YB: Ausrutscher mit Ansage

Nach dem 1:5 in Basel bleibt YB ruhig. Es gilt nun, bis zum Cupfinal den Druckabfall aufzufangen.

Enttäuschung bei Kasim Nuhu nach einer verpassten Torchance beim Spiel gegen den FC Basel .

Enttäuschung bei Kasim Nuhu nach einer verpassten Torchance beim Spiel gegen den FC Basel .

(Bild: Keystone)

Fabian Ruch

Es ist vielleicht die am leichtesten verschmerzbare Kanterniederlage, die YB je kassiert hat. Das 1:5 am Donnerstag in Basel war ein Ausrutscher mit Ansage, nach all den Feierlichkeiten der Young Boys in letzter Zeit.

Steve von Bergen ist ein Perfektionist, er meldet am Freitag, eine solche Leistung gehe trotzdem nicht, schon gar nicht als Meister, die richtige Einstellung habe gefehlt. Aber auch der YB-Captain wird sich kaum lange mit der Nieder­lage aufhalten.

Adi Hütter, sein Trainer, sagt, es sei natürlich schade, habe man so hoch verloren. «Aber die Spieler wurden als Helden gefeiert, nun sind sie sicher nicht die Deppen wegen einer misslungenen Begegnung.»

Die erste Niederlage im Jahr 2018 fiel für YB sehr deftig aus, das schon, aber sie interessiert bald niemanden mehr. Zwar waren die Young Boys schon auch stolz auf ihre Serien, zum Beispiel die Ungeschlagenheit seit sieben Pflichtspielen gegen den FCB, ­zudem verpassen sie nun den Basler Super-League-Punkterekord – doch diese Dinge sind vor allem für Statistiker relevant.

Den Lohn für ihre herausragende Saison bekommen die Berner am Sonntag nach dem Spiel gegen ­Lugano im Stade de Suisse. «Es sind sehr emotionale, schöne Tage für uns», sagt Hütter. «Und wir freuen uns enorm, am Sonntag den Meisterpokal zu erhalten.»

Die Wechselgerüchte

Die schwache YB-Performance in Basel am Donnerstag ist nachvollziehbar, sie wird eine Randnotiz in einer historischen Spielzeit bleiben. Der YB-Trainer beschreibt die Gefühlslage seiner Akteure anschaulich: «Die Spieler hielten über Wochen und ­Monate die Spannung hoch, nach dem Gewinn des Titels ist ein Druckabfall nicht zu verhindern. Wir alle spürten, wie riesengross die Sehnsucht in Bern nach 32 Jahren ohne Meisterschaft war.»

Zudem werden ja zahlreiche Fussballer der Young Boys mit Wechseln in eine Topliga in Verbindung gebracht. Hütter glaubt jedoch nicht, dass diese Spieler dadurch abgelenkt sein könnten. «Es gibt schon die ganze Saison über Gerüchte, wer YB im Sommer verlassen könnte. Ausserdem wäre ja wohl eher das Gegenteil der Fall. Diese Spieler müssten in Basel vor grosser Kulisse besonders motiviert sein.»

Die Köpfe freibekommen

Für Adi Hütter und seinen Staff geht es nun darum, die Konzentration wieder aufzubauen. Nach den Kehrausspielen gegen Lugano und bei GC am nächsten Samstag steht am 27. Mai in Bern noch der Cupfinal auf der gelb-schwarzen Agenda. Und gegen den Aussenseiter FCZ müssen die Köpfe der Spieler nach den vielen Festivitäten wieder frei sein. Damit es am Ende dieser Saison zu einer weiteren YB-Party im Stade de Suisse kommen kann.

Platz betreten verboten

Viele Zuschauer, die am Sonntag im Stadion dabei sein werden, wissen gar nicht, wie so eine Pokalübergabe durchgeführt wird – zumindest nicht an YB. Nach dem Heimspiel gegen Lugano wird auf dem Kunstrasen von der Swiss Football League eine Bühne aufgestellt. Dort werden Spieler und Staff um rund 18 Uhr die Medaillen für den Meistertitel in Empfang nehmen dürfen – sowie den Pokal. Ein Platzsturm wie nach dem 2:1-Sieg gegen Luzern vor zwei Wochen ist verboten. Die Young Boys bitten die Zuschauer darum, die Zeremonie von ihren Plätzen aus zu verfolgen – und das Feld nicht zu betreten.

Berner Zeitung

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