sagt Leonardo Bertone. «Die Qualität im Training ist hoch», sagt Trainer Adi Hütter. In der zweiten Saisonhälfte absolvieren die Young Boys noch 18 Ernstkämpfe, wenn sie sich für den Cupfinal qualifizieren, ist es einer mehr.

Das schafft Raum – für mehr Training, aber auch für bessere Er­holung. Und hat zur Folge, dass es für den Trainer möglicherweise noch nie so schwierig war in dieser Saison, seine Mannschaft aufzustellen, wie jetzt gerade.

Das Beispiel Schaltzentrale

Natürlich spricht Adi Hütter lieber von einem «erfreulichen» Zustand, «und was mich am meisten freut daran: Bei keinem muss ich ein schlechtes Gefühl haben, wenn ich ihn auf den Platz schicke.»

Exemplarisch sei das derzeit im zentralen Mittelfeld. Dort gibt es mit Bertone, dem nach einer Sperre wieder verfügbaren Sékou Sanogo und den jungen Djibril Sow und Michel Aebischer vier Akteure für zwei Positionen.

In seiner Schaltzentrale hat Hütter schon diverse Kombinationen ausprobiert: In den Wochen vor der Winterpause, als Sanogo mit muskulären Problemen kämpfte und Bertone nach seiner Fussverletzung noch nicht fit war, waren es die Sportrekruten Aebischer und Sow. Zu Saison­beginn sah es einmal nach Sanogo und Sow aus, und auch Sanogo und Bertone sowie Bertone und Sow spielten schon zusammen.

Bei YB sieht es derzeit auf vielen Positionen so aus. Abgesehen vom Spiel morgen in Lausanne, in dem Roger Assalé wegen einer Gelbsperre fehlen wird, stehen auch im Sturm drei ambitionierte, allesamt treffsichere Aspiranten für zwei Plätze zur Verfügung. «Es ist ein offener Kampf», sagt Bertone, der sich von seiner ersten Operation überhaupt gut erholt hat.

Klare Verhältnisse auf Flügeln

Einzig auf den Flügeln und im Abwehrzentrum ist die Hierarchie ziemlich klar: Christian Fassnacht und Miralem Sulejmani stehen über Nicolas Ngamaleu und Thorsten Schick, ebenso Steve von Bergen und Kasim Nuhu vor Gregory Wüthrich und Marco Bürki.

Unter den defensiven Aussenläufern ist die Konkurrenz hingegen grösser als auch schon: Jordan Lotomba hat seine Knie-OP gut überstanden, Loris Benito war gegen St. Gallen stark – und Kevin Mbabu stand sowieso noch nie zur Debatte.

Der Konkurrenzkampf ist ausgeprägt bei YB. Dem Auftakt könnte ein Auswärtsstart nach Mass folgen.

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