YB-Saisonrückblick: Auf Wolke 7

Vom 2:0 gegen GC über beeindruckende Siegesserien bis zu mehreren Last-Minute-Toren – YB und der fantastische Höhenflug in den letzten Monaten.

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Fabian Ruch

Die Meistersaison beginnt äusserst harzig. In der 1. Runde gegen GC tun sich die Young Boys sehr schwer, lange steht es 0:0, die Gäste erspielen sich ebenfalls gute Gelegenheiten, kurz nach der Pause sollten sie einen Elfmeter zugesprochen erhalten. Zu diesem Zeitpunkt ist schwer vorstellbar, dass die beiden Teams nach 28 Spieltagen neun Plätze und 56 Punkte (!) trennen werden.

YB gewinnt am 22. Juli 2018 schliesslich 2:0, die Tore in der Schlussphase erzielen Miralem Sulejmani und der eingewechselte Nicolas Ngamaleu. Es ist ein Arbeitssieg, der neue Trainer Gerardo Seoane ist erleichtert: «Wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Am 1. Spieltag weiss man nie, wo man steht.»

YB steht nach dem 2:0 gegen GC schon wieder auf Rang 1. Und startet mit neun Siegen in die Saison, darunter ein spektakuläres 7:1 gegen Basel, die «Berner Zeitung» titelt: «Auf Wolke 7». Nach dem ersten Viertel beträgt der Vorsprung auf den Zweiten Zürich schon 12 Punkte.

Es folgen das 2:3 zu Hause gegen Luzern nach zwei späten Gegentoren und ein 3:3 beim FCZ – und die nächsteSiegesserie mit acht Erfolgende suite. Darunter ein beeindruckendes 3:1 in Basel, es ist eine Machtdemonstration im Wohnzimmer des Rivalen, der «Bund» schreibt: «St.-Köbeli-Park».

An Weihnachten entschieden

Die Young Boys fliegen durch die Vorrunde, sie zelebrieren begeisternden Fussball, schiessen jede Menge Tore, die Meisterschaft ist im Prinzip zur Winterpause entschieden, der Abstand zum ersten – nun ja – Verfolger FCB beträgt 19 Zähler.

Nebenbei legt der Schweizer Meister nach erstmaliger Qualifikation für die Champions League einen Steigerungslauf in der Königsklasse hin mit dem Höhepunkt kurz vor Weihnachten: 2:1 gegen Juventus! YB blickt auf ein fantastisches 2018 zurück – und voller Vorfreude auf das neue Jahr mit der Aussicht auf das zweite Double der Vereinsgeschichte nach 1958.

Wer soll diese Berner Überflieger schon stoppen?

Antwort: der FCL! Anfang März verlieren die Young Boys den Cup-Viertelfinal in Luzern 0:4. Es ist der einzige Stolperer im Frühling bis zum Gewinn der 13. Meisterschaft am 13. April. Umso bitterer, ist YB ausgerechnet bei der mit Abstand wichtigsten Begegnung des ersten Halbjahres nicht bereit und enttäuscht auf der ganzen Linie.

«Totalabsturz», meint die BZ, es ist eine Schlagzeile, die man schon lange nicht mehr mit den Young Boys in Verbindung gebracht hat. Aber der Cup hat seine eigenen Gesetze, insbesondere für YB, das seit 1987 auf einen Triumph in diesem Wettbewerb wartet.

In der 90., 91., 95., 96. Minute

In der Liga aber läuft es den Young Boys im Frühling weiter bestens, nicht zuletzt dank vielen Last-Minute-Siegen. Es ist beinahe beängstigend, wie oft sie auch 2019 kurz vor Spielende treffen.

Zum Beispiel in Lugano in der 94. Minute zum 1:0. Dann gegen Sion in der 91. Minute zum 1:0. Wieder eine Woche später bei GC in der 95. Minute zum 1:0. Oder auch gegen St. Gallen, diesmal schon in der 90. Minute zum 3:2. Mitte März in Basel gibt es ein 2:2, der «Bund» meldet: «Mit Schwung ins Schaulaufen.»

Denn darum geht es in den letzten Wochen für YB noch. Sportlich gibt es nichts mehr zu befürchten. Erst recht nicht nach dem Gewinn der Meisterschaft Mitte April im Winterklima.

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