Wölflis Pech, Mvogos Premiere

YB-Goalie Marco Wölfli verletzt sich im Derby in Thun schwer. Er fällt mit einem Achillessehnenriss monatelang aus. Das grosse Goalietalent Yvon Mvogo rückt nach.

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Fabian Ruch

Der Ausflug nach Thun gestaltete sich für die Young Boys am Sonntag in jeder Hinsicht bitter. Neben der 0:1-Derbyniederlage gegen einen wackeren FC Thun und neben des Platzverweises gegen Renato Steffen kurz vor Spielende verloren sie auch ihren Goalie. Marco Wölfli wird für lange Zeit ausfallen.

Kurz nach 21 Uhr bestätigte YB am Sonntagabend in einer Pressemitteilung, was eine erste Diagnose in der Arena Thun angedeutet hatte: Wölfli verletzte sich schwer, am linken Fuss riss bei ihm die Achillessehne. In der 37.Minute fing der Goalie nach einem Corner den Ball, landete auf dem Fuss von Mitspieler Christoph Spycher – und knickte um. Zuerst wurde versucht, den Fuss zu stabilisieren, aber Wölfli signalisierte noch vor Wiederaufnahme der Partie, dass er nicht weiterspielen könne.

WM wohl ohne Wölfli

Und während Marco Wölfli auf einer Bahre vom Spielfeld getragen wurde, bereitete sich die grosse YB-Goaliebegabung Yvon Mvogo auf seinen ersten Super-League-Einsatz vor. «Ich bin immer konzentriert auf der Bank und bereit, falls es mich brauchen würde», sagte Mvogo nach der Partie. Er wurde in Thun nicht heftig gefordert, agierte bei seinen Interventionen aber jederzeit sicher und souverän. «Leider haben wir verloren», sagte Mvogo, «und noch viel schlimmer ist, dass sich Wölfli verletzt hat. Ich bin sehr traurig für ihn.»

Marco Wölfli wird Anfang dieser Woche operiert. YB rechnet mit einem monatelangen Ausfall, vermutlich ist die Saison für den Keeper beendet. Im Normalfall dauert es sechs bis acht Monate, bis ein Fussballer nach einem Achillessehnenriss wieder einsatzfähig ist. Inter Mailands Javier Zanetti, bereits 40 Jahre alt, gab vor kurzem rund sieben Monate nach seinem Achillessehnenriss das Comeback – und der Argentinier gilt als einer der fittesten Spieler überhaupt.

YB in der Rückrunde mit Mvogo

Pechvogel Marco Wölfli jedenfalls benötigt einen optimalen Heilungsverlauf, um noch in dieser Saison wieder eingesetzt werden zu können. In rund fünfeinhalb Monaten beginnt die Schweizer Nationalmannschaft mit der Vorbereitung auf die WM in Brasilien, und es ist sehr fraglich, ob Wölfli dabei sein wird. Wäre er gesund, hätte der 31-Jährige als dritter Goalie einen Stammplatz im 23-Mann-Kader von Coach Ottmar Hitzfeld.

Die Young Boys dürften in der Rückrunde auf Yvon Mvogo setzen. Der Modellathlet gilt als eines der grössten Schweizer Goalietalente in den letzten Jahrzehnten – und ist mit knapp 19 Jahren bereits Torhüter in der helvetischen U-21-Auswahl. «Ich hoffe, dass Wölfli bald wieder zurückkommt», sagte Mvogo am Sonntagabend in Thun. «Mein Ziel ist es, immer hart zu arbeiten und Fortschritte zu machen.»

Am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen St.Gallen wird Mvogo das YB-Tor hüten. Der schweizerisch-kamerunische Doppelbürger wuchs im Kanton Freiburg auf und spielte für Marly und Freiburg, ehe er als 16-Jähriger zu YB wechselte. Nach Wölflis Verletzung steht er nun im Mittelpunkt.

Berner Zeitung

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