YB und die grosse Chance

YB trifft im Playoff zur Champions League entweder auf Astana oder Dinamo Zagreb. Besser hätten die Kugeln an der Auslosung für die Young Boys am Montag nicht rollen können.

YB traf vor zwei Jahren in der Europa League auf Astana und siegte zu Hause 3:0. In der kasachischen Hauptstadt erreichten die Berner ein 0:0.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

YB traf vor zwei Jahren in der Europa League auf Astana und siegte zu Hause 3:0. In der kasachischen Hauptstadt erreichten die Berner ein 0:0.

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

Das Losglück bleibt den Young Boys treu. Letztes Jahr erwischten sie in der Auslosung des Playoffs zur Champions League mit ZSKA Moskau den auf dem Papier einfachsten Gegner, möglich gewesen wären auch der spätere Finalist Liverpool sowie Sevilla, Napoli und Sporting Lissabon.

In dieser Saison präsentierte sich die Ausgangslage erheblich reizvoller, auf dem Champions-Weg wären Eindhoven, Salzburg sowie Celtic Glasgow die grössten Hürden gewesen - wobei Salzburg und Celtic sich zuerst noch in der 3. Qualifikationsrunde durchsetzen müssen.

Am Montagmittag fiel für YB zuerst Salzburg und dann auch gleich Eindhoven weg, die Young Boys treffen im Playoff auf Astana oder Dinamo Zagreb. Die zwei Mannschaften ermitteln den Gegner in der 3. Qualifikationsrunde (Hinspiel am Dienstag, Rückspiel eine Woche später).

2016 gegen Astana siegreich

Das Playoff-Hinspiel bestreiten die Young Boys am 21. oder 22. August im Stade de Suisse, am 28. oder 29. August treten sie auswärts an. Das mag auf den ersten Blick ein kleiner Nachteil sein, dennoch bietet sich ihnen die grosse Chance, erstmals die Champions League zu erreichen.

Astana musste bereits in der 1. Qualifikationsrunde einsteigen, schaltete zuerst den montenegrinischen Meister FK Sutjeska Nikši? (1:0, 2:0) und zuletzt den dänischen Titelhalter FC Midtjylland (2:1, 0:0) aus. Der kasachische Topclub hätte also mehrere Wochen mit Partien im 3-Tage-Rhythmus hinter sich, wenn er auf YB treffen würde.

Astana entstand erst 2009 aus einer Fusion zweier Vereine, wurde seit 2014 stets Meister und führt die Tabelle in der Heimat auch in dieser Saison souverän an. YB traf vor zwei Jahren in der Europa League auf Astana, siegte zu Hause nach Toren von Michael Frey, Guillaume Hoarau sowie Thorsten Schick 3:0 und erreichte in der kasachischen Hauptstadt ein 0:0. Die Anreise nach Astana wäre beschwerlich und mit einem fast siebenstündigen Flug verbunden.

Zagreb verlor Spieler

Obwohl Astana den höheren Uefa-Koeffizienten aufweist, ist Dinamo Zagreb eine Spur stärker einzustufen. Der kroatische Spitzenverein eliminierte in der 2. Qualifikationsrunde souverän Israels Meister Hapoel Be’er Scheva (5:0, 2:2) und verfügt über einige bekannte Fussballer.

Zur Mannschaft gehört beispielsweise der sehr treffsichere Schweizer Nationalstürmer Mario Gavranovic, der zuletzt beim 3:0 am Freitag gegen Istra in der Liga zwei Tore erzielte, und aucher in der Schweiz aufgewachsene und nun für Bosnien spielende Izet Hajrovic. Der frühere YB-Linksverteidiger Jan Lecjaks spielt ebenfalls bei Zagreb, hat aber seinen Stammplatz verloren.

Im Sommer verkaufte Dinamo drei wichtige Akteure in grosse Ligen, darunter die Toptalente Ante Coric zur AS Roma und Borna Sosa zu Stuttgart. Mit Abstand wichtigster und wertvollster Dinamo-Akteur ist nun der 21-jährige Innenverteidiger Filip Benkovic, der allerdings auch kurz vor einem Transfer in die Premier League steht.

Die Young Boys könnten bis zu den Playoff-Spielen ebenfalls noch Stammkräfte verlieren, in erster Linie den überragenden Rechtsverteidiger Kevin Mbabu. Ihr Team besitzt auf der Fachwebsite transfermarkt.ch mit 67 Millionen Euro den höheren Marktwert als Zagreb (54 Millionen) und Astana (24 Millionen).

Gegen ZSKA Moskau verloren die Young Boys das Hinspiel vor einem Jahr übrigens nach guter Leistung und einem unglücklichen Eigentor von Kasim Nuhu in der letzten Minute 0:1, in Moskau waren sie dann chancenlos und unterlagen 0:2. Sowohl Astana als auch Zagreb sind jedoch deutlich schwächer als ZSKA einzustufen.

Berner Zeitung

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