YB: Nur keine Hektik

Die Young Boys starten mit viel Ruhe in die Vorbereitung. Dabei soll es bleiben. Sportchef Christoph Spycher sagt: «Mein Wille, einen Spieler abzugeben, ist vernichtend klein.»

Strenger Blick: YB-Trainer Adi Hütter sagt aber: «Die Spieler haben die Hausaufgaben gemacht.»

Strenger Blick: YB-Trainer Adi Hütter sagt aber: «Die Spieler haben die Hausaufgaben gemacht.»

(Bild: Raphael Moser)

Dominic Wuillemin

Während der FC Luzern am Freitag mal wieder hektische Stunden durchlebte und Gerardo Seoane als interimistischen Nachfolger von Trainer Markus Babbel vorstellte, starten die Young Boys im Stade de Suisse mit einem Kontrastprogramm in die Vorbereitung: ohne Aufregung, mit demselben Trainer – natürlich, aber auch fast mit denselben Spielern.

Einzig der selten eingesetzte Aussenverteidiger Sven Joss verliess die Stadtberner am Donnerstag nach Thun. Seinen Platz im Kader übernimmt der 19-jährige Nachwuchsakteur Léo Seydoux.

Auch die Young Boys hatten schon unruhige Jahresbeginne durchlebt. 2010 etwa, als YB wie jetzt als Leader überwinterte, sorgte der sich abzeichnende Wechsel von Gilles Yapi zum FC Basel für heftige Turbulenzen. 2016 mutierte Renato Steffen aus demselben Grund in Bern zum Miesmacher.

Als Supplement gab es den in letzter Sekunde geplatzten Wechsel von Sékou Sanogo zum HSV obendrauf. Und vergangenen Winter hielt der Verkauf von Yuya Kubo den damaligen Sportchefneuling Christoph Spycher auf Trab.

Diesmal? Herrscht Ruhe.

Dabei soll es auch bleiben. Während das Team trainiert, bestätigt Spycher zwar, dass gewisse YB-Spieler Begehrlichkeiten wecken würden. Er geht jedoch davon aus, dass alle Leistungsträger auch die Rückrunde mit YB bestreiten werden.

Im Fussball gebe es nie eine hundertprozentige Planungssicherheit, sagt Spycher. «Aber mein Wille, einen Spieler abzugeben, ist vernichtend klein.» Zugänge seien ebenfalls keine eingeplant. Sofern doch nicht noch einer die Young Boys verlassen sollte.

«Ein neuer Spieler kann ein Gewinn sein. Er kann aber auch etwas kaputt ­machen», sagt der 39-Jährige. Er denkt an die Balance in der Equipe, eine Mannschaft ist ein sensibles Gefüge. Spycher sagt: «Wir haben genug Spieler, die den Anspruch haben, zu spielen.»

Fünf Abwesende

Sum­ma sum­ma­rum soll das Team also so aussehen wie in der Vorrunde, die ja nicht eben erfolglos verlief. Dieser Meinung ist auch Trainer Adi Hütter: Der Österreicher wies im Herbst mehrmals daraufhin, dass das Kader zwar stark, aber nicht breit besetzt sei.

Da gab es aber auch 33 Partien zu absolvieren, in der Rückrunde sind es maximal 19. «Sofern wir nicht Verletzte beklagen, passt die Grösse des Kaders», sagt Hütter. Sein erster Eindruck sei gut. «Die Spieler haben über die Festtage die Hausaufgaben gemacht.»

Gestern fehlen mit von Ballmoos, Wölfli, Benito, Bürki und Wüthrich fünf Akteure. Sie sind aber fit, sie leisten Militärdienst.

Berner Zeitung

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