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YB hat den Anschluss endgültig verloren

Nach dem 0:2 in Basel am Samstag muss YB in der Meisterschaft die hohen Ziele abschreiben. Die Mannschaft wirkte leb-, der Trainer ratlos – und die Berner liegen in der Tabelle 10 Punkte hinter den Europacup-Plätzen.

Früher Blick zurück: YB-Goalie Marco Wölfli bleibt nach seinem missglückten Abschlag und dem Treffer zur Basler Führung nur das Nachsehen.
Früher Blick zurück: YB-Goalie Marco Wölfli bleibt nach seinem missglückten Abschlag und dem Treffer zur Basler Führung nur das Nachsehen.
Keystone
Marco Streller jubelt mit seiner Maske über seinen Treffer zum 2:0. Er musste die Maske aufgrund eines Nasenbruchs tragen.
Marco Streller jubelt mit seiner Maske über seinen Treffer zum 2:0. Er musste die Maske aufgrund eines Nasenbruchs tragen.
Keystone
Scott Sutter im Zweikampf mit Steinhöfer.
Scott Sutter im Zweikampf mit Steinhöfer.
Keystone
Dragovic schnappt Bobadilla den Ball weg.
Dragovic schnappt Bobadilla den Ball weg.
Keystone
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Führungslos, so schrieben viele, werde YB weitertreiben. Die Entlassung von Ilja Kaenzig Anfang Woche löste ein mittelgrosses Medienbeben aus in den Sportspalten der Schweizer Zeitungen. Die «NZZ am Sonntag» widmete der Ära des Investoren-duos Hansueli und Andy Rihs eine Doppelseite, die «SonntagsZeitung» gab das Wochengeschehen bei YB unter dem Titel «Chaostage» wieder. Die in der Radszene verankerten Besitzer haben mal wieder eine vakante Stelle zu besetzen, ohne Sportchef (und mittelfristig auch ohne Finanzchef) will YB nun bis zur Winterpause bestehen.

Die «Lex YB»

Auf die Leistung der Spieler, so viel steht fest, hatten die jüngsten Personalentscheide keine positive Wirkung. Befreiung war nach Kaenzigs Abgang beim Auftritt von YB in Basel keine zu spüren – Beklemmung nach dem Sturm, der unter der Woche über den Verein hereinbrach, schon eher. YB startete in Basel zwar tatsächlich nicht schlecht (Trainer Martin Rueda sprach später gar von einem «dominanten Beginn») und war dem FCB, den Murat Yakin in seinem dritten Meisterschaftsspiel zum dritten Mal verändert auflaufen liess, ebenbürtig. Aber, so scheints, immer, wenn die Berner auf gutem Weg sind, tritt die «Lex YB» ein. Am Samstagabend jedenfalls schlugen sich die Young Boys eigentlich selbst: Erst spedierte Marco Wölfli einen Rückpass etwas überhastet weiter – Gilles Yapi nahm Ball und Geschenk dankend an, wenn auch mit einer an ein Handspiel grenzenden Bewegung. Zwölf Minuten später, in der 39.Minute, bescherte dann Juhani Ojala den Baslern gar das zweite Tor. Der Finne liess sich von Marco Streller völlig unbedrängt den Ball abnehmen, der FCB-Captain traf problemlos.

Mal sind es solche Aussetzer, mal ist es die spielerische Not, die YB immer wieder und auch nach ansprechenden Auftritten (wie etwa in der Europa League gegen Udinese) zurückwerfen. Am Samstag, vor stimmungsvoller Kulisse im St.-Jakobs-Park (30000 Zuschauer), kam beides zusammen: Nach den verheerenden Fehlern vermochten die Young Boys auf das 0:2 nicht mehr zu reagieren, dem Mittelfeld war das Spiel entglitten, die Akteure verkamen zu Einzelkämpfern. Ein solcher ist auch Raúl Bobadilla. Der Argentinier kreierte zusammen mit Gonzalo Zarate nach einem Doppelpass immerhin eine gute Torchance, muss alleine vor Yann Sommer aber den Anschluss herstellen (70.). So ist YB in Basel früh gescheitert und spielte nie um die Punkte mit. Es ist keine Schande, beim wiedererstarkten Meister zu verlieren, nur basierte dies auf vermeidbaren Fehlern. Dazu rutscht YB durch die Niederlage in der Tabelle endgültig ins Niemandsland. Rang 5 und 17 Punkte – es ist lange her, dass man in Bern die richtig hohen Ziele in der Meisterschaft so früh abschreiben musste.

Hilflos wirkte der Auftritt von YB-Coach Martin Rueda, der sich über die beiden Fehler ärgerte und angab, mit Wölfli «das Gespräch unter vier Augen» suchen zu wollen. Es gibt Beobachter, die zwischen Rueda und Kaenzig bezüglich Zusammenstellung des YB-Teams Meinungsverschiedenheiten ausgemacht haben. Dass der Trainer nach Kaenzigs Entlassung mit gestärktem Rücken weiterarbeitet, hat sich nicht auf die Mannschaft übertragen. Vielmehr drang Ruedas Ratlosigkeit durch, als er beteuerte: «Ich habe ein gutes Gewissen, wir arbeiten seriös. Den Rest müssen andere entscheiden.» Dass das Schlusswort nicht zur bösen Vorahnung wird, ist für Martin Rueda zu hoffen.

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