YB holt neuen Goalie, aber nicht Mvogo

Die Young Boys dürften in den nächsten Tagen einen Ersatz für den verletzten Goalie David von Ballmoos präsentieren. Mit der Rückkehr von Yvon Mvogo hat sich YB kurzzeitig beschäftigt.

Nummer 1 oder Nummer 2? YB-Goalie Marco Wölfli.

(Bild: Keystone Peter Schneider)

Während sich die Young Boys unter der Sonne Spaniens auf die Rückrunde vorbereiten, durchlebt ihr Goalie David von Ballmoos die vielleicht dunkelsten Tage seiner Karriere. Vergangene Woche kugelte sich der 23-Jährige die Schulter aus, am Montag wurde er im Inselspital operiert, er dürfte rund drei Monate ausfallen. Von Ballmoos sei sehr niedergeschlagen, sagt YB-Sportchef Christoph Spycher. «Ich hoffe, nach dem Eingriff kann er den Frust bald hinter sich lassen und nach vorn blicken.»

Der Ausfall des Stammgoalies beschert Spycher Überstunden. Es galt und gilt dringende Fragen zu beantworten: Soll YB auf das Duo Wölfli/Marzino setzen? Oder doch einen Goalie verpflichten? Und wenn ja, soll dieser jung oder alt sein? Ist er eher als Nummer 1 oder als Nummer 2 vorgesehen? Und – womöglich die Königsfrage: Versucht man gar, die Rückkehr des langjährigen Stammtorhüters Yvon Mvogo zu bewerkstelligen?

Verständnis für Leipzig

Einige der Fragen hat die sport­liche Führung des Young Boys mittlerweile geklärt: Ja, die Gelb-Schwarzen werden einen Goalie verpflichten. Nein, er wird nicht Mvogo heissen. «Mit ihm haben wir uns kurzzeitig beschäftigt», sagt Spycher. «Aber wäre ich Sportchef bei Leipzig, würde ich das Risiko auch nicht eingehen, ihn abzugeben.»

Die Ostdeutschen belegen Rang 2, haben aber nur fünf Punkte mehr als der Zehnte Hannover. Die weiteren Torhüter, der 37-jährige Schweizer Fabio Coltorti und der 19-jährige Philipp Köhn, haben nicht mehr oder noch nicht das Profil, bei einem Ausfall der Nummer 1 Peter Gulacsi die Lücke zu füllen – Mvogo hat es hingegen schon.

Mvogo wird also nicht nach Bern zurückkehren. Wer dann? «Wir überprüfen verschiedene Lösungen», sagt Spycher. Sicher sei, dass der neue Goalie über Erfahrung auf Profiniveau verfügen müsse. Ob dieser auch als temporäre Nummer 1 vorgesehen sei, kann oder will der Sportchef nicht verraten. «Er wird sich auf Augenhöhe mit Marco bewegen.»

Marco Wölfli selbst möchte sich derzeit nicht zu seiner Situation äussern, er kann aber Fakten für sich sprechen lassen: Fünfmal ist er in dieser Saison zum Zug ­gekommen, fünfmal blieben die Stadtberner ungeschlagen. Und beim eminent wichtigen 2:0-Heimsieg in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew war der 35-Jährige einer der Matchwinner, beim Stand von 1:0 gelang dem früheren Nationalspieler ein Big Save. Spycher attestiert Wölfli hochprofessionelles Verhalten, auch jetzt, obwohl sein temporäres Jobprofil noch nicht definiert ist. «Er macht einen guten Eindruck», meldet der Sportchef aus Jerez.

Simple Risikoanalyse

Dass YB dennoch einen Goalie sucht, hat also weniger mit Wölfli zu tun als vielmehr mit dem Ergebnis einer simplen Risiko­abwägung: Das Wagnis, bei einem allfälligen Ausfall Wölflis auf den ungeprüften Dario Marzino zurückzugreifen, erachten die Young Boys als zu gross. Zumal sich die Ausgangslage sowohl in der Liga wie auch im Cup vielversprechend präsentiert.

Deshalb dürften die Berner in den nächsten Tagen einen neuen Goalie vorstellen. Die Torhüterfrage zu klären, habe höchste Priorität, sagt Sportchef Spycher.

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