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YB: Komplizierte Planung im zentralen Mittelfeld

Welche zentralen Aufbauer wechseln bei YB ins Ausland? Geht nur Denis Zakaria? Oder auch Leonardo Bertone? Und was passiert mit Milan Gajic?

Der 24-jährige Verteidiger Marco Bürki verhandelt derzeit mit dem belgischen Erstligisten Zulte-Waregem. Der Wechsel ist aber noch nicht definitiv (29.3.2018).
Der 24-jährige Verteidiger Marco Bürki verhandelt derzeit mit dem belgischen Erstligisten Zulte-Waregem. Der Wechsel ist aber noch nicht definitiv (29.3.2018).
Andreas Blatter
Nach diversen Verletzungen kam Taulant Seferi in der laufenden Saison zu mehreren Teileinsätzen, soll nun aber beim FC Wohlen in der Challenge League Spielpraxis sammeln (16.2.2018).
Nach diversen Verletzungen kam Taulant Seferi in der laufenden Saison zu mehreren Teileinsätzen, soll nun aber beim FC Wohlen in der Challenge League Spielpraxis sammeln (16.2.2018).
Andreas Blatter
Nicolas Bürgy (rechts) bleibt noch für eine weitere Saison im Oberland.
Nicolas Bürgy (rechts) bleibt noch für eine weitere Saison im Oberland.
Keystone
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YB hat fünf zentrale Aufbauer. Leonardo Bertone darf man wie Sékou Sanogo und Denis Zakaria als Stammspieler bezeichnen, obwohl manchmal einer von ihnen auf die Bank muss.

Michel Aebischer ist der talentierte Herausforderer, Milan Gajic der spielstarke Routinier, der bei Trainer Adi Hütter keine Rolle mehr spielt. Fünf Spieler für zwei, maximal drei Positionen – wobei regelmässig einer, derzeit Zakaria, verletzt ausfällt.

Man darf gespannt sein, wer aus diesem Quintett nächste Saison noch bei YB sein wird. Aebischers Verbleib ist unbestritten, Sanogo verlängerte kürzlich seinen Vertrag bis 2020, Sportchef Christoph Spycher nennt das ein «starkes Zeichen». Allerdings liebäugelte der Ivorer in den letzten Jahren oft mit einem Auslandtransfer, mehrmals scheiterte ein Wechsel knapp.

Gajic möchten die Young Boys loswerden. Und Zakaria wird im Sommer mit allergrösster Wahrscheinlichkeit zu einem grossen Klub gehen, bei YB rechnet man nächste Saison nicht mehr mit dem hochtalentierten 20-jährigen Nationalspieler. Die Frage ist, welcher Arbeitgeber sinnvoll wäre.

Bei einem Transfer in die Premier League würden die Young Boys deutlich mehr verdienen als bei einem Wechsel etwa in die Bundesliga. Allerdings wären Klubs wie Leipzig und Leverkusen ideal als nächste Stufe in Zakarias Entwicklung.

Warum nicht wie Kubo?

Auch Bertone könnte YB verlassen. Man hört von immer neuen Interessenten aus diversen Ligen, Galatasaray etwa, Bremen und Hamburg, Genoa und Monaco, Sporting Lissabon und Anderlecht. «Ich bekomme mit, dass ich beobachtet werde», sagt Bertone. «Doch solange es keine Angebote gibt, interessiert mich das nicht. Es gefällt mir bei YB.»

Das ist nett gesprochen, doch man weiss, wie zielstrebig Bertone ist. Sein neuer Berater heisst Milos Male­novic. «Er gibt mir gute Tipps», sagt Bertone. Nicht unwichtig dürfte dabei sein, dass Malenovic in den letzten Jahren mehrere Mandanten wie Moritz Bauer, Munas Dabbur, Shani Tarashaj, Steven Zuber, Mario Gavranovic oder Izet Hajrovic bei deren Transfers ins Ausland unterstützte. «Ich habe keinen Stress», sagt Bertone, «auch der nächste Klub muss zu mir passen.»

Der Milan-Fan würde am liebsten nach Italien, Spanien oder England wechseln, «aber das ist ja kein Wunschkonzert». Klar sei: Er würde eher zu einem kleineren Klub wie West Ham gehen als zu einem Topverein wie Tottenham, wo die Konkurrenz riesig sei. Und auch ein vergleichsweise kleineres Fussballland wie Belgien oder Portugal sei interessant. Yuya Kubo etwa startete nach seinem Transfer von YB zu Gent im Januar mit überragenden Leistungen durch.

Wer soll kommen?

Den Young Boys droht also der Verlust von zwei wichtigen Aufbauern. «Das wäre nicht ideal», sagt Spycher. Doch der Sportchef gibt zu bedenken, dass es immer viele Gerüchte gebe. Die Young Boys haben ja den Auftrag, massiv zu sparen, die Besitzer Andy und Hans-Ueli Rihs wollen nicht weiter wie seit sieben Jahren jede Saison hohe Millionenverluste decken.

Mit den Abgängen von Milan Vilotic und Scott Sutter sank die jähr­liche Lohnsumme bei YB um rund eine Million, ein Anfang ist gemacht, das überteuerte Team günstiger zu gestalten. Zudem könnte der Klub in diesem Sommer dank der Verkäufe von Zakaria, Yvon Mvogo und mög­licherweise Bertone über 10 Mil­lionen einnehmen – nachdem bereits Kubo fast 4 Millionen einbrachte. «Aber wir bleiben konkurrenzfähig», sagt Spycher. Das unterstrich die kostspielige Vertragsverlängerung mit dem 33-jährigen Torjäger Guillaume Hoarau bis 2020.

YB will das Kader weiter verkleinern, Ende Saison läuft aber nur noch der Kontrakt Kevin Mbabus aus. Es ist offen, ob der dynamische Rechtsverteidiger, ausgeliehen von Newcastle, bleibt. Und die Umbauarbeiten im zentralen Mittelfeld sind kompliziert. Geht nur Zakaria, möchten die Verantwortlichen keinen gestandenen Akteur holen, der die jüngeren Bertone und Aebischer bremsen würde.

Pirmin Schwegler also, der Hoffenheim verlässt, dürfte kein Thema sein, selbst wenn der frühere YB-Spieler mit Spycher befreundet ist. Schwegler könnte wie Sutter in die USA wechseln. Und ob es klug wäre, einen weiteren begabten Akteur wie Thuns Sandro Lauper, einst Junior in Bern, zu verpflichten, ist eher fraglich. Die Überlegungen im zentralen Aufbau bei den Young Boys zeigen, wie heikel die Kadermoderation ist.

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