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Yakins Aktien stehen derzeit hoch im Kurs

Hakan Yakin spielt zwar in Katar, aber seine Dienste sind im Nationalteam gerade sehr gefragt – auch morgen gegen Israel.

Hakan Yakin hat in den letzten 12, 13 Jahren vieles über sich lesen dürfen und müssen, die Beschreibung «Schönwetterfussballer» fiel auch das eine oder Mal. Jetzt steht der 31-Jährige am Flughafen in Tel Aviv und lacht. «Ich bin mir ja nun heisse Temperaturen aus Katar gewohnt», sagt Yakin. Das Wetter ist schön, in Katar wie in Israel, über dreissig Grad sind es bei der Landung der Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstagnachmittag in Tel Aviv. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, es muss sehr anstrengend sein, Fussball zu spielen. Man darf festhalten: Eigentlich sind das nicht ideale Bedingungen für Hakan Yakin.

Schlank – und auch fit?

Aber der Spielmacher überraschte in seiner wechselhaften Karriere ja schon oft. Momentan ist Yakin gerade auf der Sonnenseite des Lebens, und so sagt er beinahe demütig: «Es ist nicht selbstverständlich, dass ich weiter im Nationalteam spielen darf. Ich weiss das zu schätzen.»

Hakan Yakin weiss natürlich auch, wie man in der Schweiz über die katarische Liga spricht. «Operettenliga» ist noch eine charmante Bezeichnung. Oft und lange war er nicht in seiner neuen sportlichen Heimat, noch schläft er dort im Hotel, am nächsten Donnerstag fliegt er wieder nach Doha, zwei Tage später steht der Saisonstart mit Al Gharafa an. «Es liegt an mir, in Katar gute Leistungen zu zeigen und fit zu bleiben.» Kein Gramm habe er zugenommen, sagt Yakin stolz und zeigt auf seinen Bauch. Schlank sieht er aus, das schon, ja, aber ist er auch austrainiert genug, um – ohne regelmässige Ernstkämpfe – auf internationalem Niveau bestehen zu können? «Das werden wir sehen. Ich bin bereit», antwortet Yakin. Er wirkt gelöst, er spricht locker, und das hat gute Gründe. Seine Dienste sind gerade sehr gefragt im Nationalteam. Alex Frei, der beste Stürmer, fehlt in Israel nach längerer Knieverletzung, er stösst am Sonntag und für das Spiel am Mittwoch gegen Luxemburg zur Auswahl. Die Basler Angreifer Marco Streller und Eren Derdiyok sind verletzt.

Ohne Frei, Streller, Derdiyok und wahrscheinlich mit Yakin hinter Blaise Nkufo werden die Schweizer morgen im Angriff agieren. «Es ist schon erstaunlich, bin ich immer noch gefragt. Ich lese ja oft, dass es nicht mehr lange geht, bis ich aussortiert werde», sagt Yakin. Es klingt süffisant, und so ist es auch gemeint. Er ist gar nicht gut auf eine Zeitung zu sprechen, die ihn jahrelang hofierte. «Aber ich weiss, wie das Geschäft läuft. Ich bin ja schon genug lange dabei.»

Schlechte Erinnerungen

Im Februar 2000 bestritt Yakin, im Wüstenstaat Oman (!), sein erstes Länderspiel, mittlerweile ist er bei 70 angelangt, er ist der mit Abstand erfahrenste Nationalspieler. Und mit 19 Toren hat er mehr Länderspieltreffer erzielt als alle neun anderen Feldspieler, die morgen vermutlich mit ihm in der Startformation stehen werden, zusammen. «Natürlich hat sich meine Rolle verändert, ich bin jetzt einer der älteren Spieler. Es ist erstaunlich, wie viele Talente die Schweiz immer wieder herausbringt.»

Nach der für die Schweiz sehr enttäuschenden und für Yakin sehr erfreulichen Euro, die ihm den lukrativen Wechsel von YB nach Katar ermöglichte, ist unter Ottmar Hitzfeld vieles anders und einiges besser. Sagt Yakin. «Neuer Trainer, neue Ideen.»

Keiner ist mehr gesetzt, das ist gut so, keiner kann sich ausruhen, weil er ja sowieso spielt.» Dem Auftritt am Samstag blickt der Techniker trotz vier Toren in den letzten drei Länderspielen mit gemischten Gefühlen entgegen. «Ich habe sehr schlechte Erinnerungen an das letzte Spiel hier.»

Wie beim 1:1 gegen Israel in Basel wenige Monate später war Yakin auch am 9.Oktober 2004 beim 2:2 in Tel Aviv in der WM-Qualifikation 2006 ausgewechselt worden. Tranquillo Barnetta erlitt damals nach einem wüsten Foulspiel einen Kreuzbandriss, und, das beschäftigt Hakan Yakin immer noch, vor allem musste auch sein Bruder Murat Yakin verletzt ausgewechselt werden. «Es war damals leider sein 49. und letztes Länderspiel», sagt Yakin, der Jüngere.

Für ihn soll Tel Aviv nicht die Endstation seiner Laufbahn im Nationalteam sein. Yakin sagt: «Mein Ziel ist die WM 2010.» Die Temperaturen sollen in Südafrika im Juni ganz angenehm sein.

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