YB kauft pro Jahr vier neue Rasen

Bern

Ab 2012 spielt YB wieder auf Naturrasen. Im Dezember wird ein Rasenteppich auf dem bestehenden Kunstrasen verlegt. Der neue Naturrasen muss alle drei Monate ersetzt werden. Das kostet YB jährlich eine halbe Million Franken.

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Wegen des Kunstrasens gabs in Bern seit sechs Jahren keine Länderspiele mehr. Nun ist die Isolation vorbei: Am 27. Februar findet im Stade de Suisse das Freundschaftsländerspiel Schweiz gegen Argentinien statt – auf einem Naturrasen. Doch auch mit der neuen Unterlage bleibt das Stade de Suisse multifunktional. Im Wankdorfstadion ist es ab dem Jahreswechsel möglich, an einem Samstagabend ein Konzert zu besuchen und sich in der darauffolgenden Woche eine Europa-League-Partie auf einem brandneuen Rasen anzuschauen.

«Als erstes Fussballteam der Welt spielt YB künftig Meisterschaftsspiele auf einem Dicksodenrasen, der keinen Unterbau benötigt», sagte Sacha Altermatt, Projektleiter Rasen, gestern an einer Medienkonferenz. Dieser Rasen hat eine Tragschicht von 25 Millimetern. Er wird ab Rollen direkt auf den Kunstrasen gelegt. Eine wasserundurchlässige Folie (Vlies) schützt den Kunstrasen vor Verschmutzung. «Der Naturrasen ist innerhalb dreier Tage verlegt und zwei Tage später komplett belastbar.»

Bern will Länderspiele

Benno Oertig, Verwaltungsratspräsident der Stade de Suisse AG, sprach an der Medienkonferenz von einem «Meilenstein». Er sagte: «Das Stade de Suisse soll seinem Namen alle Ehre erweisen und der Schweiz als Nationalstadion dienen.» Das Länderspiel Schweiz – Argentinien, soll laut Oertig der «Auftakt für weitere fussballerische Highlights» sein.

und den Cupfinal

Ein solcher Höhepunkte wäre der Cupfinal. Diesen will Stade-de-Suisse-CEO Ilja Kaenzig nach Bern zurückholen. «Vor der Kunstrasenära war es eine Tradition, dass der Cupfinal in Bern stattfindet», sagte Kaenzig. Die YB-Verantwortlichen klären zudem die Möglichkeit ab, im Winter jeweils einige Spiele auf dem nach wie vor bespielbaren Kunstrasen zu bestreiten. Dies müsste jedoch durch die internationalen Verbände abgesegnet werden.

Das nun von YB benutzte System wurde auf einem Trainingsgelände in Bardonecchia (Italien) getestet. Juventus Turin hat dort ein Trainingslager absolviert. «Man merkt kaum Unterschiede zum Rasen in der Juventus-Arena», sagte damals der Schweizer Nationalspieler Stephan Lichtsteiner, der bei Juventus spielt.

Jährlich eine halbe Million

Der neue Naturrasen ist zwar im Rekordtempo verlegt und bespielbar – aber ebenso schnell wieder verbraucht. YB wird den Rasen viermal jährlich wechseln. «Das kostet uns jedes Jahr eine halbe Million», sagte Kaenzig. Zum Vergleich: Ein Kunstrasen kostet 1,5 Millionen und wird alle vier Jahre erneuert.

Die vier Rasenwechsel finden im Dezember, im März, im Juni und im Oktober statt. Zwischen den Wechseln sind im Juni/Juli und im September Konzerte mit noch unbekannten Acts geplant.

Berner Zeitung

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