YB gewinnt, Obexer gefällt

Erst in der Schlussphase erzielt das überlegene YB gegen einen harmlosen FC St. Gallen die Tore auf dem Weg zum 3:1-Heimsieg. Alexander Gerndt trifft zweimal, und der erst 18-jährige Linus Obexer überzeugt als Linksverteidiger.

  • loading indicator
Fabian Ruch

Und dann gibt es im spärlich gefüllten Stade de Suisse Sonderapplaus. Rund eine Viertelstunde vor Spielende wird Linus Obexer im YB-Heimspiel gegen St. Gallen ausgewechselt, der jüngste Young Boy hat ein sehr anständiges Pflichtspieldebüt für seinen Verein hingelegt.

Der 18-Jährige überzeugte als forscher, flinker Linksverteidiger und bewies, dass die Young Boys auch auf dieser Position gerüstet sind für die Zukunft. «Heute ging für mich ein Traum in Erfüllung», sagt Obexer, der bereits am Mittwoch über seinen Einsatz informiert worden war. «Ich war natürlich ein wenig nervös, aber die Mitspieler halfen mir sehr.»

Der Stadtberner Obexer ist in der Länggasse aufgewachsen, wohnte zuletzt mit seiner Familie im Weissensteinquartier und zügelt bald wieder in die Länggasse, wo er bis vor acht Jahren auch Fussball spielte. Seither ist der U-19-Nationalspieler bei YB. «Ich freue mich sehr über mein Debüt und darüber, dass wir gewonnen haben», sagt Obexer, der seine Matur am Gymnasium Neufeld im Sommer 2017 ablegen wird.

«Doch es ist sicher nicht an mir, nun Forderungen zu stellen. Es wäre toll, würde ich weitere Spielgelegenheiten erhalten.» Trainer Adi Hütter lobt den Youngster für den beherzten Auftritt: «Er hat das umgesetzt, was wir ihm auf den Weg gegeben hatten.»

Spektakuläre Schlussphase

Als Obexer das Spielfeld in der 74. Minute verlässt, hat die Begegnung gerade erst endlich Fahrt aufgenommen. Die Tore beim am Ende viel zu knappen 3:1-Sieg der Young Boys gegen ein schwaches St. Gallen fallen in der Schlussphase, als bei den Gästen die Kräfte nachlassen. YB erspielt sich nun mehrere ausgezeichnete Gelegenheiten.

Torjäger Guillaume Hoarau aber gelingt trotz prächtiger Chancen für einmal kein Treffer. Besser macht es Sturmpartner Alexander Gerndt in der 69. Minute, als er nach feinem Pass Miralem Sulejmanis das 1:0 erzielt. Wenig später, als Obexer auf der Bank Platz genommen hat, trifft der eingewechselte Sékou Sanogo mit einem schönen, nicht unhaltbaren Schuss aus rund 25 Metern zum 2:0.

Das Anschlusstor Marco Aratores kontert Gerndt kurz vor Schluss mit dem 3:1. «Nach der Pause haben wir so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten», sagt Trainer Hütter, der mit YB immer noch kein Heimspiel in der Liga verloren hat. «Vorher war vieles zu kompliziert.»

Ziel: Rückrundenmeister

Weil den Young Boys seit Mittwochabend und der 0:3-Niederlage von GC in Luzern der zweite Platz nicht mehr zu nehmen ist, geht es für sie sportlich um nicht mehr besonders viel. Als neues Ziel postulierte der Verein, Rückrundenmeister zu werden. Das gibt keinen Pokal, aber ein gutes Gefühl im Hinblick auf nächste Saison. Nach dem 3:1-Sieg liegt Basel in dieser Rangliste nur noch zwei Punkte voraus.

Die Young Boys probierten zwar auch vor der Pause, schwungvoll und aggressiv zu agieren, aber man spürte lange Zeit, dass die Luft ein bisschen draussen ist. Den Aktionen fehlte vorerst das Tempo dafür, die äusserst defensiv eingestellten Gäste ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

YB war deutlich überlegen, spielerisch wie optisch, aber die St. Galler liessen bis Mitte der zweiten Halbzeit wenig Torchancen zu. Dann brachen sie ein. Sie befinden sich ja immer noch in leichter Abstiegsgefahr, wobei es unwahrscheinlich ist, dass sie in den verbleibenden drei Runden von Vaduz, Lugano und Zürich überholt werden.

Am Pfingstmontag können sie sich gegen den schwer taumelnden FCZ endgültig retten. Die Young Boys reisen dann nach Lugano. Und in den letzten zwei Saisonspielen gegen Meister Basel sowie im Derby in Thun warten noch interessante Affichen auf sie.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt